Laichwanderung: Mobile Zäune und Helfer schützen Amphibien
Jedes Frühjahr wandern Frösche, Kröten und Molche zu ihren Laichplätzen. Mobile Zäune, Umleitungen und Helfer schützen in Muttenz die Tiere vor dem Verkehr.

Sobald im Frühling die Tage länger werden und die Temperaturen wenige Grad über der Nullgrad-Grenze liegen – im Normalfall zwischen Mitte Februar und Mitte April – verlassen viele Amphibien (Frösche, Kröten und Molche) ihr Winterquartier und suchen ihre Laichgewässer auf, berichtet die Gemeinde Muttenz.
In unserer dicht besiedelten Landschaft ist dies oft eine gefährliche Wanderung über Strassen und Wege, welche im schlimmsten Fall tödlich endet. Die Gemeinde versucht mit Massnahmen auf verschiedenen Ebenen die wichtigsten Wanderrouten der geschützten Tiere temporär zu entschärfen.
Bereich Feuerwehrweiher/Zinggibrunn und Fröscheneck
Um die vielen Tiere auf ihrer Laichwanderung zum Feuerwehrweiher und zum Riedmattbächli vor dem Überfahren zu schützen, wird der Strassenabschnitt zwischen den Verzweigungen Mühlackerstrasse / Weiherstrasse und Zinggibrunnstrasse / Abzweigung Egglisgraben zeitweise für den Privatverkehr gesperrt.
Die Sperrung wird bei entsprechender Witterung signalisiert und dauert jeweils von 19 Uhr bis 6.30 Uhr. Die Verbindung zwischen Muttenz und dem Gebiet Egglisgraben – Schönmatt – Stollenhäuser ist in dieser Zeit über Pratteln oder Arlesheim sichergestellt. Mit direkt Betroffenen werden individuelle Lösungen gesucht.
Im Gebiet «Fröscheneck» wird der Veloweg während der Laichwanderungen zwischen dem Eindunkeln und der Morgendämmerung gesperrt und umgeleitet. Die seit Jahren bewährte Massnahme verringert die Anzahl überfahrenen Amphibien auf diesem Strassenabschnitt stark.
Mobiler Amphibienschutzzaun an der Mühlemattstrasse
Entlang der viel befahrenen Veloroute bei den Mühlemattweihern wird während der Wanderzeit ein mobiler Amphibienzaun aufgestellt, der die Amphibien daran hindert auf die Strasse zu gelangen. Die Amphibien werden eingesammelt und sicher über die Strasse transportiert.
«Amphibienpatrouillen» auf den Quartierstrassen
Bei Amphibienwetter patrouillieren Freiwillige am Abend in verschiedenen Quartierstrassen, sammeln wandernde Tiere ein und bringen diese zu den nächsten Laichgewässern. In den letzten Jahren koordinierte der Naturschutzverein Muttenz rund 30 Helferinnen und Helfer, die zwischen 3000 und 3500 Tiere pro Jahr retteten.
Mehrheitlich handelte es sich dabei um Erdkröten – es wandern aber auch Grasfrösche, Bergmolche und Feuersalamander durch das Siedlungsgebiet.
Signalisierte Amphibienzugstellen
An folgenden Strassen stehen während der Wanderzeit streckenweise Warn- und/oder Umleitungssignale: Grenzacherstrasse, Neubrunnweg, Fröscheneckweg/Fröscheneckrainweg (Veloroute) sowie Mühlemattstrasse (Veloroute), Hüslimatt-, Wolfensee- und Gwidemstrasse sowie an der Schauenburger-, Weiher-, Langjurten- und Zinggibrunnstrasse.
Speziell in regnerischen Nächten mit Temperaturen von über fünf Grad Celsius bittet die Gemeinde alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer hier besonders vorsichtig zu fahren.









