Freiburg kauft Industrieflächen und stärkt die Kultur

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Fribourg,

Der Generalrat von Freiburg bewilligt Landkauf für Werkstätten und sagt Ja zur Kulturregion Arcia – trotz Kritik an Kosten und Einflussverteilung.

Freiburg
Blick von Bourguillon auf die Stadt Freiburg mit dem Katzenturm. - Keystone

Wie die Stadt Freiburg mitteilt, eröffnete der Vizepräsident und Sitzungsleiter Jean-Noël Gex (FDP) am 31. März 2026 die Debatte über den Erwerb der Grundstücke Nr. 7019 und 7696 durch die Stadt Freiburg (Botschaft Nr. 62). Dank dieses Kaufs können Flächen am Standort Les Neigles freigemacht und die Werkstätten der Stadt ins Daillettesquartier verlegt werden.

Trotz einiger Fragen zu den Baukosten und den mit dem Verschmutzungsrisiko verbundenen Ausgaben teilte Marine Jordan (SP), Präsidentin der Finanzkommission (Fiko), die positive Stellungnahme ihrer Kommission mit. Für die Baukommission gab deren Präsident Charles de Reyff (Die Mitte) ebenfalls eine positive Stellungnahme ab.

Im Namen der Exekutive und in seiner Funktion als Finanzdirektor stellte Laurent Dietrich klar, dass «das Gelände zwar im Register der belasteten Standorte aufgeführt ist, doch weder einer Überwachung noch einer Sanierung bedarf, solange der Boden nicht berührt wird».

Kontroverse um Kaufpreis und Umbaukosten

Als Sprecherin ihrer Fraktion zeigte sich Anne Butty Revaz (Die Mitte/GLP) über den hohen Kaufpreis überrascht, betonte jedoch, dass «die Stadt diese wertvolle Fläche erwerben muss, die sich in einer sehr interessanten Industriezone befindet». Für die Grünen äusserte Jérémie Stöckli sein Erstaunen über die «äusserst spärlichen Informationen» zu den geplanten Arbeiten.

Véronique Grady (FDP) zeigte sich beunruhigt über die Höhe der Marge von plus/minus 50 Prozent, die den auf 5,5 Millionen geschätzten Baukosten hinzuzufügen sind. Simon Jordan (ML) stellte zudem die Frage nach den «geschätzten Ausgaben für den Umbau und die Renovierung dieses Gebäudes, welche die Kaufkosten übersteigen könnten».

Marc Vonlanthen (SP) wies darauf hin, dass «das bestehende Gebäude grosse Flächen biete» und dass «die Freimachung von Raum unerlässlich sei, um die Entwicklung des Energiepols Les Neigles zu fördern». Johan Dick (SVP) begrüsste einen Kauf, den seine Fraktion «aus organisatorischer wie wirtschaftlicher Sicht als sinnvoll» erachtet.

Schliesslich wies Baudirektor Elias Moussa darauf hin, dass der Gemeinderat den Erwartungen und Anforderungen der kantonalen Kulturgüterkommission gerecht werden müsse. In der Schlussabstimmung wurde die Botschaft mit 68 Stimmen angenommen.

Debatte über neue Kulturregion Arcia

Anschliessend behandelte der Generalrat die Botschaft Nr. 63, das heisst den Beitritt zu der für die regionale Kulturpolitik zuständigen neuen Kulturregion Arcia. Marine Jordan (SP) begrüsste die Gründung von Arcia und «ein Projekt, das es geschafft hat, 22 Gemeinden zu vereinen».

Kulturdirektor Laurent Dietrich wies darauf hin, dass die Stadt Freiburg «ihre Unabhängigkeit in Bezug auf ihre lokale Kulturpolitik und die von ihr umgesetzten Massnahmen bewahrt», während Samuel Jordan (SP) die Gründung der neuen Kulturregion als «starkes Signal zugunsten der regionalen Kultur auf Amateur- wie professioneller Ebene» bezeichnete.

David Krienbühl (FDP) zeigte sich besorgt über den von 2024 bis 2027 vorhergesehenen Anstieg um acht Prozent – «das sind mehr als 200'000 Franken zusätzlich zu Lasten der Steuerzahlenden» – und über den Einfluss der Stadt, der durch diese neue Einrichtung «automatisch verdünnt» werde. Chloé Zainal (Grüne) lobte im Namen ihrer Fraktion die geleistete Arbeit.

Jean-Thomas Vacher (Die Mitte/GLP) betonte, unterstütze er allem «die Schaffung einer unabhängigen Kulturkommission» und fügte hinzu: «Es ist legitim, dass die Stadt eine treibende Rolle spielt, doch es ist ebenso gerecht, dass sich die Region an diesen Bemühungen beteiligt, da sie ebenfalls direkt davon profitiert.»

Breite Zustimmung zum Gemeindeverband

Maurice Page für die Mitte Links würdigte die Tatsache, «dass der neue Gemeindeverband keine zusätzlichen Kosten für die Stadt verursache».

Pascal Wicht im Namen der SVP zeigte sich «erfreut, dass rasch eine Lösung gefunden werden konnte, um die Zuständigkeiten der Agglo im Bereich der Kulturpolitik und -förderung zu übernehmen.»

In der Schlussabstimmung wurde die Botschaft mit 70 Stimmen angenommen.

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