Die Gemeinde Dürnten spürt keine steuerlichen Auswirkungen infolge der Covid-19-Pandemie. Die Jahresrechnung 2021 schliesst mit einem Ertragsüberschuss ab.
Gemeindeverwaltung Dürnten (ZH).
Gemeindeverwaltung Dürnten (ZH). - Nau.ch / Simone Imhof

Die Jahresrechnung 2021 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 3‘371‘702,12 Franken ab. Bei einem budgetierten Ertragsüberschuss von 15‘500 Franken resultiert eine Abweichung von 3,4 Millionen Franken. Im Vergleich zum Budget erhöht sich der Gesamtaufwand von 51,1 Millionen Franken um 0,9 Prozent.

Der Gesamtertrag von 54,5 Millionen Franken erhöht sich um 7,6 Prozent. Die erwirtschaftete Selbstfinanzierung beträgt 7,2 Millionen Franken. Die grössten Abweichungen zum Budget in der Erfolgsrechnung sind auf der Aufwandseite Mehrkosten beim Ressort Bildung von 0,2 Millionen Franken, bei der Pflegefinanzierung von 0,4 Millionen Franken sowie beim Regionalverkehr für den ZVV-Defizitbeitrag von 0,2 Millionen Franken.

Hingegen gab es Minderkosten beim Ressort Bildung von 0,5 Millionen Franken, beim Ressort Gesellschaft nach der Ablehnung des Abstimmungsgeschäftes bezüglich vertikale Integration des Altersheimes Nauengut von 0,3 Millionen Franken sowie beim Ressort Liegenschaften von 0,2 Millionen Franken.

Die ordentlichen Steuern sind um 3,1 Millionen Franken höher ausgefallen. Dies ist auf die sehr hohen Steuerveranlagungen von 2020 und älter zurückzuführen.

Plus beim Kapitaldienst

Die Grundsteuern schlossen um 0,5 Millionen Franken unter dem Budget ab. Infolge der guten Bewirtschaftung des Wertschriftendepots verzeichnete die Gemeinde beim Kapitaldienst ein Plus von total 0,6 Millionen Franken.

Die Zürcher Kantonalbank richtete eine Covid-19-Sonderdividende von rund 0,2 Millionen Franken aus. Zusätzliche Mehraufwendungen von total 0,9 Millionen Franken in den Bereichen wirtschaftliche Hilfe, Zusatzleistungen sowie Altersheim konnten durch Mehrerträge von total 0,4 Millionen Franken bei den gleichen Positionen zur Hälfte kompensiert werden.

Per 2021 startete die Integrationsagenda des Bundes und Kantons für die raschere Integration von vorläufig aufgenommenen Personen und Flüchtlinge in die Arbeitswelt und die Gesellschaft mit Kosten von 0,1 Millionen Franken. Diese Kosten werden vollständig durch den Staat zurückerstattet und sind als Ertrag ausgewiesen.

Minderaufwendungen beim Asylwesen und bei den Krankenversicherungen von 0,2 Millionen Franken stehen Mindererträge von 0,2 Millionen Franken gegenüber. Beim Altersheimfonds stieg der Ertrag infolge einer Erbschaft im Umfang von 0,1 Millionen Franken an, was eine Einlage in den Fonds von 0,1 ergibt.

Ausgaben in der Infrastruktur

Die Nettoinvestitionen beim Verwaltungsvermögen betragen 4,4 Millionen Franken und sind um 2,7 Millionen Franken tiefer ausgefallen. Im Bereich Infrastruktur gab es Mehrausgaben infolge der verzögerten Fertigstellung der Versorgungsleitung an der Dürntner-, Rothaus- und Bubikonerstrasse.

Minderausgaben gab es beim Ersatz der Leuchtmittel der Strassenkandelaber, da aus Mengenrabattgründen die Ausschreibung gemeinsam mit den Nachbargemeinden erfolgte und coronabedingt ein Lieferverzug entstand.

Der Baustart für die Sanierung der Bushaltestelle an der Sennhüttenstrasse sowie die Sanierung der Versorgungsleitung an der Hinwilerstrasse musste aufgrund der Erstellung des Rad- und Gehweges an der Oberdürntner-/Pilgerstrasse in die Folgejahre verschoben werden. Der Neubau der Meteorleitung an der Guldistudstrasse musste wegen eines Kapazitätsengpasses ins Folgejahr verschoben werden.

Die Bedarfsabklärungen beim Hochwasserschutz Berenbach in der Region Rothaus bedeutete ebenfalls eine Verschiebung des Baustarts auf die Folgejahre. Bei den Liegenschaften gab es im Zusammenhang mit der Altlastensanierung Spielwiese Bogenacker zeitliche Verschiebungen infolge der Covid-19-Pandemie.

Nettovermögen steigt leicht

Die Bilanz weist Aktiven und Passiven von je 106 Millionen Franken aus. Die flüssigen Geldmittel und kurzfristigen Geldanlagen betragen rund 22,1 Millionen Franken. Mit der Einlage des Ertragsüberschusses erhöht sich der Bilanzüberschuss auf 84,6 Millionen Franken. Das per Ende 2021 ausgewiesene Nettovermögen von 31 Millionen Franken ist im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 Prozent gestiegen. Bei 7677 Einwohnern beträgt der Pro-Kopf-Anteil 4033 Franken.

Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 164 Prozent. Die 4,4 Millionen Franken Investitionsausgaben im 2021 konnten vollständig durch Eigenmittel finanziert und das Nettovermögen erhöht werden, welches für die notwendigen anstehenden Investitionen wie Schulhausbau sowie Erweiterung Gemeindeverwaltung zur Verfügung steht. Es bestand ein Finanzierungsüberschuss von 2,8 Millionen Franken.

Steuerfuss bleibt stabil

Die Jahresrechnung 2021 ist gegenüber dem Budget 2021 vor allem im Bereich der ordentlichen Steuern besser ausgefallen. Die steuerlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie waren kaum spürbar und somit einiges geringer, als bei der Budgetierung im Sommer 2020 erwartet wurde.

Die Veranlagungen für das Steuerjahr 2020 im Jahresabschluss 2021 wiesen eine starke Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert aus. Weiter trugen der Ertrag beim Kapitaldienst sowie die ZKB-Covid-19-Sonderdividende zu diesem positiven Rechnungsergebnis bei.

Diese Erträge können die zusätzlichen Aufwände im Zusammenhang mit der Pandemie decken. Die grossen Investitionsprojekte mit Schulhaus und Gemeindeverwaltung werden den Finanzhaushalt in den nächsten Jahren wesentlich beeinflussen.

Auch die Ukraine-Krise könnte darauf einen Einfluss haben. Der Gemeinderat wird sich regelmässig mit der finanziellen Situation der Gemeinde auseinandersetzen und sich dafür einsetzen, den Steuerfuss stabil zu halten.

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