Kanton Glarus: 2022 gab es mehr Verletzte nach Verkehrsunfällen
Die Verkehrsunfallzahlen 2022 im Kanton Glarus bewegen sich auf stabilem Niveau mit Auffälligkeiten. Jedoch stiegen Unfällen mit Personenschaden.

Besondere Merkmale im Berichtsjahr waren ein milder Winter und das Ende der Pandemie. Beides hatte einen gewissen Einfluss auf das Unfallgeschehen: Weniger Unfälle in den Wintermonaten, mehr Unfälle aufgrund des Lenkerzustandes.
Im Jahr 2022 registrierte die Kantonspolizei im Kanton Glarus 396 Verkehrsunfälle. Dies entspricht ziemlich genau dem Vorjahreswert von 392 Unfällen.
Die Unfallzahlen bewegen sich grundsätzlich auf stabilem Niveau. Viele Zahlen haben einen ähnlichen Wert wie im Vorjahr.
Zwei Personen starben bei Unfällen
Auffällig ist hingegen der Anstieg des Personenschadens: Das Jahr 2022 forderte zwei Todesopfer, nachdem 2020 und 2021 keine Toten zu beklagen waren.
Der Fünfjahresschnitt lag Ende 2022 bei 1,2 Todesopfer pro Jahr. Mit einem Total von 117 Verletzten, Vorjahr 98, stieg der Jahreswert wieder über 100.

Sowohl die Todes- wie auch die Verletztenzahlen bewegen sich seit mehreren Jahren in einer relativ engen Bandbreite mit ähnlichen Schwankungen, weshalb kein eindeutiger Trend nach oben oder unten ausgemacht werden konnte.
Die Unfälle unter Alkoholeinfluss sind stark gestiegen
2022 musste festgestellt werden, dass die positive Unfallentwicklung während der Pandemie nicht gehalten werden konnte.
Mit der Beendigung der Einschränkungen bei Restaurationsbetrieben und Veranstaltungen, welche die Ausgangsmöglichkeiten und den Alkoholkonsum im 2021 markant reduzierten, wurden im 2022 wieder Vor-Corona Werte erreicht.
Die Unfallursache «Alkohol» führte zu 25 Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss gegenüber deren sechs im 2021.
Auch «Übermüdung» führt zu häufiger zu Unfällen
Bezüglich des Kriteriums des Lenkerzustandes fällt weiter auf, dass die Unfallursache «Übermüdung» und der daraus resultierende Sekundenschlaf in 22 Fällen zum Crash führten, Vorjahr 16 Fälle, und sich die medizinischen Ursachen von fünf auf zehn Fälle verdoppelten.
Insgesamt erhöhte sich die Hauptursache «Lenkerzustand» von 27 Fällen im 2021 auf 57 Fälle im 2022.
Die Hauptunfallursache waren Unaufmerksamkeit und Ablenkung
2022 zeigten sich bei den Hauptunfalltypen praktisch dieselben Zahlen wie im 2021: 135 Schleuder- oder Selbstunfälle, 134, 59 Auffahrunfälle, 64, 47 Parkierungsunfälle, 52, 50 Abbiege-/Einbiegeunfälle, 46, 38 Tierunfälle, 35, und zehn Frontalkollisionen, 12.
Die grösste Gefahr zu verunfallen bestand 2022 im Monat September, 45, oder an Samstagen, 67, oder zwischen 17 und 18 Uhr, 33.

Hauptunfallursachen waren Unaufmerksamkeit und Ablenkung, 105, Lenkerzustand, 57, und die Vortrittsmissachtung, 38. Auffällig und erfreulich zugleich war der markante Rückgang der geschwindigkeitsbedingten Unfälle von 54, 2021, auf 29 Unfälle im 2022.
Die Zahl der Velounfälle blieb konstant
Beim Zweiradverkehr verunfallten im Berichtsjahr 21 Motorräder, Vorjahr 28. Bei den Fahrrädern blieb die Zahl praktisch gleich, 18, und bei den E-Bikes konnte zum Vorjahr derselbe Wert festgestellt werden, fünf.
In Anbetracht der Beliebtheit und laufenden Zunahme von E-Bikes darf dieses Resultat als erfreulich bewertet werden.
Die Kantonspolizei versucht das Verkehrsunfallgeschehen mit verschiedenen Massnahmen auch 2023 positiv zu beeinflussen.
Sie appelliert an die Disziplin, mahnt zur Vorsicht und ruft die Erfolgsfaktoren für eine unfallfreie Fahrt in Erinnerung: Aufmerksamkeit, Angepasste Geschwindigkeit und Abstand.