Wie die IB Murten berichtet, betreffen die hohen Energiekosten auch die Kunden der IB Murten. Die Tarife steigen 2023 um mehr als 20 Rappen pro Kilowattstunde.
Das Rathaus in Murten von der Uferprommenade aus gesehen.
Das Rathaus in Murten von der Uferprommenade aus gesehen. - Nau.ch / Ueli Hiltpold
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Von 2015 bis 2021 konnte IB-Murten die Tarife für die Kundinnen und Kunden sukzessive senken. Ab 2021 folgte hingegen eine Trendwende, und die Tarife mussten 2022 wegen höherer Beschaffungs- und Netznutzungskosten ein erstes Mal leicht angehoben werden. Beide Effekte haben sich nun drastisch verstärkt.

So muss IB-Murten die Tarife für das kommende Jahr um mehr als 20 Rappen pro Kilowattstunde erhöhen. Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden erhöht sich die Stromrechnung 2023 um rund 950 Franken. Das sind pro Monat etwa 80 Franken. Die Erhöhung betrifft alle Kundengruppen und Stromprodukte gleichermassen.

Sehr hohe Energiepreise sind Hauptgrund

Die Stromrechnung für die Kunden wird durch vier Komponenten bestimmt. Den weitaus grössten Einfluss auf den Endpreis hat der Preis für die Energie, welche IB-Murten am Markt einkauft. Nach jahrelangen Tiefpreisen im internationalen Handel hat sich der Markt in kürzester Zeit grundlegend verändert.

Die geopolitische Lage, Hitze und Dürre haben zu einer Verknappung der Energie bei unvermindert hoher Nachfrage geführt. So ist der Preis für eine Megawattstunde elektrischer Energie heute rund zehnmal so hoch wie vor einem Jahr. Da IB-Murten nicht über grosse eigene Kraftwerke verfügt, muss praktisch die gesamte elektrische Energie am Markt beschafft werden.

Auch bei zwei weiteren Komponenten wird der Preis nicht durch IB-Murten festgelegt. So sind die Kosten für die Systemdienstleistungen der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid und die Netznutzungskosten der Groupe E ebenfalls massiv gestiegen. Die Abgaben an Bund, Kantone und Gemeinden bleiben gleich.

Einzig den Preis für die eigenen Verteilernetze in den Gemeinden Murten, Merlach und Muntelier – die vierte Komponente für den Endpreis – legt IB-Murten selber fest. Dieser Preis bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Neues Stromprodukt «LiveSuisse» hilft beim Sparen

Ab September 2022 ergänzt IB-Murten das Angebot für Privatkunden mit dem neuen Produkt «LiveSuisse». Wer sich für «LiveSuisser entscheidet, erhält ein Gateway beim Stromzähler und kann mit einer App zu jeder Zeit den eigenen Verbrauch in Echtzeit überprüfen.

Damit sensibilisiert IB-Murten die Kunden und zeigt ihnen individuell Möglichkeiten zum Stromsparen auf. Die App informiert ebenfalls in Echtzeit über die Herkunft des Stroms. Scheint die Sonne, bezieht der Kunde direkt Solarstrom aus dem Murtenbiet. Genügt der lokale Solarstrom gerade nicht, wird Strom aus Walliser Wasserkraftwerken bezogen.

Das heutige Angebot von IB-Murten für Privat-, Gewerbe- und Industriekunden umfasst drei Stromprodukte: Wasserkraft aus der Schweiz »AquaSuisse». Wasserkraft aus Europa «AquaEuro sowie komplett regionale Solarenergie aus dem Verteilnetz der IB-Murten «SolarMurten». Das Standardprodukt ist AguaSuisse mit 100 Prozent Schweizer Wasserkraft.

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