Anfangs August wurde nach dreijähriger Bauphase der Tunnel Neuhof in Lenzburg eröffnet. Am 25. September findet die öffentliche Projektabschlussfeier statt.
Tunnel Neuhof Lenzburg Rauchenstein
Projektleiter Armin Rauchenstein im Gespräch über den neuen Tunnel Neuhof in Lenzburg. - z.V.g.

Nach rund drei Jahren wurde am 5. August der Tunnel Neuhof in Lenzburg für den Verkehr freigegeben. Der 362 Meter lange Tunnel ist das Herzstück des kantonalen Grossprojekts A1-Zubringer/Knoten Neuhof in Lenzburg.

Mit dem zweispurigen Tunnel wird die starke Verkehrsbeziehung zwischen dem A1-Anschluss und der K 123 in Richtung Bünztal unter dem Knoten Neuhof sichergestellt.

Nau hat mit Projektleiter Armin Rauchenstein auf die Zeit des Baus, die Eröffnung sowie das anstehende Tunnelfest gesprochen.

Tunnel Neuhof Lenzburg
Die Bauphase des Tunnels Neuhof in Lenzburg dauerte rund drei Jahre. - z.V.g.

Nau.ch: Wie war es für Sie, als der Tunnel nach dreijähriger Bauphase anfangs August für den Verkehr freigegeben wurde?

Armin Rauchenstein: Ich habe mich sehr über die Tunneleröffnung gefreut. Die Vorbereitung war etwas hektisch. Während der Eröffnungsfeier fiel dann die Anspannung ab. Letztlich hat mit der Inbetriebnahme des Tunnels alles wie geplant funktioniert.

Es macht mich stolz, wenn ich sehe, was wir als Projektteam geschaffen haben. Nach der rund zehnjährigen Planungs- und dreijährigen, intensiven Bauphase, ist die Inbetriebnahme des Tunnels Neuhof ein wichtiger Meilenstein für das Projekt und alle Beteiligten. Das Hauptelement des Projekts konnte nun dem Verkehr übergeben werden.

Tunnel Neuhof Lenzburg
Impression des Tunnelbaus. - z.V.g.

Die eigentliche Inbetriebnahme am Nachmittag war dann unspektakulär. Um ca. 15 Uhr wurde per Knopfdruck am Verkehrsleitsystem die Signalisation umgestellt. Die roten Ampeln an den Tunnelportalen sind erloschen. Einige Sekunden später rollten die ersten Fahrzeuge durch den Tunnel.

Das Projekt steht nun vor dem Abschluss. Bis Ende September werden die Restarbeiten abgeschlossen.

Tunnel Neuhof Lenzburg
Das Projekt lief sehr gut und mehrheitlich reibungslos ab. - z.V.g.

Nau.ch: Wie verliefen rückblickend die drei Jahre der Bauphase?

Armin Rauchenstein: Ich bin froh, dass das Projekt sehr gut und mehrheitlich reibungslos ablief. Die technischen Randbedingungen sowie die weichen Faktoren waren von Anfang an positiv. Weil die Zusammenarbeit unter anderem mit den Planern und den Unternehmern gut harmonierte, war es für mich im Vergleich zur Projektgrösse eine sehr angenehme und unkomplizierte Baustelle.

Tunnel Neuhof Lenzburg
«Die grossen Maschinen und die unterschiedlichen Bauverfahren waren interessant», sagt der Projektleiter. - z.V.g.

Zudem waren bei jedem Augenschein vor Ort die Fortschritte augenfällig. Mit einer gewissen Technik-Affinität waren natürlich die grossen Maschinen und die unterschiedlichen Bauverfahren interessant.

Nau.ch: Wo lagen die grössten Herausforderungen?

Armin Rauchenstein: Hauptherausforderung für mich als Projektleiter war die Koordination aller Beteiligten und derer Anliegen. Grossprojekte wie der A1-Zubringer Lenzburg sind hauptsächlich wegen der vielen Beteiligten und Schnittstellen komplex.

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«Aus technischer Sicht war der Tunnelbau unter den sehr beengten Platzverhältnissen zwischen dem BSL-Parkhaus und der Hero anspruchsvoll», sagt der Projektleiter. - z.V.g.

Aus technischer Sicht war der Tunnelbau unter den sehr beengten Platzverhältnissen zwischen dem BSL-Parkhaus und der Hero anspruchsvoll. Auch die hohen Verkehrsbelastungen konnten während der Bauzeit mehrheitlich gut bewältigt werden.

An dieser Stelle möchte ich dem Projektteam und allen Beteiligten für den Einsatz danken. Ohne sie wäre die Realisierung so nicht möglich. Fachwissen, Erfahrung, Ideen, Engagement, Kommunikation, Teamgeist und Manpower sowie letztlich ein paar Tropfen Herzblut sind die entscheidenden Faktoren für den Erfolg.

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Dank der umsichtigen Planung konnten wesentliche Einsparungen erzielt werden. - z.V.g.

Nau.ch: Gemäss Mitteilung vom August kostet das Grossprojekt deutlich weniger als der bewilligte Kredit.

Armin Rauchenstein: Das generelle Projekt, auf dem Kredit basiert, wurde in den weiteren Projektphasen stetig optimiert. Dank der umsichtigen Planung konnten wesentliche Einsparungen erzielt werden.

Beispielsweise wurde die Fundation des Tunnels aufgrund der guten Geologie vereinfacht und es konnte auf eine durchgehende Bodenplatte verzichtet werden. Der Baugrubenabschluss wurde als Unternehmervariante eine mit Spritzbeton ausgefachte Bohrpfahlwand anstelle einer Rühlwand ausgeführt.

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Am 25. September wird der Tunnel für den Verkehr noch einmal gesperrt und der Bevölkerung zu Fuss zugänglich gemacht. - z.V.g.

Wichtig war, dass die Hauptrisiken nicht eingetreten sind. Wir hatten dabei auch etwas Glück. So spielte beispielsweise das Wetter mit Ausnahme des Sommers 2021 sehr gut mit. Insbesondere für die Erdarbeiten und den Projektfortschritt war dies entscheidend.

Trotz Covid konnte der Baustellenbetrieb immer aufrecht gehalten werden. Die rundum sehr positiven Randbedingungen werden letztlich auch finanziell zu einem guten Ergebnis führen.

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Die Rückmeldungen waren laut Projektleiter Armin Rauchenstein bisher durchwegs positiv. - z.V.g.

Nau.ch: Haben Sie seit der Eröffnung des Tunnels schon Rückmeldungen erhalten?

Armin Rauchenstein: Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Generell habe ich trotz unvermeidbaren Einschränkungen und Behinderungen während der Bauzeit sehr wenige Reklamationen erhalten.

Nau.ch: Am 25. September soll der Tunnel nochmals einen Tag geschlossen werden. Dann plant das BVU nämlich ein Tunnelfest. Können Sie uns dazu schon mehr verraten?

Armin Rauchenstein: Die öffentliche Projektabschlussfeier ist die letzte Möglichkeit, den Tunnel zu Fuss und aus der Nähe zu erkunden. Im Betrieb wird hoffentlich niemand mehr zu Fuss im Tunnel unterwegs sein. Dies ist nur noch bei einer Panne, einem Unfall oder einem sonstigen aussergewöhnlichen Ereignis vorgesehen.

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Der neue Tunnel bietet eine attraktive Anbindung vom und ins Bünztal. - z.V.g.

Alle Interessierten sind am Samstag, 25. September 2021, von 10 bis 16 Uhr eingeladen, das fertiggestellte Projekt anzuschauen und zu erleben. Es wird einen Rundgang durch den Tunnel mit diversen Informationsposten geben.

Für die Verpflegung wird in der Mensa der Berufsschule gesorgt. Es gilt Covid-Zertifikatspflicht.

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