Erlenbach (ZH)

Neue Wärmeverbünde sollen den Weg zu Netto-Null ebnen

Gemeinde Erlenbach
Gemeinde Erlenbach

Goldküste,

Erlenbach setzt nach der kantonalen Genehmigung der Energieplanung auf den Ausbau von See- und Erdwärme, um fossile Brennstoffe schrittweise abzulösen.

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Die Schifflände in Erlenbach (ZH). - pszh.ch

Wie die Gemeinde Erlenbach berichtet, hat der Kanton Zürich die kommunale Energieplanung genehmigt. Damit verfügt die Gemeinde über ein wichtiges Planungsinstrument für die zukünftige Wärmeversorgung und die schrittweise Umsetzung ihrer Klimastrategie.

Mit der 2024 durch den Gemeinderat verabschiedeten Klimastrategie verfolgt die Gemeinde Erlenbach das Ziel, die direkten Treibhausgasemissionen auf dem Gemeindegebiet bis 2040 auf Netto-Null zu reduzieren. Ein zentraler Hebel dafür ist die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien.

Heute werden gemäss dem Gebäude- und Wohnungsregister des Bundes noch rund 63 Prozent der Gebäude in Erlenbach mit Öl oder Gas beheizt. Diese Heizsysteme sollen in den kommenden Jahren schrittweise durch erneuerbare Lösungen ersetzt werden.

Energieplanung zeigt Potenziale auf

Die kommunale Energieplanung zeigt auf, welche erneuerbaren Wärmequellen sich in den verschiedenen Gebieten der Gemeinde am besten eignen und wo gemeinsame Lösungen wie Wärmeverbünde wirtschaftlich und technisch sinnvoll umgesetzt werden können. Im Fokus stehen dabei drei Gebiete: das Zentrum zwischen Bahnhof und Erlibacherhof, der Schulcampus «Hitzberg/Allmendli» und das Gebiet «Im Bindschädler».

Für das Gebiet zwischen Bahnhof und Erlibacherhof wurde die Machbarkeit eines Wärmeverbunds mit Seewärme bereits durch die Werke am Zürichsee in Zusammenarbeit mit der Gemeinde untersucht und grundsätzlich als realisierbar beurteilt.

Ob der Wärmeverbund umgesetzt wird, hängt nun insbesondere von der Realisierung der Pump- und Wärmezentrale im Erlibacherhof sowie vom Interesse der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer an einem Anschluss ab.

Erdwärme bietet grosses Potenzial

Für die Gebiete «Hitzberg/Allmendli» und «Im Bindschädler» hat die Gemeinde nun zwei weitere Machbarkeitsstudien in Auftrag geben, um das Potenzial einer gemeinsamen Wärmeversorgung vertieft zu prüfen.

Im Norden von Erlenbach besteht zudem bereits ein Wärmeverbund, der mit Abwärme der Kläranlage Küsnacht-Erlenbach-Zumikon betrieben wird. Dort können weitere Gebäude an das bestehende Netz angeschlossen werden.

Im übrigen Siedlungsgebiet zeigt die Energieplanung, dass grundsätzlich die Möglichkeit für Erdsondenbohrungen und damit für die Nutzung von Erdwärme durch private und öffentliche Liegenschaften besteht. Ein grosser Vorteil von Erdsondenbohrungen besteht zudem darin, dass diese Anlagen im Sommer auch zur Kühlung eingesetzt werden können.

Gasversorgung wird schrittweise reduziert

Parallel dazu plant der Gasversorger Energie360°, die Gasversorgung langfristig schrittweise zurückzubauen. Die Stilllegung einzelner Versorgungsgebiete soll den betroffenen Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümern jeweils rund 20 Jahre im Voraus angekündigt werden.

Ab 2040 soll den verbleibenden Kundinnen und Kunden ausschliesslich erneuerbares Gas, insbesondere Biogas, geliefert werden.

Die kommunale Energieplanung ist ein behördenverbindliches Planungsinstrument und schafft für die Gemeinde eine wichtige Grundlage für zukünftige raumplanerische und energiepolitische Entscheide. Für Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer dient sie in erster Linie als Orientierungs- und Planungsinstrument bei anstehenden Heizungsersatzprojekten.

Orientierung für künftige Investitionen

Der Ressortvorstand Tiefbau und Umwelt Manuel Bauer hält fest: «Mit der Genehmigung der kommunalen Energieplanung schaffen wir eine wichtige Grundlage für die zukünftige Wärmeversorgung in Erlenbach. Die Energieplanung zeigt auf, wo gemeinsame Lösungen sinnvoll sind, stärkt den Einsatz einheimischer erneuerbarer Energien und gibt Eigentümerinnen und Eigentümern eine wertvolle Orientierung für künftige Investitionsentscheide.»

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