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    Glarus Süd GL: Budget 2027 verfehlt Ziel – Steuersatz bleibt bei 63 Prozent

    Gemeinde Glarus Süd
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    Glarus Süd GL budgetiert für 2027 nur 364'000 statt 1,3 Millionen Franken Überschuss. Höhere Personalkosten und Investitionen belasten den Haushalt.

    Glarus Süd GL
    Eine Gemeinde in Glarus Süd (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Der Gemeinderat Glarus Süd legt für 2027 ein Budget mit einem Ertragsüberschuss von rund 364’000 Franken vor. Angestrebt war ein Überschuss von rund 1,3 Millionen Franken. Höhere Personalkosten, insbesondere infolge der Teilrevision des kantonalen Bildungsgesetzes, sowie notwendige Investitionen belasten den Gemeindehaushalt.

    Gleichzeitig führen notwendige Investitionen zu einer weiteren Zunahme der Nettoverschuldung. Der Gemeindesteuersatz bleibt unverändert bei 63 Prozent.

    Das Budget 2027 sieht einen Aufwand von 62,04 Millionen Franken und einen Ertrag von 62,40 Millionen Franken vor. Daraus ergibt sich ein Ertragsüberschuss von 364’460 Franken. Damit weist die Erfolgsrechnung zum dritten Mal in Folge einen budgetierten Überschuss aus.

    Bildungsreform trägt wesentlich zu höheren Personalkosten bei

    Der gesamte Personalaufwand steigt gegenüber dem Budget 2026 um 740’680 Franken beziehungsweise 2,7 Prozent auf 27,86 Millionen Franken. Ein wesentlicher Grund dafür sind die finanziellen Auswirkungen der Teilrevision des kantonalen Bildungsgesetzes, die am 1. August 2026 in Kraft getreten ist und 2027 erstmals während eines ganzen Kalenderjahres wirksam wird.

    Die gesetzlichen Anpassungen reduzieren die Zahl der wöchentlich zu erteilenden Unterrichtslektionen bei gleichem Anstellungspensum. Hinzu kommen zusätzliche Altersentlastungen sowie eine Senkung der maximalen Klassengrösse von 24 auf 22 Schülerinnen und Schüler. Um den Unterricht weiterhin vollständig abzudecken, sind dadurch zusätzliche personelle Ressourcen erforderlich.

    Die Gemeinde muss diese Vorgaben umsetzen und die damit verbundenen Mehrkosten tragen. Bei weitgehend stagnierenden Steuererträgen schränkt dies ihren finanziellen Handlungsspielraum weiter ein. Die Bildungsreform zeigt damit beispielhaft, wie kostentreibende Gesetzesänderungen den Finanzhaushalt und letztlich die Steuerzahlenden belasten.

    Insgesamt steigt der budgetierte Stellenbestand der Gemeinde gegenüber dem Vorjahresbudget um 5,36 auf 246,81 Vollzeitstellen. Im Departement Schule und Familie nimmt der Personalaufwand um rund 1,02 Millionen Franken zu. Dieser Anstieg wird durch tiefere Aufwendungen in anderen Bereichen teilweise aufgefangen.

    Individuelle Lohnentwicklung von rund 0,7 Prozent

    Für individuelle Lohnanpassungen sind 200’000 Franken einschliesslich Sozialleistungen vorgesehen. Dies entspricht 0,7 Prozent der Lohnsumme. Auf eine generelle Lohnerhöhung wird verzichtet.

    Die Mittel dienen gezielten individuellen Anpassungen mit dem Ziel einer ausgewogenen Lohnstruktur.

    Die Abwägung zwischen einer angemessenen Lohnentwicklung und den Vorgaben des Finanzhaushaltgesetzes stellt den Gemeinderat angesichts der angespannten Finanzlage vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Dennoch möchte er auf individuelle Lohnanpassungen nicht vollständig verzichten und damit auch die Attraktivität der Gemeinde als Arbeitgeberin erhalten.

    Notwendige Investitionen erhöhen den Finanzierungsbedarf

    Für 2027 sind Nettoinvestitionen von 8,22 Millionen Franken vorgesehen. Schwerpunkte bilden die Totalsanierung des Gemeindehauses Schwanden, die Neuerschliessung des Niderentals und der Entwässerungsstollen Braunwald. Hinzu kommen weitere notwendige Erneuerungen der kommunalen Infrastruktur.

    Trotz wiederholter Priorisierung mussten Projekte in spätere Jahre verschoben werden.

    Die Selbstfinanzierung beträgt rund 4,15 Millionen Franken. Damit kann die Gemeinde 50,5 Prozent der Nettoinvestitionen aus eigenen Mitteln decken. Es verbleibt ein Finanzierungsfehlbetrag von rund 4,07 Millionen Franken, der zu einer weiteren Zunahme der Nettoverschuldung führt.

    Der positive Abschluss der Erfolgsrechnung reicht somit nicht aus, um die geplanten Investitionen vollständig zu finanzieren.

    Der Gemeinderat setzt weiterhin alles daran auch durch die Gewinnung von zusätzlichen Beiträgen und Drittfinanzierungen die von der Gemeinde zu tragenden Investitionskosten möglichst tief zu halten. Solange diese Beiträge noch nicht verbindlich zugesichert oder ausreichend bestimmbar sind, können sie im Budget nicht berücksichtigt werden. Sie könnten den tatsächlichen Finanzierungsbedarf bei einzelnen Projekten jedoch reduzieren.

    Steuersatz bleibt 2027 unverändert

    Für 2027 sieht der Gemeinderat keine Erhöhung des Gemeindesteuersatzes vor. Zu diesem Entscheid haben sowohl das sehr gute Rechnungsergebnis 2025 als auch die aktuelle Einschätzung für 2026 beigetragen: Zum Zeitpunkt der Budgetverabschiedung zeichnet sich ab, dass das budgetierte Ergebnis 2026 erreicht werden kann. Die Steuererträge für 2027 sind weiterhin vorsichtig budgetiert.

    In der Finanzplanung 2028–2030 ist als Planungsannahme eine Erhöhung des Steuersatzes von 63 auf 65 Prozent ab 2028 berücksichtigt. Damit ist noch kein Entscheid über eine künftige Steuererhöhung verbunden.

    Der Gemeinderat ist gesetzlich verpflichtet, den Finanzhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Mit weiterhin positiven Rechnungsergebnissen, einer konsequenten Überprüfung der Ausgaben und einer sorgfältigen Priorisierung der Investitionen will er die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde langfristig sichern.

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