Wie die Gemeinde Kriens berichtet, gibt es eine klare Liste von Prioritäten für die Schneeräumung.
Kleinfeld Kriens.
Kleinfeld Kriens. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wenn in Kriens Schnee fällt, freuen sich darüber viele Menschen. Die «weisse Pracht» übt eine ganz besondere Faszination aus. Das Team des Werkunterhalts der Stadt Kriens ist in diesen Situationen besonders gefordert.

Denn der Winterdienst – das Beseitigen des gefallenen Schnees auf Strassen, Plätzen, Wegen und Treppen gehört zu den kaum planbaren, trotzdem aber wichtigen Aufgaben. Unterstützt wird der Werkunterhalt dabei von den Schneeräumungsequipen des Kantons, die auf Kantons- und Nationalstrassen den Winterhalt sicherstellen.

Weil Wintereinbrüche nicht selten in den kälteren Nachtstunden erfolgen, kennt das Team des Werkunterhalts der Stadt Kriens den Pikettdienst. Neben dem Studium der Wetterprognosen gehört da auch eine regelmässige Beobachtung der Wetterentwicklung vor Ort dazu.

Höhen zwischen 400 und 800 Meter

Fällt viel Schnee, werden die Mitarbeitenden mitten in der Nacht aufgeboten, damit zumindest auf den wichtigsten Verbindungswegen in Kriens ein Grossteil des Schnees weggeräumt ist, wenn in den frühen Morgenstunden der Pendlerverkehr einsetzt.

Besonders herausfordernd ist in Kriens dabei, dass die Teams des Winterdienstes auf Höhen zwischen 400 und 800 Metern (im Holderchäppeli mit der Postautolinie) unterwegs sind.

Die Schneeräumung erfolgt in jedem Fall nach einer klar festgelegten Prioritätenliste: Gemeindestrassen und Busstrecken sowie Bushaltestellen werden zuerst geräumt, weil bei Schneefall dort auch der Andrang am grössten ist und der öffentliche Verkehr gewährleistet werden muss.

Sind diese geräumt, werden weitere Strassen und dann Wege in festgelegter Reihenfolge und Priorität vom Schnee befreit. Treppen (und davon gibt es in Kriens einige) kommen später dran.

Denn sie sind nur in Handarbeit von Schnee zu befreien und deshalb sehr personalintensiv. Aus diesem Grund weist die Stadt an diesen Stellen mit Hinweistafeln auf den verzögerten Winterdienst hin.

Festgelegte Arbeitsschritte

Festgelegt sind auch die Arbeitsschritte im Winterdienst. In einer ersten Phase wird der Schnee zuerst einmal an möglichst vielen Orten zur Seite geschafft, um ein rutschfreies Vorwärtskommen sicherzustellen. Erst in einer zweiten Phase – bei anhaltendem Schneefall auch erst in den nachfolgenden Tagen – wird der Schnee dann ganz aus dem Weg geräumt.

In Kriens liegen viele Strassen am Hang und in höheren Lagen, wo noch mehr Schnee anfällt als in der Ebene. Je nach (Wetter-)Situation kann es auch sein, dass zur Seite geräumter Schnee noch auf Velostreifen und den Übergängen zu den Velowegen einige Stunden liegenbleibt.

«Das ist keine Geringschätzung der Zweiradfahrenden,» hält Hans Fankhauser, Leiter des Werkunterhalt-Teams der Stadt Kriens fest. «Es gilt, bei der Schneeräumung einen Kompromiss zu finden zwischen Strassen und Trottoirs, die in den allermeisten Fällen direkt nebeneinander liegen. Stossen wir den ganzen Schnee von der Strasse weg und machen auch die Velostreifen frei, werden Trottoirs unpassierbar.»

Keine Patentlösung

Die Patentlösung hat da auch der Werkunterhalt nicht. «Bei Schneefall sind wir mit allem, was wir an Personal und Fahrzeugen haben, unterwegs. Und wir versuchen, möglichst schnell für möglichst alle wieder normale Verhältnisse zu schaffen.» Nur sei das nicht immer überall sofort möglich: «Ich kann nur um Geduld, Verständnis und gegenseitige Rücksicht bitten.»

Das gilt übrigens auch dann, wenn nicht der Schnee, sondern tiefe Temperaturen für Probleme sorgen. Glatteis und gefrorenes Schmelzwasser sind zwar weniger gut sichtbar – bergen aber das gleiche Gefahrenpotenzial, weshalb der Winterdienst auch dann sofort ausrückt.

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