Stadt Luzern

«Wenn Werte kippen»: Fachtagung thematisiert Radikalisierung

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Luzern,

An einer Fachtagung in Luzern befassten sich rund 180 Fachpersonen mit der Frage, wie sich extremistische Tendenzen bei Jugendlichen früh erkennen lassen.

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Jugendliche am Handy. (Symbolbild) - Keystone

Wie erkennt man frühzeitig, ob sich Jugendliche radikalisieren, und was kann man dagegen tun? Wie die Stadt Luzern mitteilt, beschäftigte sich mit dieser Frage die Fachtagung «Wenn Werte kippen – Handlungsperspektiven für die Kinder- und Jugendhilfe» der Stadt Luzern. Rund 180 Fachpersonen nahmen daran teil.

Radikalisierung, Extremismus und Diskriminierung werden zunehmend als gesellschaftliche Herausforderung wahrgenommen. Fachpersonen beobachten, dass entsprechende Entwicklungen schneller verlaufen und immer öfter jüngere Jugendliche betreffen.

Prof. Dr. Dirk Baier, Leiter des Instituts für Delinquenz und Kriminalprävention an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, beleuchtete in seinem Referat zentrale Erkenntnisse aus der Forschung. «Radikalisierung ist auch in der Schweiz ein zunehmendes Problem und ein komplexer Prozess, der von vielfältigen Faktoren beeinflusst wird», erklärte er.

Prävention beginnt im Alltag

Radikalisierungsprozesse entstehen häufig im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Spannungen, Ausgrenzungserfahrungen oder fehlender Teilhabe. Entscheidend ist deshalb, Entwicklungen früh zu erkennen und geeignete Unterstützungsangebote bereitzustellen.

Judith Bühler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der ZHAW, ergänzte die theoretischen Grundlagen mit praxisnahen Handlungsperspektiven. Die Stärkung von Schutzfaktoren, der Abbau von Risikofaktoren und die gesellschaftliche Integration leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Prävention.

Zu den Aufgaben der Kinder und Jugendhilfe gehören die Unterstützung von Jugendlichen in belastenden Lebenssituationen sowie die Zusammenarbeit mit Schulen, Familien und weiteren Institutionen.

«Frühzeitige Prävention ist nur möglich, wenn Fachpersonen im Alltag Anzeichen von Radikalisierung erkennen und gezielt intervenieren können. Dabei geht es nicht nur um akute Krisen, sondern auch um die Förderung von sozialen Kompetenzen und Resilienz», erklärte Christina Reusser, Bereichsleiterin der Kinder- und Jugendhilfe.

Austausch zwischen Praxis, Forschung und Verwaltung

Die halbtägige Fachtagung im Auditorium am Inseliquai in Luzern bot neben den Referaten auch ein Podiumsgespräch mit Fachpersonen aus Praxis und Forschung. Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Dirk Baier und Judith Bühler von der ZHAW, Serena Gut, Leiterin der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Winterthur, sowie Alex Ehliger, Schulsozialarbeiter der Stadt Luzern.

Sie sprachen über Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag und zeigten auf, welche Unterstützung Fachpersonen im Umgang mit radikalisierten Jugendlichen benötigen. «Die Fachtagung soll Fachpersonen darin stärken, Radikalisierung frühzeitig zu erkennen und im Berufsalltag sicher und wirksam darauf zu reagieren», führte Christina Reusser, Bereichsleiterin der Kinder- und Jugendhilfe weiter aus.

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