Wie die Gemeinde Horw berichtet, ist das Projekt zur Bekämpfung von Neophyten auf Schulhausarealen nach zwei Jahren erfolgreich beendet.
Sie pflanzen zwei schwarze Holunder ein (von links): Die Junggärtner namens Leandro, Raphael, Joshua, Finn und Theo. - Gemeinde Horw

Schulklassen, Hauswarte und der Werkdienst haben während zwei Jahren ihren Beitrag dazu geleistet: Nun ist das Projekt zur Bekämpfung von Neophyten auf Schulhausarealen erfolgreich beendet.

Man würde denken, im geheizten Schulzimmer wäre es jetzt angenehmer. Doch die Schulkinder der 4. Klasse von Daniela Tschopp im Schulhaus Allmend sind bei kaum zehn Grad draussen am Werk: Sie schneiden mit Garten- und Astscheren sowie Handsägen Weiden und Sträucher zurück.

Nach und nach füllen sie Grüngut-Container. An einem anderen Schauplatz mühen sich einige Buben damit ab, mit Spaten und Schaufeln zwei Löcher in den steinigen Boden zu schlagen – eine Knochenarbeit.

Ökologische Inseln aufgewertet

Die Kinder der 4. Klasse helfen mit beim Projekt «Einheimische Pflanzen und Stauden auf dem Schulareal». Damit unterstützt die Albert Koechlin Stiftung eine Neubepflanzung rund um Schulhäuser in der Innerschweiz. Auch die Gemeinde Horw hat mitgemacht.

Mit dem Einsatz beim Schulhaus Allmend enden nun Arbeiten, die 2019 begonnen haben. Schulkinder, Hauswarte und Werkdienst-Angestellte haben hier und rund um die Schulhäuser Spitz, Hofmatt, Kastanienbaum und das umgenutzte Schulhaus Biregg invasive eingeschleppte Sträucher entfernt und durch einheimische ersetzt.

Die Albert Koechlin Stiftung sieht in den Schulhausarealen wichtige ökologische Inseln im Siedlungsgebiet. Deren Gestaltung beruhe jedoch oft auf Konzepten aus den 1960er- oder 1970er-Jahren, heisst es in der Dokumentation zum Projekt.

Bei der Suche nach pflegeleichten und immergrünen Pflanzen fiel die Wahl damals oft auf Kirschlorbeer oder Sommerflieder, die heute als Problempflanzen gelten. Ersatzpflanzungen unterstützt die Stiftung finanziell und mit Fachwissen.

Unterricht und Tatkraft kombiniert

Schon im Unterricht waren die invasiven Neophyten ein Thema, also jene fremden Pflanzen, die einheimische verdrängen, so etwa der als Zier- und Heckenstrauch weit verbreitete Kirschlorbeer.

Dieses Vorwissen habe sich auf die Motivation für die Arbeitseinsätze ausgewirkt, sagt der Förster Wendel Zemp, der das Projekt in Horw begleitet hat. Er habe engagierte Kinder erlebt, die tatkräftig selber Hand angelegt hätten und den fremdländischen Pflanzen mit der Handsäge entgegengetreten seien.

Bei hartnäckigen Wurzelstöcken musste anderes Werkzeug her: Mit einem Handseilzug konnten zwei Kinder eine Zugkraft von über einer Tonne entwickeln.

Ein eigenhändig gesägter Haufen Kirschlorbeer

«Wichtig scheint mir auch, dass die Kinder Gelegenheit hatten zu erfahren, wie man eine Säge oder eine Schaufel in die Hand nimmt und was arbeiten heisst. Wenn ein eigenhändig gesägter Haufen Kirschlorbeer vor ihnen lag, waren sie stolz.»

Nun ist es so weit beim Schulhaus Allmend: Die Buben haben die beiden Pflanzlöcher ausgehoben. Jetzt werden Kübel mit Erde herbeigeschleppt, und schliesslich erhalten hier zwei schwarze Holunder ihren neuen Lebensraum.

Sorgfältig leeren die Buben die Erde rund um die Wurzelwerke in die beiden Löcher. Manch einer von ihnen, so hofft Förster Wendel Zemp, wird zuhause erzählen von diesem Arbeitstag – und davon, was er nun über invasive Neophyten weiss.

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