Verkehr in der Bauphase: Solidarität statt Verbote gefragt
Die Bauarbeiten an der Zürcherstrasse verteilen den Verkehr in Muri neu. Die Gemeinde setzt auf Solidarität und Rücksicht statt auf Verbote.

Die Bauarbeiten an der Zürcherstrasse bringen für die Gemeinde vorübergehend ein verändertes Verkehrsaufkommen mit sich, berichtet die Gemeinde Muri AG. Besonders im Weiler Hasli, aber auch in anderen Teilen der Gemeinde, belastet der Umleitungs- und Ausweichverkehr die Strassen besonders stark.
Der Gemeinderat hat die Situation analysiert und bereits verschiedene Massnahmen umgesetzt. Gleichzeitig zeigt sich: Die Lösung liegt nicht allein in Verkehrsschildern oder Strassenmarkierungen. Entscheidend ist auch unsere gemeinsame Haltung als Gemeinde.
Was bereits getan wird
Um die Situation im Hasli zu entschärfen, hat die Gemeinde folgende Massnahmen umgesetzt. Die bestehende Tempo-30-Zone im gesamten Weiler wird kontrolliert. Fehlbare Verkehrsteilnehmende werden gebüsst.
Ausbesserung von Schlaglöchern auf der Albisstrasse, um die Fahrbahnsicherheit zu gewährleisten. Optische Verengung der Fahrbahn durch enger gesetzte Holzpfähle, um zu schnelles Fahren zu erschweren und die Durchfahrt weniger attraktiv zu machen.
Diese Massnahmen tragen dazu bei, einzelne Probleme zu entschärfen, können den zusätzlichen Ausweichverkehr jedoch nicht vollständig aufnehmen oder auflösen. Die Belastung bleibt deshalb auf verschiedenen Strassen in der Gemeinde spürbar.
Fahrverbot keine Option
Ein Fahrverbot kommt zum jetzigen Zeitpunkt nicht infrage. Eine solche Massnahme würde weitreichende zusätzliche Einschränkungen im Verkehrsnetz der Gemeinde nach sich ziehen und wäre nur mit deutlich umfassenderen Regelungen umsetzbar.
Zudem würde sie dem Grundsatz widersprechen, den Verkehr möglichst gleichmässig auf verschiedene Strassen in der Gemeinde zu verteilen. Deshalb ist jetzt vor allem eines gefragt: Solidarität.
Warum Solidarität der Schlüssel ist
Gemeinderat Jörg Weiss bringt es auf den Punkt: «Alle für Muri, Muri für alle. Jeder Dorfteil, jede Strasse muss einen Teil der Last tragen. Nur so vermeiden wir, dass einzelne Quartiere übermässig belastet werden, während andere unberührt bleiben.»
Daher hat der Gemeinderat beschlossen, das Fahrverbot an der Grindelstrasse aufzuheben. Diese Massnahme ist kein Rückschritt, sondern ein Schritt hin zu mehr Fairness: Wenn der Verkehr auf mehrere Strassen verteilt wird, entlastet das die am stärksten betroffenen Gebiete.
Worauf es jetzt ankommt
Die Gemeinde bittet alle Verkehrsteilnehmenden um Rücksichtnahme, insbesondere in Wohngebieten, und das Einhalten der signalisierten Tempolimiten. Geduld ist gefragt, denn die Bauarbeiten sind zeitlich begrenzt – gemeinsam lässt sich diese Phase besser meistern.
Bei konkreten Verkehrsproblemen, wie etwa Raserei oder falschem Parkieren, steht die Regionalpolizei Muri für Meldungen bereit. Die Situation wird kontinuierlich beobachtet, und bei Bedarf prüft die Gemeinde weitere Massnahmen.
Entscheidend bleibt: Die beste Lösung entsteht nicht durch Fahrverbote, sondern durch ein gemeinsames Verständnis, dass alle Teil der Lösung sind.










