Richard Wagner Museum eröffnet Saison mit Sonderausstellung
Das Richard Wagner Museum in Luzern startet in die neue Saison mit Konzerten, Führungen und der Sonderausstellung «Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven».

Wie die Stadt Luzern mitteilt, eröffnet das Richard Wagner Museum am Mittwoch, 1. April 2026, die neue Saison. Besucher erwartet neben der Dauerausstellung erneut die Sonderausstellung «Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven», die aufgrund des grossen Publikumsinteresses verlängert wurde.
Ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm mit Konzerten, Führungen, Vorträgen und einem Jubiläumsschwerpunkt rund um das 150-jährige Jubiläum der Bayreuther Festspiele prägt das Museumsjahr 2026
Sonderausstellung verlängert
Richard Wagner zählt zu den prägendsten, aber auch kontroversesten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Ein zentraler Grund dafür ist sein Antisemitismus und dessen Wirkungsgeschichte.
Die Sonderausstellung «Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven» richtet den Blick auf jüdische Stimmen aus über 150 Jahren und fragt, wie Jüdinnen und Juden Wagners Werk rezipierten – damals wie heute.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit den Richard-Wagner-Stätten Graupa und beleuchtet ein vielschichtiges Spannungsfeld zwischen künstlerischer Faszination und historischer Belastung. Aufgrund der grossen Resonanz wird die Ausstellung bis Ende 2026 verlängert.
2026: Musik, Dialog und neue Facetten
Auch 2026 verbindet das Museum bewährte Formate mit neuen thematischen Akzenten. Die beliebten Salonkonzerte mit Studierenden und Alumni der Hochschule Luzern – Musik finden weiterhin jeweils freitags im Salon statt.
Regelmässige öffentliche Führungen geben Einblicke in Wagners Leben in Tribschen und sein musikalisches Vermächtnis. Ergänzend dazu vertiefen Vorträge, Gesprächsformate und Themenführungen aktuelle Fragestellungen rund um Werk, Wirkung und Zeitgeschichte.
Ein besonderer Programmpunkt ist der Vortrag «Shitstorm um Wagner», der die europaweite mediale Debatte nach der Veröffentlichung von Wagners antisemitischer Schrift «Das Judenthum in der Musik» beleuchtet.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Kinoabend «Bernstein on Wagner» mit einem selten gezeigten Filmdokument über Leonard Bernsteins ambivalentes Verhältnis zu Wagner.
Jubiläum: 150 Jahre Bayreuther Festspiele
Vor 150 Jahren wurden in Bayreuth erstmals die Festspiele auf dem «Grünen Hügel» durchgeführt. Auf dem Programm stand die vollständige Uraufführung von Wagners monumentalem Opernzyklus «Der Ring des Nibelungen», an dem der Komponist teilweise während seiner Zeit in Tribschen arbeitete.
In der Villa entwickelte Wagner nicht nur zentrale Teile seines künstlerischen Werks, sondern auch die grundlegenden Pläne für ein eigenes Festspielhaus – inklusive dem Entschluss, Bayreuth als Standort zu wählen.
Das Richard Wagner Museum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für einen eigenen Schwerpunkt: Ab Sommer lädt ein neuer Rundgang dazu ein, die Geschichte der Festspiele im historischen Wohnhaus eigenständig zu entdecken. Ergänzend finden Themenführungen sowie eine Buchvorstellung mit dem Musikwissenschaftler Prof. Dr. Laurenz Lütteken statt.






