Schwanden GL: Neugestaltete Freiräume im Quartier Plattenau werden eingeweiht

Gemeinde Glarus Süd
Gemeinde Glarus Süd

Glarus,

Drei Jahre nach den Naturereignissen der «Wagenrunse» feiert Schwanden GL am Samstag, 29. August 2026, die neuen Plätze und Wege im Quartier Plattenau.

Schwanden GL
Schwanden GL: Gemeindehaus in der Stadt Glarus (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Drei Jahre nach den Naturereignissen der «Wagenrunse» werden die neugestalteten Freiräume im Quartier Plattenau in Schwanden offiziell eingeweiht. Da für die Wiederherstellung der zerstörten Freiräume kein Versicherungsschutz bestand, ergriff der Quartierverein die Initiative. Gemeinsam mit dem ILF (Institut für Landschaft und Freiraum) der OST – Ostschweizer Fachhochschule entstand ein Projekt, das im stark betroffenen Quartier neue Aufenthalts- und Begegnungsräume schafft. Die offizielle Einweihung für die Anwohnerinnen und Anwohner findet am Samstag, 29. August 2026, statt.

Die Naturereignisse in der Wagenrunse im August und Dezember 2023 haben Schwanden und insbesondere das Quartier Plattenau stark getroffen. Die losgelösten Erdmassen drangen bis in Keller und Erdgeschosse vor, Gebäude wurden beschädigt oder unbewohnbar und grosse Teile der öffentlichen und privaten Freiräume zerstört. Insgesamt mussten 15 Gebäude vollständig abgebrochen werden. Für die Bewohnerinnen und Bewohner und die gesamte Gemeinde Glarus Süd waren die Ereignisse und ihre Folgen einschneidend.

Seither wurde viel geleistet. Räumungs-, Sicherungs- und Wiederherstellungsarbeiten wurden umgesetzt und mit dem Schutzdamm am Fuss der Wagenrunse die Gefahrensituation für die dahinterliegenden Gebäude und Infrastrukturen wesentlich verbessert. Gleichzeitig entstand aus dem Quartier heraus die Idee, die zerstörten Freiräume nicht einfach wiederherzustellen, sondern sie neu zu denken. Ziel war es, wieder Orte der Begegnung, der Erholung und des nachbarschaftlichen Austauschs zu schaffen und damit einen langfristigen Mehrwert für das Plattenauquartier zu erzielen.

Gemeinsam neue Perspektiven geschaffen

Eine zentrale Rolle übernahmen dabei der Quartierverein Plattenau und die OST – Ostschweizer Fachhochschule. Auf Initiative von Jürg Hefti, Präsident des Quartiervereins und selbst vom Naturereignis betroffen, entstand die Zusammenarbeit mit Professor Peter Vogt und dem Studiengang Landschaftsarchitektur der OST.

Im Herbstsemester 2024/2025 entwickelten Studierende des Bachelorstudiengangs Landschaftsarchitektur zwölf konkrete Vorschläge für die Neugestaltung der zerstörten Freiräume. Die Ergebnisse wurden im Februar 2025 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung der OST präsentiert. Auf der Grundlage der besten Ideen wurde anschliessend ein Gesamtprojekt für die öffentlichen und privaten Freiräume des Quartiers entwickelt.

Eigeninitiative macht die Umsetzung möglich

Eine besondere Herausforderung stellte die Finanzierung dar. Während Schäden an Gebäuden versichert werden können, besteht für die durch die Naturereignisse zerstörten privaten Freiräume und Umgebungsflächen kein entsprechender Versicherungsschutz. Die Wiederherstellung und Neugestaltung von Gärten, Vorplätzen, Wegen und weiteren Aussenräumen hätte deshalb zu einem erheblichen Teil von den bereits stark betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern selbst getragen werden müssen.

Das Engagement von Quartierverein und OST ging weit über die Planung hinaus. Mit grossem persönlichem Einsatz wurde das Projekt weiterentwickelt, die Finanzierung vorangetrieben und breite Unterstützung für die Umsetzung gewonnen. Dank zahlreicher Spenden konnten die Gesamtkosten des Freiraumprojekts von rund CHF 500'000 vollständig gedeckt werden.

Die Neugestaltung umfasst Plätze, Wege, Grünräume und weitere gemeinschaftlich genutzte Aussenbereiche im Quartier. Ein zentrales Element der Gestaltung ist der bewusste Umgang mit lokalen Materialien. Auch die Geschichte des Ortes bleibt sichtbar: Verrucano-Findlinge, die durch die Naturereignisse ins Quartier gelangten, wurden wiederverwendet und prägen heute als Bodenplatten auf Plätzen und Wegen das Erscheinungsbild des Quartiers. Sie stehen sinnbildlich für die Fähigkeit, aus Krisen neue Chancen zu entwickeln, und erinnern an die tragischen Ereignisse von 2023.

Einweihung am 29. August 2026

Die neugestalteten Freiräume werden am Samstag, 29. August 2026, genau drei Jahre nach den Ereignissen, offiziell eingeweiht. Gemeinsam mit der Quartierbevölkerung, den Projektbeteiligten und weiteren Gästen wird damit der Abschluss eines Projekts gefeiert, das aus der Initiative des Quartiers und dem gemeinsamen Engagement zahlreicher Beteiligter entstanden ist.

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