Flawil SG: Steuerfuss soll auf 134 Prozent steigen
Der Gemeinderat von Flawil SG budgetiert für 2027 ein Minus von 287'325 Franken. Die Bürgerversammlung entscheidet am 24. November über den höheren Steuerfuss.

Der Gemeinderat präsentiert für das Jahr 2027 ein Budget mit einem Aufwandüberschuss von 287'325 Franken. Gleichzeitig beantragt er eine Steuerfusserhöhung auf 134 Prozent. Das strukturelle Defizit, externe Kostenentwicklungen und -überwälzungen von Bund und Kanton an die Gemeinde haben erneut stark auf das Budget eingewirkt.
Auf der anderen Seite zeigt das Ergebnisoptimierungsprogramm «Fokus 2028» Wirkung.
An der Bürgerversammlung vom Dienstag, 24. November 2026, unterbreitet der Gemeinderat den Flawiler Stimmberechtigten ein Budget mit einem Aufwandüberschuss von 287'325 Franken. Damit fällt das prognostizierte Gesamtergebnis für 2027 erneut besser aus als jenes des Vorjahres. Allerdings beinhaltet das Gesamtergebnis von minus 287'325 Franken wiederum einen Bezug aus den Reserven in Höhe von 1,2 Millionen Franken und eine Steuerfusserhöhung. Der Gesamtaufwand beträgt 67,054 Millionen Franken, und der Gesamtertrag beläuft sich auf 66,767 Millionen Franken.
Spielraum und gesetzliche Pflicht
Die Aufgabenbereiche einer Gemeinde lassen sich in Bezug auf die Kosten in sogenannte gebundene Ausgaben und nicht respektive teilweise gebundene Ausgaben unterteilen. Für Aufgabenbereiche mit gebundenen Ausgaben besteht eine gesetzliche Pflicht wie beispielsweise bei der Volksschule, der Sozialhilfe, dem Strassenunterhalt oder auch der Pflegefinanzierung. Rund 85 Prozent aller Aufgaben, die die Gemeinde wahrnehmen muss, sind gebundene Ausgaben.
Jene Aufgaben, die die Gemeinde freiwillig anbietet und daher auch mehr Spielraum für Einsparungen bieten, machen lediglich 15 Prozent aus. Dazu zählen beispielsweise Vereinsförderung, Standortmarketing, Ortsbus, Freibad oder Energieförderung. Trotz des beschränkten Sparpotenzials ist es gelungen, mit dem Ergebnisoptimierungsprogramm «Fokus 2028» für das Jahr 2027 rund 1,5 Millionen Franken einzusparen.
Steuerfuss und Bezug aus Reserven
Für das Budget 2027 ist ein Bezug aus den Reserven in Höhe von 1,2 Millionen Franken vorgesehen. Davon stammen rund 0,75 Millionen Franken aus der Ausgleichsreserve (2026: 1,2 Millionen Franken / 2025: 2,5 Millionen Franken). Im Weiteren ist eine Steuerfusserhöhung von heute 127 auf 134 Prozent vorgesehen.
Von den 7 Steuerprozenten sind 3 Steuerprozente direkt der Umlagerung auf die Gemeinden durch den Kanton St. Gallen und den Bund zuzuschreiben. Dennoch bleibt ein Aufwandüberschuss in Höhe von 287'325 Franken. Dieser wird, sollte er eintreffen, mit dem Eigenkapital verrechnet werden.
Sparsamkeit geht weiter
Das Budget 2027 zeigt, dass mit dem seit 2025 bestehenden Optimierungsprogramm «Fokus 2028» nachhaltige Effekte wirken. Die Massnahmen zur Kosten- und Ertragsoptimierung werden die Gemeinde auch im Jahr 2027 und in den Folgejahren beschäftigen. Mit der laufenden Überprüfung und Verbesserung von Prozessen sollen weitere positive Effekte auf das Budget wirken. Wie erwähnt, reicht dies aber nicht aus.
Mit der geplanten und im Finanzplan bereits vorgesehenen Steuerfusserhöhung erhält die Gemeinde den Handlungsspielraum, den sie braucht, um weiterhin ein lebenswertes und fortschrittliches Flawil sein zu können.










