Schulraum: Investitionen in Millionenhöhe geplant

Nau.ch Lokal
Nau.ch Lokal

Olten,

Angesichts steigender Schülerzahlen plant die Stadt Olten einen Überbrückungscampus für 24 Millionen Franken sowie die Sanierung der Sekundarschule Frohheim.

Aareufer mit Blick auf das Oltner Stadthaus.
Aareufer mit Blick auf das Oltner Stadthaus. - Nau.ch / Werner Rolli

Wie die Stadt Olten berichtet, wird sich an der Juni-Sitzung das Oltner Gemeindeparlament mit zwei Vorlagen befassen, welche die ersten Bausteine der Schulraumstrategie 2045 bilden: die Sanierung des Erweiterungsbaus der Sekundarschule Frohheim und der Bau eines Überbrückungscampus Zementi.

Wie viele andere Gemeinden steht auch die Stadt Olten vor grossen Herausforderungen in der Versorgung mit Schulraum. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler um rund ein Drittel gestiegen. Bis 2040 werden voraussichtlich rund 1870 Kinder und Jugendliche die städtischen Schulen besuchen; zurzeit sind es deren 1750.

Schulraum stösst an seine Grenzen

Diese Dynamik zeigt sich besonders an der Sekundarschule: Das Frohheim reicht nach heutigen Massstäben für 18 Klassen aus; unterrichtet werden vor Ort aktuell jedoch bereits 20 Klassen, fünf weitere im zugemieteten Schulgebäude Sek Zementi. Bis 2035 werden bis zu 31 Klassen erwartet.

Gleichzeitig muss der über 90 Jahre alte Erweiterungsbau Frohheim saniert werden. Erneuerungsbedarf haben aber auch der Altbau Frohheim (Baujahr 1902) und die Schulanlagen Bifang (1910), Bannfeld (1956) und Säli (1968) – dies nicht nur in baulicher Hinsicht, haben sich doch auch die betrieblichen und pädagogischen Anforderungen in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich verändert.

Überbrückungscampus als Lösung

Die vom Stadtrat im vergangenen August beschlossene Schulraumstrategie 2045 definiert als Lösung für den dringenden Raumbedarf aufgrund der anstehenden Sanierungen und der wachsenden Schülerinnen- und Schülerzahlen die Erstellung eines Überbrückungscampus Zementi für 15 Jahre.

Das heisst eines temporären, multifunktionalen Schulstandorts für mindestens zehn Klassen und mit den zugehörigen Fachräumen – anstelle von separaten Provisorien vor Ort für jede der anstehenden Sanierungen, mit denen zudem der weiterhin wachsende Raumbedarf nicht abgedeckt werden könnte.

Als Standort für den Campus gewählt wurde das Parkplatzareal an der Erfinderstrasse im Quartier Olten SüdWest, unmittelbar neben dem bestehenden Schulhaus Sek Zementi im ehemaligen Verwaltungsbau der Portland Cement AG.

Diese Nachbarschaft schafft einen eigentlichen Campus mit gemeinsamem Aussenraum, verbundenem Schulbetrieb und Synergien in Aufsicht und Betreuung für 15 Klassen. Nach einer Nutzungsdauer von 15 Jahren soll der Modulbau rückgebaut und nach Möglichkeit anderweitig eingesetzt werden.

Vielfältige Anforderungen

Herausforderungen bei der Planung des Überbrückungsschulhauses waren der Zeitdruck, sollen doch die Räume bereits im Sommer 2028 zur Verfügung stehen, hohe Gestaltungsqualität, modulare Rückbaubarkeit, Nachhaltigkeit und Integration ins Quartier, welches den Aussenraum ausserhalb der Schulzeiten ebenfalls nutzen kann. Der Überbrückungscampus muss zudem für verschiedene Schulstufen geeignet sein und wurde daher multifunktional konzipiert.

Die Gesamtkosten für den Überbrückungscampus beinhalten einerseits die Erstellung der beiden vorgesehenen dreigeschossigen Trakte; hinzu kommen die Erstausstattungen, standortbezogene Kosten in Form eines Baurechtszinses für das genutzte Areal, betriebliche Folgekosten sowie Anpassungen und Mietkosten im bestehenden Gebäude «Sek Zementi», aber auch die Kosten für den Rückbau nach Ablauf der 15 Jahre.

Die dem Parlament und anschliessend dem Volk beantragten Kosten belaufen sich auf rund 24 Millionen Franken (Projektstand ±15 Prozent); hinzu kommt ein Baurechtszins von 80'000 Franken pro Jahr, der zusammen mit Betriebskosten, Abschreibungen und Zinsen während der Nutzungsperiode für eine Mehrbelastung der Erfolgsrechnung um zwischen 2 und 2,2 Millionen Franken sorgen wird.

Gesamtsanierung im Frohheim-Erweiterungsbau

Parallel dazu soll die erste Etappe der Sanierungen im Erweiterungsbau der Schulanlage Frohheim umgesetzt werden. Dessen Gebäudehülle weist erhebliche Defizite auf: Die Fassade ist unzureichend gedämmt, was zu hohen Energieverlusten und entsprechend hohen Betriebskosten führt.

Zudem stammt das Tragwerk aus einer Zeit, in der die heutigen Anforderungen an die Erdbebensicherheit noch nicht galten. Ebenso verlangt der Brandschutz substanzielle Eingriffe und ist das Gebäude nicht barrierefrei erschlossen, was unter anderem den Einbau eines Lifts erfordert.

Ersetzt werden muss die gesamte Elektroinfrastruktur inklusive Beleuchtung; zudem ist auf dem Dach der Turnhalle eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Eine Erneuerung brauchen auch die bestehende Lüftungsanlage und die Kanalisationsleitungen. Dies erfordert eine Gesamtsanierung, wenn der Erweiterungsbau auch künftig sicher, wirtschaftlich und pädagogisch zweckmässig betrieben werden soll.

Baustart ab 2028 vorgesehen

Dem Parlament und anschliessend dem Volk werden für diese Sanierung 20,3 Millionen Franken (Projektstand ±15 Prozent) beantragt. Durch Abschreibungen und Zinskosten wird die Erfolgsrechnung künftig um 884'000 Franken pro Jahr mehrbelastet. Der Baubeginn ist 2028 geplant; der Schulstart soll per Schuljahr 2030/31 erfolgen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

fds
182 Interaktionen
Polizei vor Ort
teaser
4 Interaktionen
Am Geburtstag!

MEHR AUS OLTEN

Unfall A1
1 Interaktionen
Sachschaden
Schönenwerd
Schönenwerd fdp.die liberalen
Schönenwerd