Wie die Gemeinde Kriens mitteilt, unterstützt sie den Asyl-Appell «Evakuieren jetzt» für die Menschen im Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos.
Flüchtlingscamp
Flüchtlingscamp - keystone

Auf der griechischen Insel Lesbos spielt sich eines der grössten humanitären Dramen der Neuzeit ab. Die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 führte zu einer Überbelegung der Flüchtlingslager. Mehrere zehntausende Geflüchtete aus Kriegs- und Konfliktgebieten sind dort seither gestrandet.

Ein Brand im September 2020 zerstörte das Flüchtlingslager Moria, die überlebenden Flüchtlinge wurden in einem provisorisch errichteten anderen Flüchtlingslager auf Lesbos untergebracht.

Die ohnehin schon schlimmen Verhältnisse haben sich nach diesem Brand nochmals verschärft. 12'000 Migrantinnen und Migranten verloren durch den Brand alles und harren nun im Lager Kara Tepe ihres Schicksals.

Kriens unterstützt den Appell «Evakuieren jetzt»

Die Flüchtlinge, mehrheitlich Frauen und Kinder, haben keine sicheren Unterkünfte. Die meisten leben in kleinen Zelten und selbstgebauten Hütten – unter hygienisch bedenklichen Umständen.

Der Appell «Evakuieren jetzt» richtet sich an die internationale Staatengemeinschaft und fordert das provisorische Flüchtlingslager per sofort aufzuheben und Flüchtlinge vereinfacht in mehreren Ländern aufzunehmen.

Die Stadt Kriens unterstützt diesen Appell an die Schweizer Behörden. Sie knüpft damit an die humanitäre Tradition von Kriens.

Kriens ist eine der wichtigsten Institutionen zur Flüchtlingsbetreuung

Mit dem Durchgangszentrum für Unbegleitete Minderjährige ist Kriens seit Jahren Standortgemeinde für eine wichtige Institution der Flüchtlingsbetreuung im Kanton Luzern und leistet auch auf anderen Ebenen bereits heute einen wertvollen Beitrag zur Linderung von Notsituationen von Flüchtlingen und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Mit der Unterstützung des Appells «Evakuieren jetzt» will Kriens ein weiteres humanitäres Zeichen setzen, um die Not der Menschen in der Ägäis zu lindern.

Der Aufruf wird von vielen Gemeinden und Organisationen unterstützt

Unterstützt wird der von Amnesty international und der Migrationscharta initiierte Appell von den Landeskirchen, über 130 Organisationen, zahlreichen Städten und Gemeinden sowie über 50'000 Privatpersonen aus der Schweiz.

Viele Städte und Gemeinden haben sich zudem bereit erklärt, Menschen aus den Flüchtlingslagern auf Lesbos bei sich aufzunehmen. Im März 2021 ist bei der Stadtkanzlei die Petition für ein Engagement der Stadt Kriens zur Aufnahme von Geflüchteten aus den Lagern auf den griechischen Inseln eingegangen.

Bereits im Januar 2021 hatte der Stadtrat beschlossen, sich dem Appell «Evakuieren jetzt» anzuschliessen und den Bund aufgefordert, mit den Städten und Gemeinden den Dialog zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria aufzunehmen. Somit ist das Anliegen der Petitionäre erfüllt.

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