Lenzburg AG: 3,71 Millionen Franken für städtische Liegenschaften
Der Stadtrat von Lenzburg AG beantragt beim Einwohnerrat einen Verpflichtungskredit von 3,71 Millionen Franken.

Die Stadt Lenzburg verfügt über ein umfangreiches Immobilienportfolio mit insgesamt 119 Liegenschaften. Die Zustandsanalyse von 88 entwicklungsrelevanten Objekten zeigt, dass sich das Portfolio heute insgesamt noch in einem guten Zustand befindet. Ohne zusätzliche Investitionen würde sich dieser jedoch in den kommenden Jahren deutlich verschlechtern.
Gleichzeitig würden die Kosten für Unterhalt und Betrieb steigen. In den vergangenen Jahren erfolgte der Gebäudeunterhalt aufgrund begrenzter personeller Ressourcen teilweise reaktiv, wodurch sich bei verschiedenen Liegenschaften ein erheblicher Instandsetzungsbedarf aufgebaut hat.
Aufgestauten Unterhalt gezielt abbauen
Von den beantragten 3,71 Millionen Franken sind 2,275 Millionen Franken für aufgestaute Unterhaltsarbeiten vorgesehen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ersatz veralteter Schliessanlagen an den Schulstandorten sowie an der Poststrasse 5 und im Alten Gemeindesaal. Dafür sind insgesamt 800'000 Franken vorgesehen.
Die heutigen Anlagen sind technisch veraltet, Ersatzteile teilweise nicht mehr verfügbar und Ausfälle absehbar. Daneben stehen unter anderem Arbeiten an Heizungen, Fenstern, Liften, Fluchtwegen und weiteren technischen Anlagen an. Die priorisierten Unterhaltsprojekte sollen innerhalb der nächsten drei Jahre umgesetzt werden.
Damit will die Stadt weitere Schäden verhindern, Sicherheits- und Betriebsrisiken reduzieren und die Grundlage für eine vorausschauende Bewirtschaftung schaffen.
«Wir wollen weg vom Reagieren und hin zu einer vorausschauenden Bewirtschaftung unserer städtischen Liegenschaften, wie es die Immobilien Strategie von 2025 vorgibt. Wenn wir rechtzeitig in den Unterhalt investieren, erhalten wir Werte, reduzieren Risiken und verhindern, dass notwendige Massnahmen später deutlich teurer werden.», sagt Stadtpräsident Andreas Schmid.
Zentrale Immobilienprojekte vorbereiten
Weitere 1,435 Millionen Franken entfallen auf Planungsprojekte und internen Leistungen. Im Zentrum stehen zwei Verwaltungs- und zwei Schulliegenschaften: das Bezirksgebäude, das Rathaus, das Schulhaus Angelrain und die Schulanlage Lenzhard.
Der Stadtrat hat sich entschieden, langfristig folgende Standortstrategie für seine Verwaltung zu verfolgen. Die Zuordnung der Abteilungen kann sich im Rahmen der Detailplanung noch verändern.
Rathaus: Stadtrat, Einwohnerdienste & Stadtkanzlei, Führungsunterstützung [exkl. IT & Digitale Transformation], Zivilstandsamt Bezirksgebäude: Finanzen, Steuern, Stadtplanung & Hochbau, Immobilien, Verkehr & Tiefbau, IT & Digitale Transformation Malagagebäude: Regionalpolizei, Betreibungsamt Poststrasse 5: Soziale Dienste Werkhof im ABB-Areal: Forstdienste Lenzia, Werkhof, SWL, evtl. Feuerwehrmagazin und Zivilschutzorganisation
Das Hirzelhaus und das Försterhaus sollen für die Vermietung an Dritte freigegeben werden.
Ein wichtiges Schlüsselelement bei dieser Strategie ist, dass das Bezirksgebäude künftig für die eigene Verwaltung genutzt werden soll. Hier für soll zunächst das Untergeschoss für zusätzliche Arbeits- und Nutzflächen ertüchtigt werden. Anschliessend soll die Planung für die übrigen Geschosse bis zu einem Bauprojekt mit Kostenvoranschlag vorangetrieben werden.
Beim Rathaus werden die Grundlagen für eine umfassende Sanierung erarbeitet. Handlungsbedarf besteht insbesondere beim Dachstuhl und beim Turm, die sich gemäss Zustandsanalyse in einem statisch kritischen Zustand befinden. Für die Bauzeit muss zudem eine Übergangslösung für die Verwaltung zur Verfügung stehen, welche mit dem Bezirksgebäude abgedeckt werden kann.
Beim Schulhaus Angelrain haben sich über die Jahre mehrere Sanierungs- und Entwicklungsmassnahmen aufgestaut, die nun angegangen werden sollen. Dies reichen von Dach- und Fassadensanierung, über Lifteinbau bis Sonnenschutzerneuerung.
Für die Schulanlage Lenzhard soll ein Gesamtsanierungskonzept erarbeitet werden. Dabei werden neben dem Gebäudezustand auch künftige Nutzungsbedürfnisse sowie mögliche Verdichtungen, Umnutzungen oder ergänzende Neubauten untersucht. Dies ist ein wichtiges Element für die weitere Schulraumplanung.
Zusätzliche Ressourcen für die Umsetzung
Damit sowohl der ordentliche Gebäudeunterhalt als auch die anstehenden Projekte professionell und termingerecht umgesetzt werden können, beantragt der Stadtrat eine Aufstockung des Teams Bau innerhalb der Abteilung Immobilien um 140 Stellenprozente – von heute 220 auf insgesamt 380 Stellenprozente. Ohne diese zusätzlichen Ressourcen könnten der aufgestaute Unterhalt und die geplanten Projekte neben dem Tagesgeschäft nicht in der erforderlichen Zeit realisiert werden.











