Ronny Rüefli übernimmt die Schulleitung im Lindental
Ronny Rüefli leitet neu die Gesamtschule Lindental in der Gemeinde Vechigen. Als Rückkehrer setzt er auf mehr Projektarbeit, Teamgeist und gelebte Traditionen.

Zwischen Wiesen, Bäumen und ein paar einzelnen Häusern steht die Gesamtschule Lindental – ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche aller Altersstufen gemeinsam lernen, spielen und wachsen, berichtet die Gemeinde Vechigen.
Im Klassenzimmer steht seit diesem Schuljahr wieder ein vertrautes Gesicht: Ronny Rüefli. Der Lehrer aus Boll hat nicht nur wieder die Funktion als Lehrer übernommen, sondern auch die Schulleitung.
Bereits während sieben Jahren unterrichtete Ronny Rüefli im Lindental. Danach zog es ihn für drei Jahre nach Bern. Nun ist er zurück – aus Überzeugung, hier etwas bewegen und bewirken zu können. «Die Zeit in Bern war für mich eine Art Weiterbildung», sagt er. Trotzdem sei ihm die Gesamtschule Lindental immer am Herzen geblieben.
Zurück an vertrauter Wirkungsstätte
Auf die freie Stelle aufmerksam wurde er im letzten Dezember am Quartalsabend, welchen er als Vater besuchte, denn zwei von seinen drei Söhnen besuchen selbst die Gesamtschule. Lange überlegen, neuer Schulleiter zu werden, musste er nicht.
Ronny Rüefli beschreibt man am besten als einen Menschen, der anpackt und voller Enthusiasmus steckt. Er übernimmt Verantwortung, bringt Ideen ein und setzt diese auch gleich um. Diese Energie spüren auch die Schülerinnen und Schüler in seinem Unterricht.
Gemeinsam mit Nadja Kramer, Hannes Mathys und Jacqueline Bauersfeld bildet er ein wertschätzendes, dynamisches und motiviertes Team.
Die Herausforderung an einer Gesamtschule ist gross: Mit Ausnahme der 3. Klasse sind im Lindental alle Stufen von der 1. bis zur 9. Klasse vertreten. Jedes Kind arbeitet auf seinem eigenen Niveau und meistens auch an unterschiedlichen Themen.
Lernen durch eigenes Entdecken
«Heute ist man viel individualisierter unterwegs», sagt Ronny Rüefli. Deshalb seien Selbständigkeit und Eigenverantwortung wichtiger denn je. Genau dort setzt sein Unterricht an. Er möchte in seinem Unterricht vermehrt Projektarbeit machen.
Im nächsten Quartal soll die Frage «Warum?» im Zentrum stehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen eigenen Themen nachgehen, recherchieren, gestalten und Antworten finden. Je nach Alter entstehen daraus kleine Projekte, kreative Arbeiten oder praktische Produkte.
Auch Verantwortung innerhalb der Klasse spielt eine wichtige Rolle. Dafür gibt es verschiedene Lerngruppen mit leitenden Schülerinnen und Schülern. Für diese Aufgabe können sich die Kinder zu Beginn des Schuljahres bewerben.
Gemeinsam wird diskutiert, reflektiert und nach Lösungen gesucht – etwa beim Umgang mit digitalen Medien oder bei Fragen des Zusammenlebens im Schulalltag.
Kinder stärken und begleiten
Das wichtigste Ziel seines Unterrichts fasst Ronny Rüefli so zusammen: Die Kinder und Jugendlichen sollen Vertrauen in sich selbst entwickeln. Sie sollen spüren, dass sie gut genug sind und die Welt sie braucht. Dafür setzt er aber nicht nur neue Ideen um, sondern lässt auch Traditionen weiterleben.
Das «schöne Buch», welches die Schülerinnen und Schüler selber aus leeren Seiten binden und mit Einträgen aus dem Unterricht, Aufsätzen oder Gedichten füllen, bleibt auch in seinem Unterricht weiter bestehen. Ebenso werden die Quartalsabende, das Schullager und das Schulfest weiterhin als wertvolle Traditionen gepflegt. Zum Schulfest am 28. Juni 2026 ab 11 Uhr sind alle herzlich willkommen.
Die Gesamtschule Lindental ist ein fester Bestandteil der Gemeinde. Die Eltern und die Mitglieder des Vereins Pro Gesamtschule Lindental unterstützen die Schule durch ihre Verbundenheit immer wieder tatkräftig.
Wo Gemeinschaft gelebt wird
Gleichzeitig wünscht sich Ronny Rüefli noch mehr Austausch mit den anderen Schulen der Gemeinde. Denn für ihn ist klar: Das Modell der Gesamtschule ist etwas Besonderes. Im Kanton Bern gibt es nur noch wenige solcher Schulen. «Wir alle dürften ruhig etwas stolzer darauf sein», sagt er.
Und tatsächlich spürt man im Lindental schnell, was diese Schule ausmacht: Hier hilft man sich, lernt miteinander und schaut aufeinander – fast wie eine grosse Familie.










