Stadt Luzern

Pilotprojekt ÖV-Vergünstigungen soll verlängert werden

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Luzern,

Die Bildungs-, Kultur- und Sportkommission des Grossen Stadtrats plant, die ÖV-Vergünstigung für Kinder und Jugendliche der Stadt Luzern zu verlängern.

Ein Regionalzug am Hauptbahnhof in der Stadt Luzern.
Ein Regionalzug am Hauptbahnhof in der Stadt Luzern. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie die Stadt Luzern informiert, hat die Bildungs-, Kultur- und Sportkommission des Grossen Stadtrates an der Sitzung vom 22. Januar 2026 den Bericht und Antrag 53/2025: «Ausbau Ausbildungsplätze in der schulergänzenden Betreuung. Nachwuchsförderung Fachkräfte und Qualitätssicherung» und den B+A 54/2025: «ÖV-Vergünstigung für Kinder und Jugendliche der Stadt Luzern» beraten.

Bedarf an sozialpädagogischen Fachkräften steigt

Die Nachfrage nach schulergänzender Betreuung wächst kontinuierlich und damit einhergehend der Bedarf an sozialpädagogischen Fachkräften.

Um nachhaltig gut ausgebildete Fachpersonen für die Betreuung der Stadt Luzern zu gewinnen und zu halten, sind systematische Investitionen in die eigene Nachwuchsförderung sowie die zielgerichtete Weiterbildung des Betreuungspersonals unabdingbar.

Im B+A 53/2025: «Ausbau Ausbildungsplätze in der schulergänzenden Betreuung. Nachwuchsförderung Fachkräfte und Qualitätssicherung. Sonderkredit» werden Massnahmen dafür beschrieben und die entsprechende Finanzierung beantragt.

Die Massnahmen sollen die Erhöhung der Ausbildungsplätze EFZ von aktuell 21 auf 45 und Sozialpädagogik HF/FH von aktuell 4 auf 13 ermöglichen. Gleichzeitig soll in die Qualitätssicherung und Weiterbildung der Mitarbeitenden investiert werden. Für diese Massnahmen wird ein Sonderkredit von 12,76 Millionen Franken beantragt.

Kosten für vorgeschlagene Massnahmen teilweise kritisch beurteilt

Während der Bedarf nach zusätzlichen Ausbildungsplätzen und deren Nutzen in der Kommission unbestritten ist, so wurden die Kosten der dafür vorgeschlagenen Massnahmen teilweise kritisch beurteilt.

Eine Protokollbemerkung zur Prüfung von Massnahmen zur Förderung von Nachholbildungen zum Berufsabschluss nach Art. 32 BBV fand mit 7 zu 1 Stimme bei einer Enthaltung deutliche Zustimmung.

Eine Protokollbemerkung gegen die vorgesehene Erhöhung des Beitrags an die Studiengebühren für Studierende HF/FH wurde hingegen mit 3 zu 4 Stimmen bei zwei Enthaltungen knapp abgelehnt.

Die Kommission stimmt dem beantragten Sonderkredit deutlich mit 4 zu 1 Stimme zu, wobei es vier Enthaltungen gab.

ÖV-Vergünstigung für Kinder und Jugendliche der Stadt Luzern

An der gleichen Sitzung hat die Bildungs-, Kultur- und Sportkommission den B+A 54/2025: «ÖV-Vergünstigung für Kinder und Jugendliche der Stadt Luzern. Sonderkredit. Änderung Reglement für eine nachhaltige städtische Mobilität» behandelt.

Im Jahr 2020 hat das Kinderparlament Massnahmen zur Förderung der Eigenständigkeit von Kindern und Jugendlichen und zur Reduktion von Elterntaxis gefordert.

Mit dem B+A 19/2022 hat der Grosse Stadtrat eine dreijährige Pilotphase für ÖV-Gutscheine für Kinder und Jugendliche bewilligt. Die ÖV-Gutscheine sollen nicht nur die Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen fördern, sondern auch das Mobilitätsverhalten positiv beeinflussen.

Die Pilotphase wurde durch eine Wirkungsmessung der Hochschule Luzern begleitet.

Stadtrat schlägt Projektverlängerung vor

Während der Pilotphase erhalten alle Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 16 Jahren ÖV-Gutscheine im Wert von 300 Franken pro Jahr. Diese wurden in über 60 Prozent eingelöst.

Das Pilotprojekt wird aufgrund der gemachten Erfahrungen grundsätzlich als erfolgreich eingestuft. So wurden die mit dem ÖV zurückgelegten Strecken um 20 Prozent erhöht, zulasten von Elterntaxis, aber auch teilweise zulasten von zu Fuss und mit dem Velo zurückgelegten Strecken.

Inwiefern die formulierten Ziele mit diesen Massnahmen erreicht werden, konnte mit der bestehenden Datenlage noch nicht schlüssig beantwortet werden. Deshalb schlägt der Stadtrat mit dem B+A 54/2025 eine Verlängerung des Projektes um fünf Jahre vor und beantragt dafür einen Sonderkredit von 10,525 Millionen Franken.

Pilotprojekt grundsätzlich positiv beurteilt

In der Kommission wurde das bisherige Projekt mehrheitlich positiv beurteilt.

Bei der Diskussion der nicht erwünschten Verlagerung vom Fuss- und Veloverkehr auf den ÖV wurde von vielen Fraktionen darauf hingewiesen, dass dies vor allem auf die fehlende sichere Veloinfrastruktur zurückzuführen sei.

Anlass zur Diskussion gab auch die Frage, ob das Projekt weiter wissenschaftlich begleitet werden soll. Kritische Stimmen stellen in Frage, ob damit weitere Erkenntnisse über den Nutzen von ÖV-Gutscheinen gewonnen werden.

Kommission stimmt B+A 54/2025 einstimmig zu

In der Kommission wurde eine Protokollbemerkung eingereicht, welche fordert, dass jedes Kind auf einem sicheren Weg mit dem Velo zur Schule kann. Diese wurde mit 6 zu 2 Stimmen bei einer Enthaltung deutlich angenommen.

Ebenso wurde eine Protokollbemerkung mit 6 zu 2 Stimmen bei einer 1 Enthaltung deutlich angenommen, welche die Prüfung einer Erhöhung des Alters für den Erhalt der ÖV-Gutschein prüfen soll.

Der mit einer weiteren Protokollbemerkung verlangte Verzicht auf die weiterführende Wirkungsmessung wurde hingegen mit 1 zu 6 Stimmen bei zwei Enthaltungen deutlich abgelehnt.

Die Kommission hat dem B+A 54/2025 einstimmig zugestimmt. Die beiden Geschäfte werden voraussichtlich an der Sitzung des Grossen Stadtrates vom 5. März 2026 behandelt.

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