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    Diessenhofen TG: EFAS – Grösste Umwälzung seit Einführung des KVG

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    Bodensee,

    Am 5. Thurgauer Gesundheitsgipfel in Diessenhofen TG diskutierten Fachleute über die einheitliche Finanzierung EFAS. Ab 2028 wird sie schrittweise eingeführt.

    Diessenhofen TG
    Konzentrierte Teilnehmer am 5. Thurgauer Gesundheitsgipfel. - zVg

    Am 5. Thurgauer Gesundheitsgipfel in Diessenhofen diskutierten Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitswesens über die Chancen und Risiken der einheitlichen Finanzierung der Gesundheitsleistungen. Klar wurde: Die Reform eröffnet Möglichkeiten, stellt die Akteure aber auch vor Herausforderungen. Nach wie vor sind Fragen offen.

    Die einheitliche Finanzierung der Gesundheitsleistungen (EFAS) wird das Schweizer Gesundheitswesen grundlegend verändern. Ab 2028 wird die neue Finanzierungsordnung schrittweise eingeführt. Welche Folgen sich daraus für die verschiedenen Akteure ergeben, ist allerdings noch nicht in allen Bereichen absehbar.

    Dr. Daniel Liedtke, Präsident des Verwaltungsrats der Helsana-Gruppe und ehemaliger CEO der Hirslanden-Gruppe, ordnete die Tragweite der Reform ein. EFAS sei ein komplexes Vorhaben, dessen Umsetzung erst am Anfang stehe. Die neue Finanzierungsordnung werde das Gesundheitswesen nachhaltig prägen.

    Nun gelte es, die damit verbundenen Chancen zu erkennen und die Umsetzung aktiv mitzugestalten.

    Auch für den Kanton eine grosse Herausforderung

    Den Blick auf die kantonale Perspektive richtete Regierungsrat Urs Martin, Chef des Departements für Finanzen und Soziales. Er bezeichnete EFAS als die «grösste Umwälzung im Gesundheitswesen seit Einführung des Krankenversicherungsgesetzes». Für den Kanton Thurgau werde die neue Finanzierungsordnung auch finanzielle Konsequenzen haben: Der Kanton müsse mit höheren Kosten rechnen.

    Damit wird deutlich, dass EFAS nicht nur die Finanzierungsmechanismen verändert, sondern auch die öffentliche Hand vor neue Herausforderungen stellt.

    Diessenhofen TG
    Regierungsrat Urs Martin bei seinen Ausführungen. - zVg

    Chancen und Risiken im Austausch

    Im zweiten Teil des Gesundheitsgipfels waren die Teilnehmenden gefragt. In gemischten Diskussionsgruppen tauschten sie sich darüber aus, welche Chancen und Risiken EFAS für ihre Organisationen und das Thurgauer Gesundheitswesen mit sich bringt. Als mögliche Chancen wurden eine stärkere Gewichtung der Gesundheitsförderung, kostendämpfende Tarife und eine einheitliche Sprache zwischen den verschiedenen Akteuren genannt.

    Eine gemeinsame Grundlage könnte dazu beitragen, das Verständnis füreinander zu verbessern und die Zusammenarbeit zu erleichtern. Gleichzeitig kamen wichtige Herausforderungen zur Sprache. Besonders beschäftigt die Fachpersonen die künftige Finanzierung und Qualität der Ausbildung, die teilweise noch unzureichende Datenlage sowie der anhaltende Personalmangel.

    Diese Punkte zeigen, dass die Auswirkungen von EFAS weit über die reine Finanzierung hinausreichen. Entscheidend wird auch sein, wie die Qualität der Gesundheitsversorgung langfristig gesichert werden kann und ob genügend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht.

    Den Wandel gemeinsam angehen

    Der 5. Thurgauer Gesundheitsgipfel machte deutlich, dass die Einführung von EFAS eine intensive Auseinandersetzung aller Beteiligten erfordert. Die Reform bietet Chancen, bringt aber auch Unsicherheiten. Viele Fragen werden sich erst im Verlauf der schrittweisen Umsetzung beantworten lassen.

    Der Gesundheitsgipfel bot den Vertreterinnen und Vertretern des Thurgauer Gesundheitswesens eine Plattform, um unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen, Herausforderungen zu benennen und sich frühzeitig mit den anstehenden Veränderungen auseinanderzusetzen. Denn eines zeigte der Vormittag deutlich: Die Zukunft der Gesundheitsversorgung lässt sich nur gemeinsam gestalten.

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