Der Siedlungsraum ist ein ausgezeichneter Lebensraum für Füchse. Die Anwesenheit des schlauen Rotpelzes fasziniert viele, kann aber auch zu Problemen führen.
Fuchs (Symbolbild)
Fuchs (Symbolbild) - Keystone

Die Gemeinde Niederbipp teilt mit, wie man sich bei Begegnungen mit Füchsen am besten verhält.

Komposthaufen, achtlos weggeworfene Sandwiches und Pizzareste am Strassenrand sowie draussen zugängliche Fressnäpfe von Haustieren bieten Füchsen Futter im Überfluss. Der essbare Abfall von nur vier Haushaltungen könnte einen einzigen Fuchs ernähren.

Zusätzlich werden Füchse oft aus falsch verstandener Tierliebe gefüttert. Dadurch verlieren sie ihre Scheu und verursachen häufig Ärger. Junge Füchse sind jeweils ab Mai in den Quartieren unterwegs. In ihrer Spiellust können sie einige Unruhe stiften: Sie tragen Gartenschuhe und Kinderspielsachen davon oder graben Löcher in Rasen und Gartenbeete.

Übertragung von Krankheiten

Füchse sind bekannt als Überträger der Tollwut. Die Schweiz ist jedoch seit 1999 tollwutfrei und von Füchsen geht keine Ansteckungsgefahr mehr aus.

Über Fuchskot kann der kleine Fuchsbandwurm übertragen werden. Die Eier dieses nur 3 Millimeter grossen Bandwurms gelangen mit Fuchskot in die Umwelt. In sehr seltenen Fällen kann dieser Parasit beim Menschen eine schwere Leberkrankheit auslösen, wenn über verunreinigte Nahrung oder verschmutzte Hände Fuchsbandwurmeier aufgenommen werden.

Empfehlung für Verhaltensregeln

Obwohl jährlich nicht mehr als zwei bis vier Neuerkrankungen pro Million Einwohner registriert werden, sind einige Verhaltensregeln zu empfehlen.

Beeren, Gemüse, Salat und Fallobst sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Tiefgefrieren tötet die Fuchsbandwurmeier nicht ab. Bei gekochten Nahrungsmitteln besteht jedoch kein Risiko.

Hunde, die mausen, können Träger des Fuchsbandwurms sein. Beim Tierarzt kann man nach einem wirksamen Entwurmungsmittel für eine regelmässige Behandlung des Hundes erfragen. Katzen hingegen spielen bei der Übertragung kaum eine Rolle.

Füchse im eigenen Garten

Falls Füchse im eigenen Garten Kot absetzen, sollte dieser Kot mit einem Plastiksäckchen, das verknotet und der Kehrichtabfuhr mitgegeben wird, entfernt werden. Fuchskot sieht ähnlich aus wie der Kot eines kleineren Hundes und wird häufig an erhöhten Stellen abgesetzt.

Die Fuchsräude kann in der Schweiz überall auftreten. Die durch eine kleine Milbe verursachte Hautkrankheit führt beim betroffenen Fuchs meist zum Tod. Selten kann auch eine Übertragung auf Menschen oder Haustiere stattfinden. Dank guter Therapiemöglichkeiten ist dies aber meist nicht problematisch.

Probleme mit Füchsen vermeiden

Füchse können nicht einfach aus dem Dorf vertrieben werden. Ein paar Verhaltensregeln helfen aber, die Probleme mit diesen Bewohnern gering zu halten.

Füchse finden alleine genügend Nahrung und sollten daher nicht gefüttert werden. Zahme Füchse verursachen viele Probleme und werden deshalb geschossen. Füchse sollten auf keinen Fall gezähmt werden.

Den eigenen Komposthaufen sollte man abdecken, damit er für Tiere nicht zugänglich ist.

Wenn Probleme mit einem Fuchsbau im eigenen Garten bestehen, sollte man sich mit einem Wildhüter in Verbindung setzen.

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