Die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche zeichnet 2022 Personen aus, die Opfer des sexuellen und geistlichen Machtmissbrauchs in der katholischen Kirche geworden sind. Mit dem Preis könne zwar nicht das Leid aufgewogen, aber ausgedrückt werden, dass die Opfer und nicht die Interessen der Institution im Zentrum stünden, teilte die Stiftung am Montag mit.
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Das Parlament der Reformierten Kirche Luzern tagt unter Corona-Massnahmen in der Lukaskirche. - Reformierte Kirche Luzern

Die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche zeichnet 2022 Personen aus, die Opfer des sexuellen und geistlichen Machtmissbrauchs in der katholischen Kirche geworden sind. Mit dem Preis könne zwar nicht das Leid aufgewogen, aber ausgedrückt werden, dass die Opfer und nicht die Interessen der Institution im Zentrum stünden, teilte die Stiftung am Montag mit.

Die Herbert Haag Stiftung vergibt am 13. März 2022 in der Lukaskirche Luzern vier Preise zu je 10'000 Franken. Einer der Preise geht an die beiden Schweizer Jacques Nuoffer und Albin Reichmuth. Nuoffer, der in seiner Jugend ein Missbrauchsopfer war, präsidiert die westschweizerische Opfervereinigung Sapec. Reichmuth wurde als Jugendlicher sechs Jahre lang von einem Pfarrer missbraucht, er gründete vor einigen Jahren die Deutschschweizer IG für Missbrauchsbetroffene im kirchlichen Umfeld.

Geehrt werden ferner Betroffene aus Deutschland und Österreich: ein Preis geht an Matthias Katsch, den Begründer der Initiative «Eckiger Tisch» in Offenburg sowie an die Sprecher des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz (Johanna Beck, Kai Christian Moritz und Johannes Norpoth), zwei weitere Preise gehen an die Theologin und Philosophin Doris Reisinger aus Frankfurt und an den Wiener Wolfgang Treitler.

Die Stiftung bezeichnet den sexuellen und geistlichen Missbrauch, der innerhalb der katholischen Kirche begangen wurde, als «Jahrtausend-Skandal». Mit dem Preis solle nicht nur ein kirchenpolitisches und theologisches Statement für die Missbrauchsopfer gesetzt werden. Die Auszeichnung sei auch ein Zeichen des Respekts und der Unterstützung. Es gehe um Gerechtigkeit für die Betroffenen und um Gerechtigkeit innerhalb der Kirche.

Die Stiftung für Freiheit in der Kirche wurde 1985 vom Theologen Herbert Haag gegründet. Sie steht im Dienste eines aufgeschlossenen und ökumenisch gesinnten katholischen Glaubens. Sie vergibt Preise an Personen und Institutionen, die sich durch freie Meinungsäusserung oder mutiges Handeln in der Christenheit exponiert haben.

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