Kanton Thurgau: Über 500 Schüler erleben Sprachaustausch am Bodensee
Der Kanton Thurgau lanciert das Projekt «Bilinguales Abenteuer am Bodensee». In Kreuzlingen treffen 27 Klassen mit 555 Schülern zusammen.

Um den Austausch zwischen den Sprachregionen zu fördern, hat das Amt für Volksschule das Austauschprojekt «Bilinguales Abenteuer am Bodensee» lanciert. Es führt Schulklassen aus dem Thurgau mit solchen aus der Westschweiz zusammen. Die Nachfrage ist erfreulich gross, insgesamt nehmen an der ersten Durchführung über 500 Schülerinnen und Schüler teil.
Während in den hiesigen Schulzimmern Französisch gebüffelt wird, lernen die Schülerinnen und Schüler ennet des Röstigrabens Deutsch. Im Alltag allerdings kommen die Fremdsprachen hüben wie drüben selten bis nie zum Einsatz. Das weiss man auch beim Thurgauer Amt für Volksschule.
So besteht schon länger der Wunsch, den Austausch zwischen den Sprachregionen zu intensivieren. «Ein Austausch ergänzt den Fremdsprachenunterricht: Er ermöglicht Kindern und Jugendlichen, ihre Sprachkenntnisse in authentischen Situationen zu erproben und die Mehrsprachigkeit der Schweiz persönlich zu erleben», sagt Regierungsrätin Denise Neuweiler, Chefin des Departementes für Erziehung und Kultur.
In der Praxis zeigte sich allerdings, dass es für Thurgauer Lehrpersonen schwierig ist, eine passende Partnerklasse in der Westschweiz zu finden und ein Austausch mit relativ grossem organisatorischem Aufwand verbunden ist. Um Abhilfe zu schaffen, entwickelte das Amt für Volksschule das Austauschprojekt «Bilinguales Abenteuer am Bodensee». Es ist ein niederschwelliges, schlüsselfertiges Austauschangebot, das sich an 5. und 6. Primar- sowie 1. bis 3. Sekundarschulklassen richtet und dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt wird.

Rätselrundgang durchs Napoleonmuseum
Das Programm umfasst einen Foto-OL im Kreuzlinger Seeburgpark, Discgolf, eine Übernachtung in der Jugendherberge Kreuzlingen und am zweiten Tag einen zweisprachigen Rätselrundgang durchs Napoleonmuseum. Letzterer hat das Team des Napoleonmuseums eigens für das Austauschprojekt entwickelt. Bei allen Aktivitäten sind die Schülerinnen und Schüler in zweisprachigen Gruppen unterwegs.
«Im Zentrum steht klar das Ziel, Hemmungen abzubauen», sagt Neuweiler. «Nicht die sprachliche Korrektheit steht im Zentrum, sondern das Überwinden sprachlicher Barrieren.»
Ursprünglich hätte das Angebot während der nationalen Austauschwoche, die von Movetia im Auftrag von Bund und Kantonen bereits zum vierten Mal durchgeführt wird, stattfinden sollen. Sechs Klassen hätten teilnehmen können. Doch die Nachfrage war so gross, dass die Durchführung auf dreieinhalb Wochen ausgedehnt wurde.
«Nun nehmen insgesamt 27 Klassen mit 555 Schülerinnen und Schülern teil», freut sich Neuweiler. Finanziert wird das Projekt zu zwei Dritteln von Movetia und zu einem Drittel vom Kanton.
Nach dem Austausch können alle Lehrpersonen, die mit ihren Klassen teilgenommen haben, in einer Umfrage Rückmeldungen zum Projekt und zu den Erfahrungen sowie Erlebnissen festhalten. «Danach wird entschieden, ob das Angebot weitergeführt werden soll», sagt Neuweiler.










