Wie die Gemeinde Kirchberg berichtet, wird der Retentionsweiher im Ifang zurückgebaut. Als Ersatz soll ein neues Laichgewässer im Vorderloch geschaffen werden.
Paschamässig: Eine Erdkrötenmännchen (Bufo bufo) lässt sich auf dem Rücken des Weibchens ins Laichgewässer tragen, hier bei Fläsch GR. (Archivbild)
Paschamässig: Eine Erdkrötenmännchen (Bufo bufo) lässt sich auf dem Rücken des Weibchens ins Laichgewässer tragen, hier bei Fläsch GR. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ARNO BALZARINI
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Für das Überbauungsgebiet Eichbüel in Bazenheid wurde ein Retentionsweiher erstellt. Die Anlage umfasst einen dauerhaften Weiher mit einer Wasserfläche von circa 500 Quadratmetern sowie Ufergehölz. Der Retentionsweiher wurde rasch von verschiedenen Amphibien besiedelt. Die meisten Tiere wandern von Süden aus dem Tobel des Hörachbaches zum Weiher.

Ein Teil wandert auch aus den umliegenden Wohnquartieren heran. Die Tiere müssen dabei mehrere Strassen überqueren, was dazu führt, dass jeweils eine Vielzahl an Tieren überfahren wird. Dank der Einsätze von Freiwilligen konnten die Tiere teilweise eingesammelt und zum Weiher getragen werden.

Auf einer Teilstrecke wurde auch ein Fangzaun aufgestellt. Diese Massnahmen bieten jedoch keine dauerhafte Lösung für den Schutz der Amphibien.

Abklärungen unter Beizug eines Amphibienfachmannes

Der Retentionsweiher ist umschlossen von Siedlungen und Strassen. Er hat vorwiegend als Retention zu dienen. Für Amphibien bietet der Standort im Wohngebiet und aufgrund der fehlenden Landlebensräume in der Umgebung keine günstigen Bedingungen.

Abklärungen zum Bau von Amphibienleitwerken haben ergeben, dass damit keine befriedigende Lösung erreicht werden kann. Solche Bauwerke würden zu sehr hohen Kosten führen und dennoch würden die Tierverluste im Weiher und in der Umgebung hoch bleiben.

Für die Abklärungen wurde Dr. Jonas Branandun von der Ökonzept GmbH aus St. Gallen beigezogen. Dr. Jonas Barandun ist ein ausgewiesener Amphibienfachmann, der auch Regionalvertreter der Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz (karch) ist.

Ersatzstandort am Hörachbach in Bazenheid

Weil keine befriedigende Lösung für den Retentionsweiher Ifang gefunden wurde, trat die Schaffung eines Ersatzgewässers in den Vordergrund. Ein Ersatzgewässer sollte möglichst direkt an günstige Landlebensräume angrenzen und abseits von Strassen liegen.

Zudem ist ein Ersatzgewässer dauerhaft als Amphibienlaichgewässer zu sichern und zu unterhalten. Die Ökokommission hat einen geeigneten Ersatzstandort im Vorderloch in Bazenheid, nahe dem Hörachbach, gefunden.

Der Standort ist hervorragend an Landlebensräume der Amphibien angebunden. Der Standort bietet sich für die Entwicklung einer grossen Amphibienpopulation, insbesondere für Grasfrösche und Bergmolche, an.

Projekt wurde in Auftrag gegeben

Die Projektierung sowohl des neuen Ersatzgewässers im Vorderloch als auch der Anpassungen am bestehenden Retentionsweiher wurden an die Geoinfo Ingenieure AG in Wil vergeben. Am bestehenden Retentionsweiher sind ebenfalls bauliche Massnahmen erforderlich.

Der heutige Weiher soll zu einem Retentionsbecken ohne permanenten Wasserstand umgebaut werden. Das Bauprojekt soll diesen Sommer erstellt und im Herbst öffentlich aufgelegt werden, damit die Bauausführung vor der Laichung im 2023 erfolgen kann.

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