Premiere im Schnee für Herisauer Jugendliche
Jugendliche der Gemeinde Herisau erleben eine intensive Skilagerwoche in den Bergen. Für viele ist es die erste Begegnung mit Ski und Snowboard.

Wie die Gemeinde Herisau mitteilt, reist der erste Oberstufenjahrgang jeweils für fünf Tage in ein Wintersportlager. Die Lernlandschaft Rot hielt sich Mitte Februar in den Flumserbergen auf, die Lernlandschaft Gelb in Disentis und die Lernlandschaft Blau oberhalb von Elm.
Ein Besuch im Skihaus Empächli. «Hunger!», ruft jemand. Es ist Mittag. Nach und nach treffen die Herisauer Jugendlichen beim Lagerhaus ein, das oberhalb von Elm direkt neben der Bergstation der Gondelbahn liegt. Sie stellen vor dem Eingang Skis und vereinzelte Snowboards an die Wand.
«Ab hier Hausschuhe», fordert ein Schild in der Garderobe. Auf einem Tisch des Essraums im ersten Stock sind Trinkgläser fein säuberlich aufgereiht – versehen mit Wäscheklammern, die mit den Vornamen der Jugendlichen beschriftet sind.
An der Wand verkündet eine Tafel das Mittagsmenu: «Suppe, Salat, Wienerli im Blätterteig». Auch eine fleischlose Variante wird angeboten. Zuerst dürfen die Vegetarierinnen und Vegetarier ihr Essen holen. «Und jetzt jene, die heute Morgen einmal gestürzt sind», verkündet Martin Stark, der Leiter der Lernlandschaft, und schmunzelt.
Begleitteam von elf Personen
Knapp 50 Jugendliche sind aus Herisau ins Glarnerland gereist. «Fast die Hälfte davon steht zum ersten Mal auf Skis», erzählt Stark. Entsprechend intensiv sei die Betreuung – elf Erwachsene bilden das Begleitteam.
Viele der Schülerinnen und Schüler benutzen gemietete Ausrüstungen. Dank der Schweizer Schneesportinitiative «Go Snow» ist die Hin- und Rückfahrt mit dem öffentlichen Verkehr für die Teilnehmenden eines Wintersportlagers recht günstig.
Man führe im zweiten und dritten Oberstufenjahr jeweils einen «Schneetag» durch, da gebe es auch Angebote für Skifahrerinnen und Skifahrer, sagt Stark. «Die Erfahrung zeigt, dass manche der Einsteiger sich dann wieder auf Skis wagen.»
Vor drei Jahren bewohnte Stark mit dem damaligen Jahrgang ein Lagerhaus in Meiringen; dieses sei aber für die aktuelle Zahl der Schülerinnen und Schüler zu klein. Im Skihaus Empächli bleiben sogar noch mehrere Schlafstellen frei.
«Wir sind zu acht in einem 14-er-Zimmer. Das ist cool», freut sich Fabrice. Man habe vor dem Lager auf Kärtchen Prioritäten aufschreiben können, mit wem man im Zimmer sein wolle.
Spielen und Filme schauen
Was ihr in dieser Woche am besten gefalle? «Das Zusammensein mit den Kolleginnen und Kollegen», antwortet Frieda. Sie gehört zur Gruppe der Jugendlichen mit einiger Skierfahrung.
Auf den Pisten würde man immer wieder an Treffpunkten anhalten, damit niemand verloren gehe. Das funktioniere ganz gut. Es sind an diesem Tag nebst der «Kinder-Arena» für die wenig Geübten nicht alle Pisten offen, aber einige.
Zum Beispiel der Mättlistutz, der Rietboden oder jene Piste, die den Namen der berühmtesten Elmer Skisportlerin trägt: Vreni Schneider. Auf einer Bank befindet sich eine Kiste mit Gesellschafts- und Kartenspielen.
Das Parlament der Schülerinnen und Schüler hat ein Abendprogramm vorbereitet, eine Gruppe von Freiwilligen ein zweites, das Leitungsteam verantwortet ein drittes. «Wir machen viele Spiele. Und heute Abend gibt es einen Film», erzählt Lorin.
Ein bisschen müde sei er schon von den Aktivitäten auf den Pisten. Umso mehr freue er sich jeweils auf das Essen. Die Herisauer Gruppe wird vom Pächterehepaar Rhyner in Vollpension versorgt.
Skifahren statt Betriebsbesichtigung
Die Leiterinnen und Leiter besprechen, wer an diesem Mittwochnachmittag welche Gruppe begleitet. Es besteht nämlich als Alternative das Angebot, den Betrieb der Mineralquellen Elm kennenzulernen. Raiyah gehört zum kleineren Kreis, der nicht an der Besichtigung teilnimmt.
Weil das Wetter recht gut sei und sie die Zeit zum Skifahren nützen möchte, wie sie erklärt. Sie habe sich enorm auf das Lager gefreut. Hat sie Heimweh? «Nein, gar nicht. Ich schreibe jeweils nach Hause, dass es mir gut geht.» Über die Nacht müsse man das Handy allerdings abgeben, sagt sie und schnallt die Skis an.










