Landquart lässt öffentliche Brunnen weiterlaufen
Trotz sommerlicher Hitze besteht in Landquart keine Wasserknappheit. Die Gemeinde erklärt, warum die Dorf- und Weidebrunnen offen bleiben.

Wie die Gemeinde Landquart mitteilt, fällt es an heissen Sommertagen besonders auf: Während vielerorts zum Wassersparen aufgerufen wird, plätschern in Landquart, Igis und Mastrils die öffentlichen Dorf und Weidebrunnen. Da stellt sich verständlicherweise die Frage: Warum werden die Brunnen nicht einfach abgestellt?
Die Antwort ist einfach: Weil Landquart aktuell keine Wasserknappheit hat.
Die Wasserversorgung der Gemeinde steht auf mehreren Beinen. Neben den Quellen aus Seewis stehen die Grundwasserpumpwerke Panxwiesen und Viertellöser zur Verfügung. Die Grundwasserströme sind ergiebig und werden laufend überwacht.
Zurzeit braucht Landquart deutlich weniger Wasser, als die vorhandenen Anlagen fördern könnten. Die Gemeinde ist nach heutigem Stand klar von einer Mangellage entfernt.
Brunnenverbrauch kaum relevant
Die Brunnen fallen mengenmässig kaum ins Gewicht. Ihr Verbrauch macht rund ein Prozent der aktuellen Wasserfördermenge aus. Eine Abschaltung der Brunnen würde die Versorgungslage deshalb nicht wesentlich verbessern.
Wichtig ist auch: Wasser, das nicht bezogen wird, kann nicht einfach beliebig für später gespeichert werden. Die Reservoirs dienen der laufenden Versorgungssicherheit.
Sie sind aber keine grossen Saisonspeicher, in denen Wasser über Wochen oder Monate für spätere Trockenperioden gesammelt werden kann. Nicht benötigtes Wasser bleibt im natürlichen Kreislauf oder fliesst in den Grundwasserströmen weiter.
Kostenfrage getrennt von Wassermangel
Darum trennt die Gemeinde zwei Fragen bewusst voneinander: Wasserknappheit ist das eine. Kosten und Betrieb der Brunnen sind das andere. Wenn es keine Mangellage gibt, ist eine Abschaltung der Brunnen keine Notmassnahme zur Sicherung der Trinkwasserversorgung. Sie wäre eine Kosten- und Betriebsfrage.
Auch bei den Kosten gilt: Entscheidend ist nicht die Jahreszeit, sondern die Laufzeit. Eine Minute Brunnenbetrieb kostet bei gleichem Durchfluss und gleichbleibenden Gebühren im Sommer grundsätzlich gleich viel wie im Frühling oder Herbst.
Eine kurzfristige Sommerabschaltung wäre deshalb keine besondere Sparmassnahme wegen Hitze, sondern Teil einer allgemeinen Prüfung des Brunnenbetriebs. Diese Prüfung soll zu einem späteren Zeitpunkt separat erfolgen.
Dorf- und Weidebrunnen im Fokus
Dabei werden Dorfbrunnen und Weidebrunnen differenziert betrachtet. Dorfbrunnen prägen das Ortsbild und bieten der Bevölkerung an heissen Tagen eine einfache Erfrischungsmöglichkeit.
Weidebrunnen erfüllen vor allem für Tiere eine wichtige Funktion; fast alle sind mit Schwimmern ausgestattet und füllen nur nach, wenn Wasser bezogen wird. Eine pauschale Betrachtung wäre deshalb nicht sachgerecht.
Für den Moment gilt: Die öffentlichen Brunnen bleiben in Betrieb. Die Wassersituation wird weiterhin laufend überwacht. Sollte sich die Lage wesentlich verändern, wird die Gemeinde neu beurteilen und die Bevölkerung informieren.
Trinkwasser bleibt trotzdem eine wertvolle Ressource. Ein bewusster und sorgsamer Umgang mit Wasser ist immer richtig – auch dann, wenn aktuell keine Wasserknappheit besteht.










