Waldkirch SG: Turnhallendach hält den Schneelasten nicht stand
Das Dach der Turnhalle Bünt in Waldkirch SG ist zu schwach. Noch diesen Herbst wird Kies entfernt, im Februar 2027 stimmt die Bevölkerung über den Kredit ab.

Die Turnhalle Bünt ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Schul- und Vereinsinfrastruktur unserer Gemeinde. Damit die Halle auch in den kommenden 25 Jahren sicher und zuverlässig genutzt werden kann, arbeitet der Gemeinderat derzeit an einem umfassenden Ertüchtigungsprojekt.
Bereits im Rahmen erster Untersuchungen wurde festgestellt, dass die bestehende Dachkonstruktion nach heutigen statischen Berechnungsgrundsätzen nicht ausreichend dimensioniert ist, um die erforderlichen Schneelasten aufzunehmen.
Eine zweite, vertiefte Bestandesanalyse, die im Zuge der Projektvorbereitung durchgeführt wurde, hat zudem verschiedene konstruktive Mängel sowie Ausführungsmängel an der Dachkonstruktion aufgezeigt. Aufgrund des Alters des Gebäudes kann nicht mehr auf einen entsprechenden Bestandesschutz abgestützt werden. Damit besteht Handlungsbedarf, um die Sicherheit und langfristige Nutzung der Turnhalle zu gewährleisten.
Sofortmassnahmen noch in diesem Herbst
Als erste Massnahme wird noch in diesem Herbst ein Grossteil der Kiesschicht auf dem Flachdach entfernt. Für diese Arbeiten wird in den kommenden Wochen ein Gerüst an der Turnhalle montiert. Durch die Gewichtsreduktion wird die Dachkonstruktion entlastet und die rechnerisch verfügbare Tragreserve für Schneelasten erhöht.
Mit dieser Sofortmassnahme soll gewährleistet werden, dass die Turnhalle auch während der kommenden Wintermonate uneingeschränkt für den Schul- und Vereinsbetrieb genutzt werden kann. Durch die Reduktion des Eigengewichts kann die Dachkonstruktion rechnerisch wieder eine gewisse Schneelast aufnehmen. Damit soll verhindert werden, dass bereits bei geringfügigem Schneefall eine vollständige Schneeräumung des Daches oder gar eine vorübergehende Sperrung der Turnhalle notwendig wird.
Die Massnahme stellt allerdings keine dauerhafte Lösung dar. Da die Kiesschicht gleichzeitig eine Schutzfunktion für die Dachabdichtung übernimmt, muss die Dachkonstruktion innerhalb eines Jahres ertüchtigt werden, um das Risiko von Folgeschäden möglichst gering zu halten.
Gleichzeitig werden zusätzliche Zugänge zur Dachkonstruktion geschaffen. Diese ermöglichen es, den bestehenden Aufbau umfassend zu untersuchen und die notwendigen baulichen Massnahmen im Detail zu planen.
Umfassende Ertüchtigung für die nächsten 25 Jahre
Das derzeit in Ausarbeitung befindliche Projekt verfolgt das Ziel, die Turnhalle Bünt für weitere rund 25 Jahre fit zu machen. Im Zentrum stehen die statische Verstärkung der Dachkonstruktion sowie die dauerhafte Verringerung des Eigengewichts des Daches. Damit soll sichergestellt werden, dass das Turnhallendach künftig wieder die für den Standort Waldkirch erforderlichen Schneelasten gemäss den geltenden Normen aufnehmen kann.
Als mögliche Lösungen werden insbesondere der Einbau zusätzlicher Träger zur Verstärkung der bestehenden Nagelbinder sowie die Ausführung eines sogenannten Nacktdaches, also einer Dachkonstruktion ohne Kiesauflast, geprüft. Mit diesen Massnahmen soll die erforderliche Tragfähigkeit langfristig sichergestellt werden.
Neben der Dachkonstruktion sind weitere gezielte Massnahmen in den Bereichen Sicherheit, Brandschutz und Beleuchtung vorgesehen. Ergänzend sollen notwendige Unterhaltsarbeiten ausgeführt werden. Dabei steht eine wirtschaftliche und zweckmässige Ertüchtigung der bestehenden Bausubstanz im Vordergrund.
Urnenabstimmung im Februar 2027 vorgesehen
Der Gemeinderat arbeitet derzeit an der Konkretisierung des Projekts und der Ermittlung der damit verbundenen Investitionskosten. Vorgesehen ist, den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern den entsprechenden Projektkredit am 28. Februar 2027 an einer Urnenabstimmung zur Genehmigung vorzulegen.
Stimmt die Bevölkerung dem Kredit zu, sollen die Hauptarbeiten während der Sommerferien 2027 ausgeführt werden. Damit sollen die Einschränkungen für den Schul- und Vereinsbetrieb möglichst gering gehalten werden.
Dem Gemeinderat ist es ein wichtiges Anliegen, mit dieser Investition die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer zu gewährleisten und gleichzeitig den langfristigen Erhalt einer für das Dorfleben bedeutenden Infrastruktur sicherzustellen. Die Bevölkerung wird über die weiteren Planungsschritte und die konkrete Ausgestaltung des Projekts rechtzeitig informiert.










