Das Startup TomoDomo nutzt die Krise, um eine Alternative zu den oft einsamen Einzelwohnungen zu schaffen.
TomoDomo
Das Team TomoDomo: (v.l.n.r.): Jennifer Krass, Nicole Heim, Milan Schnabel, Johannes Peter, Sandro Kummer, Corinne Jolliet - TomoDomo

In rund 45% der Haushalte in der Stadt Zürich lebt nur eine Person. Das sind insgesamt 89’0001 Menschen, die sich die eignen vier Wände mit sich selbst teilen. Alleine Essen, alleine Einkaufen und wegen Corona nun auch alleine Arbeiten. Kann das auf Dauer gut gehen? Die Zahlen sprechen dagegen, rund 38% der Schweizer beklagen sich über Einsamkeit2, in Zeiten von Corona dürften die Zahlen noch weitaus höher sein.

Der Mensch braucht Gemeinschaft, doch gerade in späteren Phasen des Lebens wird es immer schwieriger soziale Kontakte zu pflegen.

Die klassische WG kommt da nicht mehr in Frage. Ab 30 hat man immer weniger Freunde, die gerade bereit sind, eine neue WG zu gründen und mit Fremden das Bad zu teilen, ist dann eher nicht mehr so toll. Genau um dieses Problem zu lösen hat Jungunternehmer Johannes Peter seine Firma TomoDomo Coliving gestartet.

Für das erste Projekt hat er bereits im September 2020 das Hotel FlyAway in Kloten zu einer grossen Hausgemeinschaft umgebaut. Heute leben 40 Personen in dem umgebauten Hotel, komplett mit zwei eigenen Grossküchen, Wohnzimmern und Terrassen.

Aussenansicht
Aussenansicht. - TomoDomo

Die Bewohner haben sich bei einem initialen Workshop untereinander kennengelernt und es wurde eine Vision für die Gemeinschaft erarbeitet. Freundschaften und auch Kollaborationen sind aus den Bekanntschaften entstanden. Es wurde ein Verein gegründet und die Mitgliedsbeiträge finanzieren gemeinsame Ausgaben für Aktivitäten, Putzmittel und Lebensmittel.

Die Bewohner schätzen das Zusammenleben, gerade in Zeiten von Corona wo man ausserhalb des eigenen Haushaltes nur noch wenig Kontakte haben darf.

Das Angebot kommt an, im März waren alle 38 Zimmer ausgebucht. Nun eröffnet das Startup am 31. März 2021 sein zweites Gebäude, unter dem Namen «Domo Tenna» in Kloten, Zürich.

Der Name ist eine Hommage an das kleine Bündner Bergdorf Tenna. «Die Leben in einer Community gleicht dem Leben in einem Bergdorf. Man kennt sich und hilft einander aus» so Johannes Peter.

Wohnraum in Verbindung mit Gemeinschaft

Für das neue Projekt werden zwei Stockwerke des Hotel Allegra zu 62 Coliving Zimmern mit vier Grossküchen und Lounges umgebaut. Zudem entsteht eine grosse Coworking Lounge mit Arbeitsplätzen, Bar und Spielbereich.

Die Umnutzungen sind mittel- bis langfristig ausgelegt, nicht nur wenige Monate wie bei anderen Hotelzwischennutzungen. Geplant sind gemeinsame Abendessen und Aktivitäten, die von den Bewohnern selbst initiiert und organisiert werden, dies immer den Corona Massnahmen entsprechend.

Gemeinschaftsküche
Gemeinschaftsküche im Domo Vuelo. - TomoDomo

Dazu Gründer Johannes Peter: «Mit TomoDomo möchte ich Wohnraum für Verbindung und Gemeinschaft schaffen. Unsere Gebäude sollen eine Plattform sein, wo Menschen Verbindungen knüpfen, aber auch ihre Privatsphäre geniessen können.»

So entstand die Idee

Die Idee zu TomoDomo entstand aus einem eigenen Bedürfnis nach Wohnraum für gemeinschaftliches Wohnen. Nach vielen Jahren in grossen WGs und Hausgemeinschaften möchte Johannes Peter diese Wohnform einem breiten Publikum zugänglich machen. Er lebt selbst zusammen mit Frau und neuerdings Kind in einer grossen Hausgemeinschaft in Wollishofen.

Dazu plant Johannes Peter in den nächsten Monaten zwei weitere Gebäude inmitten der Stadt Zürich zu eröffnen.

Ein Bewerbungsformular ist auf der Website tomodomo.ch zu finden.

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