Ein aufregendes Jahr für die Technischen Betriebe Flawil
Wie die Gemeinde Flawil bekannt gibt, resultierte die moderate Preispolitik in einem Ebit von 528'607 Franken bei einem Umsatz von 26,7 Millionen Franken.

Davon gehen 481'000 Franken an die Gemeinde. Die freien Reserven belaufen sich auf 5,3 Millionen.
Auch sonst birgt das aktuelle Energieumfeld einige Risiken und Herausforderungen. Doch die TBF sind gewappnet.
Positive Bilanz trotz Herausforderungen
Die Technischen Betriebe Flawil (TBF) ziehen eine positive Bilanz zum schwierigen Geschäftsjahr 2023.
Der Ukrainekrieg und die Sanktionen gegen Russland sorgten nicht nur für unsichere Gaslieferungen, sondern hatten auch hohe Mehrkosten für Haushalte und Industrie zur Folge.
Glücklicherweise sanken die Marktpreise im Verlauf des Jahres wieder. Die TBF blieben bei den Tariferhöhungen ausserdem moderat, was zu tieferen Margen führte.
Energiebezug sinkt weiter
Trotz der positiven Entwicklung im Jahr 2023 gab der Bund keine Entwarnung bezüglich einer Energiemangellage.
Dennoch führte der vergangene Winter zu keinen Versorgungsengpässen.
Dies liegt zum einen an der Sensibilisierung, die die Behörden bei Haushalten, Industrie und Gewerbe betrieben, zum anderen war der vergangene Winter sehr mild, sodass weniger geheizt werden musste.
Diese Entwicklung in Kombination mit dem anhaltenden Trend von privaten Photovoltaik-Anlagen und dem Strukturwandel führte dazu, dass der Stromverkauf der TBF um 11,5 Prozent und der Gasverbrauch sogar um 14,5 Prozent tiefer ausfiel als angenommen.
Belastung des Netzes an Spitzentagen
Die Produktion von erneuerbarem Strom mit Photovoltaik-Anlagen sieht die TBF positiv, auch wenn dies zu weniger Absatz und aufwendigem Netzausbau führt.
Schliesslich muss nicht verbrauchte Energie abtransportiert werden.
Gerade an Spitzentagen mit viel Sonne und wenig Absatz, zum Beispiel an Wochenenden, ist das Netz durch den Abtransport der Energie stark belastet.
Damit das Netz dieser steigenden Belastung gewachsen ist, planen und realisieren die TBF einen kontinuierlichen Ausbau.
Potenzial zur Deckung eines Viertels des Wärmebedarfs
Mit dem Fernwärmeprojekt ab der ARA Oberglatt ist ein weiteres Grossprojekt in Bearbeitung.
Die Fernwärme hätte das Potenzial, rund einen Viertel des Flawiler Wärmebedarfs zu decken. Fernwärme ist beim Ersatz von Öl- und Gasheizungen besonders attraktiv.
Dadurch wird auch der Kohlenstoffdioxid-Ausstoss der lokalen Wärmeversorgung deutlich reduziert. Zurzeit wird die Abwärme der ARA in Form von Warmwasser in die Glatt geleitet.
Durch das Fernwärmeprojekt könnte die überschüssige Wärme effizient und nachhaltig genutzt werden. Nebenbei würde dadurch auch das Ökosystem der Glatt entlastet.
Blackout-Tests bei der Trinkwasserversorgung
Im Bereich der Wasserversorgung war das Jahr vor allem geprägt von Unterhaltsarbeiten an den wichtigsten Wasserleitungen.
Neben der Sanierung der Transportleitung vom Weibelsteigweg zum Friedberg wurden auch diverse alte Teilstücke aus korrosionsanfälligen Stahl- und Gussleitungen durch Kunststoffrohre ersetzt.
Eine Energiemangellage würde die Trinkwasserversorgung stark beeinflussen. Daher führten die TBF einen Blackout-Test durch, bei dem alle Mitarbeitenden beteiligt waren.
Die getesteten Massnahmen gewährleisten die Trinkwasserversorgung in Flawil auch bei einem kompletten Stromausfall.
Photovoltaik-Fassade deckt Grossteil des Strombedarfs
Im März 2023 wurde die Photovoltaik-Fassade des Stufenpumpwerks Schützenwiese in Betrieb genommen.
Obwohl die Anlage nur rund drei Viertel des Jahres Strom produzierte, konnte die Anlage etwa 90 Prozent des ganzganzjährlichen Strombedarfs des Pumpwerks decken.
Herausforderungen durch Marktveränderungen
Die TBF wird sich auch in Zukunft mit einem stark veränderten Marktumfeld und veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert sehen.
Kunden werden auch in Zukunft vermehrt auf Eigenproduktion setzen.
Dennoch möchten die TBF auch aus eigner Kraft weiter dazu beitragen, dass lokal mehr erneuerbare Energie produziert wird.
Ökologische Gasversorgung anstreben
Gleichzeitig soll der Kohlenstoffdioxid-Austoss weiter gesenkt und gerade die Gasversorgung ökologischer gestaltet werden.
Dazu soll beispielsweise der Anteil an Biogas aus lokaler Produktion erhöht werden. Trotz dieser zahlreichen Herausforderungen blickt die TBF der Zukunft optimistisch entgegen.
In den letzten zwei Jahren wurde mit grossem Einsatz an den internen Prozessen gearbeitet und gleichzeitig der Umbau der gesamten IT-Landschaft realisiert.
Damit sind die TBF auch für zukünftige Herausforderungen gewappnet.










