«Muttenz erzählt»: Lokale Geschichte als Audio-Erlebnis
Unter dem Titel «Muttenz erzählt» machen 19 Hörstationen die Lokalgeschichte via QR-Code erlebbar. Die Gemeinde Muttenz hat das Projekt nun feierlich eröffnet.

Was machte Ritter Werner von Homberg zum angehimmelten Idol für die Jugend des Mittelalters? Wie die Gemeinde Muttenz informiert, werden diese und viele weitere Fragen ab sofort auf drei akustischen Zeitreisen in Muttenz beantwortet.
19 Hörstationen mit packenden Geschichten und filmischer Klangkulisse vermitteln Wissen zum Dorf, den drei Burgen auf dem Wartenberg und dem Rebberg – ein Erlebnis für Jung und Alt, Schulklassen, Familien und Einzelpersonen.
Die atmosphärischen Geschichten erarbeitete die Baselbieter Kulturpreisträgerin Barbara Piatti im Auftrag der Gemeinde Muttenz und in Zusammenarbeit mit der Archäologie Baselland, der Gesellschaft Pro Wartenberg, dem Naturschutzverein Muttenz und dem Weinbauverein Muttenz.
Geschichte wird hörbar und sichtbar
Der wissenschaftliche Illustrator Joe Rohrer kreierte zu jeder Station ein stimmungsvolles Bild. Audioproduzent Joel Hostettler, Oslo Studios, hat jedes einzelne Hörstücke in sorgfältig komponierte Klangkulissen eingebettet.
Eingesprochen wurden die Texte von Laien-, aber auch Profi-Schauspielerinnen und -schauspielern, darunter Salomé Jantz und David Bröckelmann. Per QR-Code lassen sich die 19 Hörstücke direkt an den Originalschauplätzen abrufen.
Sie sind aber auch ganz bequem vom Klassenzimmer oder von zu Hause aus herunterzuladen, zusammen mit reich bebilderten, vertiefenden Informationen.
Das Dorf Muttenz und seine Umgebung
Die drei Rundgänge sind thematisch aufgeteilt: Dorfgeschichte, Burgen auf dem Wartenberg sowie Kultur und Natur im Rebberg. Muttenz zeichnet sich durch eine umfangreich erhaltene bauhistorische Substanz aus, die teilweise mehr als 600 Jahre alt ist.
Hier stehen drei der ältesten erhaltenen ländlichen Bauten der Nordwestschweiz. Acht Hörgeschichten erzählen über das dörfliche Leben vom 14. bis ins 20. Jahrhundert: Zwei Muttenzer Kinder erleben bei ihren Spaziergängen, wie Gebäude zu sprechen beginnen und reisen mit ihnen in die Vergangenheit.
Dieser spielerische Zugang vermittelt insbesondere jüngeren Besucherinnen und Besuchern Informationen zur Baugeschichte, ist aber auch für Erwachsene vergnüglich und lehrreich.
Die Wartenberg-Burgen
Eine mittelalterliche Adelsburg muss weithin sichtbar sein – als Zeichen ihrer Herrschaft über das umliegende Land. Der ins Hochrheintal hineinragende Wartenberg ist ideal dafür. Im Mittelalter wurden hier auf engstem Raum gleich drei Burgen errichtet: die Vordere, Mittlere und Hintere Wartenberg.
Die sechs Hörgeschichten auf dem Wartenberg zeigen das Leben auf den drei Burgen vom 10. Jahrhundert bis zu ihrem Niedergang. Dabei kommen unter anderem eine Gräfin in Geldnot und ein stolzer Marschalk mit nigelnagelneuem Wohnturm zu Wort. Zudem erwacht ein Idol für die Jugend des Mittelalters, der Ritter Werner von Homberg, zum Leben.
Naturschutz und Rebbau
Der Muttenzer Rebberg gehört zu den schönsten Kulturlandschaften der Region. Auf rund 11,5 Hektaren verbinden sich preisgekrönter Weinbau, Trockenmauern, Hecken und Weiher zu einem Hotspot der Biodiversität.
Seit Jahrhunderten pflegen lokale Winzerfamilien die sonnigen Hänge oberhalb des Dorfes und schaffen gleichzeitig Nischen für die Tierwelt. Fünf Hörstationen widmen sich dem Naturschutz und dem Rebbau.
Sie erzählen vom grossen Erdrutsch 1952, vom Einfluss des Klimawandels auf den Weinbau und begleiten die Erdkröte, das Hermelin und ein Neuntöter Pärchen in ihrem Lebensraum.
Feierliche Eröffnung
Die drei Rundgänge wurden am 6. Juni 2026 im Mittenza in Muttenz feierlich eröffnet. Mehr als 200 Personen folgten der Einladung. Gemeindepräsidentin Franziska Stadelmann zeigte sich hocherfreut über das einzigartige Projekt: «So etwas habe ich mir schon lange gewünscht!».
Nora Näf von der Archäologie Baselland nannte das Engagement der Gemeinde für ihre Baukultur vorbildlich und «Mich persönlich freut bei den Dorf-Geschichten besonders, dass die Gebäude endlich nicht mehr ‹nur› zu mir als Fachperson sprechen, sondern jetzt zu allen Menschen».
Für die Autorin Barbara Piatti war es ein Privileg in diesem Projekt mitzuarbeiten: «Es ist fantastisch aus all diesen Hintergrundinformationen semifiktionale Geschichten zu entwickeln».
Die Stationen warten ab sofort rund um die Uhr auf interessierte Schulklassen, Familien aber auch Einzelpersonen. Begeben Sie sich auf die Reise und lernen Sie Muttenz und seine Umgebung ganz neu kennen.










