Am Wochenende fand die Vernissage zur Ausstellung von Hansjörg Müller in Balsthal statt. Der Oensinger stellt bis am 8.November in der Galerie Rössli aus.
Hansjörg Müller Galerie Balsthal
Hansjörg Müller verwendet japanische Kreide als Werkzeug, Fundgegenstände und die Natur inspirieren ihn. - Nau/ Werner Rolli
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Seit über 50 Jahren bietet die Galerie Rössli in Balsthal eine Plattform für Solothurner Künstler/innen. Aktuell sind Zeichnungen von Hansjörg Müller zu sehen.

Betrachtet man die Einladungskarte zur Ausstellung von Hansjörg Müller, sieht man darauf eine sonderbare Form.

Vernissage im Rössli Balsthal

Formen und Farben sind es denn auch, was die Werke des Künstlers ausmachen. Er arbeitet oft mit Fundsachen, die er auf Spaziergängen findet, mit nach Hause nimmt und sich mit ihnen auseinandersetzt.

Hansjörg Müller Galerie Rössli
Gefragte Kennerin: Patricia Bider leitet das Team leitet das Team und ist künstlerische Beraterin in der Galerie. - Nau/ Werner Rolli

Alle Impressionen aus der Vernissage in der Galerie Rössli finden sich in der Bildstrecke.

So deutet er auf eine Zeichnung mit zwei Kreisen. Das seien zwei Dichtungsringe gewesen, erklärt er. Sie waren einst deckungsgleich und doch haben sie sich im Laufe der Zeit individuell entwickelt. Die erwähnte Form auf der Einladungskarte war Teil eines zerbrochenen Plastikkörbchens.

Oft lässt sich Hansjörg Müller von der Natur inspirieren. So sehen manche Betrachter in einer Serie von Dreiecken die nahen Jurahügel, während andere darin eine Strasse vermuten.

Hansjörg Müller Galerie Rössli
Martin Neuenschwander (Präsident Kultur im Thal, links) und Jürg Ottiger (Ausstellungstechniker) an der Vernissage in Balsthal. - Nau/ Werner Rolli

Verblüffend und erst auf den zweiten Blick erkennbar ist die Tatsache, dass die Blätter in Balsthal keine Drucke sind. Es handelt sich ausschliesslich um Zeichnungen. Angefertigt mit Ölpastellkreide, die Farbe manchmal in mehreren Schichten aufgetragen. Bis sie den Vorstellungen des Künstlers entsprechen.

Es ist interessant zu hören, was die Besucher/innen in manchen Bildern sehen. Madelaine Koch zum Beispiel erinnern die vielen Formen eines Bildes an die Vögel im nahen Wald. Deborah Baumgartner entdeckt stets neues in den oft streng geometrischen Formen.

Peter Jeker (Träger des Solothurner Kunstpreises) gefällt vor allem, dass in der aktuellen Ausstellung das breite Spektrum Müllers gezeigt wird.

Jede Zeichnung mit eigener Geschichte

Im ersten Raum in der Galerie Balsthal sind sechs Blätter in einer Reihe zu sehen. Peter Jeker, Lehrer, Kunstkenner und Kulturvermittler, seit vielen Jahren eng mit den Kunstschaffenden im Kanton Solothurn verbunden:

«Die Anordnung der entspricht der Chronologie der Entstehung der Zeichnungen. Wer aber glaubt, er könne zwischen den Blättern die logischen, gestalterischen Entwicklungsschritte erkennen, ist auf dem Holzweg. Jedes Blatt zeigt die Auseinandersetzung mit einem speziellen bildnerischen Problem und hat losgelöst von der Serie als Einzelblatt seine Gültigkeit».

Folgerichtig haben die Werke auch keine Titel, wenngleich jede Zeichnung eine Geschichte hat.

Farben und Formen der Zeichnungen sprechen auch Martin Neuenschwander (Präsident von Kultur im Thal und Mitglied im Rössli Team) an. An der Vernissage in Balsthal ist auch Ueli Diener anwesend, der selbst die Galerie Rössli während 23 Jahren führte.

Vom Maschinenzeichner zum Künstler

Hansjörg Müller ist natürlich kein Unbekannter. Er war seit 1986 mehrfach beteiligt an den Solothurner Jahresausstellungen (mit Ankäufen durch den Kanton). Zudem stellte er in den Galerien Vinelz (2005) und Rössli (2007), sowie im Stadthaus Olten aus.

Müller hat nach seiner Berufslehre als Maschinenzeichner Kurse für Malerei und Zeichnen belegt. Danach hat er den Vorkurs der Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung in Basel besucht.

Seit 1990 ist er Fachlehrer an der Gewerblich-Industriellen Berufsschule in Olten. Von den Fesseln des technischen Zeichnens hat er sich längst befreit.

Peter Jeker schreibt über ihn: «Hansjörg Müller ist seit Abschluss seiner Ausbildung ein unermüdlich Lernender, ein konzentrierter, beharrlicher Autodidakt».

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