Herzogenbuchsee BE: Silos bis 45 Meter Höhe für neue Getreidesammelstelle
In Herzogenbuchsee BE hat der Gemeinderat die Teilüberbauungsordnung Biblis II genehmigt. UFA und Florin planen dort Silos und ein Speiseölpresswerk.

Auf einem rund 13’000 Quadratmeter grossen Areal im östlichen Bereich der Zone mit Planungspflicht ZPP G Biblis II beabsichtigen die UFA AG und die Florin AG neue Produktions- und Lagerbauten zu erstellen. Bei den neuen Anlagen handelt es sich einerseits um eine Getreidesammelstelle der Firma UFA AG, welche die bestehende Sammelstelle am Bahnhof Herzogenbuchsee ersetzt und andererseits um ein Speiseölpresswerk der Firma Florin AG. Die beiden Anlagen bilden Synergien mit den bereits bestehenden Anlagen und Lagerkapazitäten sowie dem bestehenden Bahnanschluss in den Gebieten Byfang und Hofmatt.
Mit dem Erstellen einer Teil-Überbauungsordnung sollen die Voraussetzungen für die Schaffung der geplanten Bauten und Anlagen geschaffen werden.
Synergien vorhanden
Der Standort im Norden von Herzogenbuchsee eignet sich optimal für den Bau einer zentralen Getreidesammelstelle für das Mittelland. Das Verschwinden der Sammelstelle aus dem Zentrum von Herzogenbuchsee macht eine Überbauung des Areals Bahnhof West erst möglich. Die Möglichkeit zur künftigen Nutzung der Synergien mit dem bereits bestehenden Mischfutterwerk sowie der vorhandene Bahnanschluss unterstreichen die Vorteile dieses Standortes zusätzlich.
Synergien entstehen auch für die beiden Unternehmen UFA und Florin: Sie können ihre Zusammenarbeit bei der Weiterverarbeitung der Ernteprodukte optimieren. Nicht zuletzt werden auch die Transportfahrten zwischen den jetzigen, unterschiedlichen Standorten reduziert. In Herzogenbuchsee will die Florin AG jährlich bis zu 68’000 Tonnen Ölsaat aus dem Lager der Getreidesammelstelle zu Speiseöl verarbeiten.
Während das Speiseöl in den Tanks bis zum Abtransport gelagert wird, wird der Ölpresskuchen zur Beimischung in das Tierfutter in den Kreislauf des Mischfutterwerks im Gebiet Hofmatt weitergegeben.
Für die Getreidesammelstelle mit einer Kapazität von 20’000 Tonnen, respektive 40’000 Kubikmeter, sind Silobauten mit einer Höhe von maximal 45 Meter vorgesehen. Geplant sind Rundtanks für Kleinmengen von Nischenprodukten sowie grössere Lagervolumen für die Lagerung von Getreide für die Sicherung der Landesversorgung. Für die Lagerung des Speiseöls sind total 14 Tanks mit einem Gesamtvolumen von 12’000 Kubikmeter geplant.
Wirkung auf Landschaftsraum
Die Qualitätsstandards der Bauten wurde in einem parallel zur ersten Vorprüfung im Herbst 2023 durchgeführten Workshopverfahren festgelegt, wobei im Wissen um die Wirkung für den Landschaftsraum die Qualitätsmerkmale aus dem Hochhauskonzept der Gemeinde übernommen wurden. Entsprechend wird der Hauptbau der Getreidesammelstelle als kompaktes Volumen mit wenig Fassadenrückversätzen und mit einer vertikalen Gliederung ausgestaltet, während das Speiseölpresswerk durch eine rasterförmige Fassadengestaltung geprägt wird.
Genehmigt und zu Handen des AGR verabschiedet
Nach der Vorprüfung durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) sowie einer öffentlichen Auflage Ende 2025 konnte der Gemeinderat Mitte September die Planungsunterlagen für die Teil-UeO Biblis II mit den aufgrund der eingegangenen Genehmigungsvorbehalten vorgenommenen Änderungen definitiv genehmigen und dem AGR zur Genehmigung überweisen. Die nächste Möglichkeit für die betroffenen Anwohner, ihre Anliegen einzubringen, besteht damit im Rahmen der öffentlichen Auflage des Baugesuchs.










