Stadt Luzern

Kanton Luzern: Fahrzeughalterdaten abgeflossen – Kantone warnen vor Betrug

Über den eAutoIndex wurden Mitte August Daten von Fahrzeughaltenden in Luzern, Aargau, Schaffhausen, Zug und der Waadt abgerufen. Nun warnen die Kantone.

Kanton Luzern
Kanton Luzern: Die Mitte des Untergeschosses des Hauptbahnhofs in der Stadt Luzern (Symbolbild) - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Über den eAutoIndex wurden Mitte August öffentlich zugängliche Daten von Fahrzeughaltenden der Kantone Aargau, Luzern, Schaffhausen, Waadt und Zug automatisiert abgerufen. Gesperrte oder anderweitig geschützte Daten von Halterinnen und Halter waren nicht betroffen. Aufgrund einer möglichen missbräuchlichen Verwendung der zusammengetragenen Daten rufen die fünf Kantone die Bevölkerung dennoch zu erhöhter Vorsicht auf.

Bei den abgerufenen Informationen handelt es sich ausschliesslich um Daten, die gemäss den gesetzlichen Bestimmungen öffentlich zugänglich sind. Dazu gehören nebst der Kontrollschildnummer der Name und die Adresse von Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughaltern, sofern diese ihre Daten nicht für die öffentliche Bekanntgabe haben sperren lassen.

Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte der Datenabruf über eine technische Schnittstelle. Dabei wurden bestehende Schutzmechanismen umgangen, welche die Anzahl Abfragen über den eAutoIndex beschränken. Die für den Betrieb zuständige Unternehmung hat zusätzliche technische Zugriffsbeschränkungen eingeführt und prüft weitere Schutzmassnahmen.

Erpressungsversuch und Risiko von Betrugsversuchen

Im Zusammenhang mit dem Datenabruf kam es gegenüber der Betreiberin des eAutoIndex und dem Kanton Waadt bereits zu Erpressungsversuchen. Die fünf betroffenen Kantone haben bereits oder werden noch Anzeige erstatten. Auf die Forderungen von Kriminellen wird prinzipiell nicht eingegangen. Die massenhafte Zusammenstellung der Daten von Halterinnen und Halter kann deren missbräuchliche Verwendung erleichtern. Denkbar sind beispielsweise täuschend echt wirkende Zahlungsaufforderungen zu angeblichen Bussen, Gebühren, Motorfahrzeugkontrollen oder ausländischen Mautgebühren.

Die Kantone empfehlen deshalb, unerwartete Schreiben, E-Mails oder SMS kritisch zu prüfen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn zur raschen Zahlung aufgefordert, persönliche oder finanzielle Angaben verlangt oder über Links zur Eingabe von Daten aufgefordert wird. Im Zweifelsfall sollte die zuständige Behörde über ihre offiziellen Kontaktmöglichkeiten kontaktiert werden.

Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter können die öffentliche Bekanntgabe ihrer Halterdaten zudem kostenlos über das Strassenverkehrsamt des Wohnkantons sperren lassen (AG, LU, SH, VD, ZG).

Allgemeine Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen im Internet sowie Hinweise zum Schutz vor Cyberkriminalität finden sich auf cybercrimepolice.ch.

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Kommentare

User #5927 (nicht angemeldet)

Kantone. wer ist Kanton ? Es sind doch eher die hysterischen Politiker oder Politgruppen die da so eine unnötige Geschichte machen. Ich bin dafür, dass gar keine Autonummern (wie beim Velo) mehr ausgegeben werden. So ist der Schutz vor Geheimnisverletzung schon gegeben. Nur die Stasi weiss dann wer, wo und was.

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