Wie die Gemeinde Glarus Süd berichtet, konnte die Delegation der Gemeinde erst 2021 die nach Luchsingen umgezogene Firma Mathis Orgelbau AG besuchen.
Orgel (Symbolbild). - Keystone

Die Firma Mathis Orgelbau AG suchte und fand in Glarus Süd einen eigenen Platz für ihr Handwerk. Im Dezember 2019 zügelte sie von Näfels in einen Neubau nach Luchsingen. Aus pandemischen Gründen verzögert, konnte eine Delegation der Gemeinde und Entwicklungsstiftung Glarus Süd den neuen Standort besichtigen.

Das im Jahr 1960 gegründete Familienunternehmen in Näfels zählt inzwischen zu den führenden Orgelbauwerkstätten Europas. Im Jahr 2016 übernahmen Hubert Stucki und Franz Höller die Firma und Geschäftsleitung.

Die beiden Orgelbauer hielten Ausschau nach etwas Eigenem. In Glarus Süd fanden sie schliesslich geeignetes Land, um einen neuen Betriebsstandort aufzubauen. Dabei boten die Gemeinde und die Entwicklungsstiftung gerne Hand.

Hinter der Fassade

Der neue, eigene Firmensitz entstand im Jahr 2019, innerhalb siebeneinhalb Monate, am nördlichen Dorfeingang in Luchsingen. Von aussen ist es ein grosser dunkler Bau. Im Innern zeigt sich als erstes eine grosse Montagehalle, eine helle, haushohe Galerie, die zwei Geschosse mit einer Treppe verbindet.

Die Halle wird unter anderem genutzt, um momentan die grossen Holzpfeiffen für das Orgelwerk in Görlitz zu fertigen, einzubauen und zu testen. Das Obergeschoss umfasst eine Schlosserei, eine Pfeiffenwerkstatt, ein Testraum für die kleineren Pfeifen, Sitzungs-, Büro-, Lager- und Pausenräume sowie sanitäre Anlagen.

Im Erdgeschoss befinden sich ein Lagerraum für Kleinteile. Maschinen- sowie Montagesaal sind mit einer Befeuchtungsanlage bestückt. Diese sorgt für die ideale Luftfeuchtigkeit für die zu bearbeitenden Edelhölzer. Die Holzwerkstatt hingegen ist mit Fester und leistungsstarken LED-Lampen lichtdurchflutet. Der Maschinenpark für die Holzverarbeitung erfreuen jedes Schreiner- und Orgelbauerherz.

Vielseitige Berufsleute

Die Firma Mathis Orgelbau AG beschäftigt derzeit zwölf Mitarbeitende und bildet zwei Lernende aus. Alle bis auf zwei Büroangestellte sind Orgelbauer. «Die Ausbildung zum Orgelbauer umfasst das Schreiner-, Feinmechanik- und Zeichner Handwerk», erklärt Franz Höller.

Das ist eine solide Ausbildung, mit dem ein Wechsel in einen der drei Handwerkerberufe problemlos möglich ist. Auf die Frage, ob ein gutes musikalisches Gehör für die Ausbildung notwendig ist, meinte Hubert Stucki: «Es ist von Vorteil.» Jene mit dem richtig guten Feingehör, könnten sich zum Orgelstimmer und Intonateur (Klanggeber) spezialisieren.

Kurzweilige Betriebsführung

Die beiden Geschäftsführer teilten die Besucher aus Gemeinderäten, Departementsleiter und Vorstand der Entwicklungsstiftung in zwei Gruppen auf. Die rund zweistündige Führung erschien den Besuchern viel kürzer, weil es so viel zu sehen und hören gab.

Sie erfuhren, dass Neuanfertigungen einer Gesamtorgel eher selten sind. Vielmehr planen die Orgelbauer auf dem Computer und Zeichnungstisch Restaurationen und Rekonstruktionen und stellen anschliessend die Teile einzeln her.

Ist dann alles bereit und sorgfältig verpackt, reisen die Orgelbauer damit zur entsprechenden Kirche, Konzertlokal oder Privatpersonen und montieren alles selbst. Die Montagearbeiten dauern meist mehrere Wochen.

Dankesworte und mehr

Zum Schluss der Führung stand für die Besucher ein Apéro bereit. «Wir sind stolz und glücklich, dass ihr Euch in Glarus Süd niedergelassen habt», spiegelte Gemeindepräsident Mathias Vögeli in seiner Rede die Haltung der anwesenden Gemeindevertreter.

Auch Geschäftsführer Hubert Stucki dankte für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit: «Wir fühlen uns am neuen Standort wohl.»

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