Degersheim: Heilkräuterpfad begeistert seit sieben Jahren
Der 4,5 Kilometer lange Heilkräuterpfad in Degersheim SG führt durch mehrere Themengärten. Die Initianten haben ihn seit 2017 mehrfach erweitert.

Der Heilkräuterpfad in Degersheim erfreut sich seit mittlerweile sieben Jahren grosser Beliebtheit. Auf dem Rundweg können Interessierte in verschiedenen Themengärten die Vielfalt der einheimischen Heilpflanzen erleben. Die Initianten sind mit der Entwicklung und dem Interesse aus der Bevölkerung sehr zufrieden.
Schon immer setzten die Menschen Heilpflanzen zur Linderung und Vorbeugung von Krankheiten ein. So entwickelten sich in jeder Kultur eigene Heilverfahren und dazugehörige Therapieformen. Dieses Wissen über die Heilwirkung von Pflanzen und deren Einsatz wurde oft innerhalb einer Familie oder einer Sippe über Generationen weitergeben.
In den letzten Jahrzehnten, in denen vor allem die Schulmedizin im Fokus stand, ist jedoch reichlich Wissen aus dem kollektiven Bewusstsein verschwunden. Die Initianten des Degersheimer Heilkräuterpfads haben sich das Ziel gesetzt, dieses Wissen über die heimischen Arzneipflanzen wieder zugänglich zu machen. Der Heilkräuterpfad zeigt die Vielfalt von lokalen Heilpflanzen auf und soll das Bewusstsein über das Potential der umliegenden Natur stärken.
Heilpflanzen und -kräuter kennenlernen
«Jeder kann auf dem Pfad diverse Kräuter nicht nur entdecken, sondern erfährt durch die Informationstafeln und die Verlinkung zur Homepage auch, wie die Heilpflanzen traditionell eingesetzt werden», sagt Thomas Schneider, Drogist und Inhaber der Medicus Drogerie. Er ist auch der Betreuer des Projekts. Zusammen mit Gartenbauer Bruno Vanzo und später seinem Sohn Livio Vanzo hat Schneider die Idee entwickelt.
Thomas Schneider hat die Pflanzenarten ausgesucht: «Wir wollen möglichst einheimische, alpenländische und mehrjährige Heilkräuter präsentieren. Also keine exotischen Kräuter, sondern solche, die in unserer Kultur zuhause sind. Auf den Wiesen, entlang den Wegen oder in den Wäldern sind überall Kräuter mit Heilwirkungen zu finden. Auf solche Kräuter wollen wir hinweisen und das Wissen über deren Einsatz sichtbar machen».
Ursprung in «Degersheim zum Anbeissen»
Mit dem Projekt «Degersheim zum Anbeissen» gewann der Verkehrsverein Degersheim 2017 beim 150-Jahre-Jubiläum der St.Galler Kantonalbank ein Budget von 100'000 Franken für die Umsetzung ihrer Idee, Degersheim nachhaltig schmackhafter zu machen. Ganz im Sinne dieser Idee stellten sich die Initianten im VVD unter anderem einen Heilkräuterpfad durch das Dorf vor. Ein Rundweg, auf dem man alpenländische Kräuter entdecken kann.
Thomas Schneider sowie Bruno und Livio Vanzo waren und sind die treibenden Kräfter des Heilkräuterpfads. Sie sind «Ur-Degersheimer» und entsprechend tief mit der Gemeinde verbunden. Der Heilkräuterpfad ist für sie eine Herzensangelegenheit.
Erweiterung
Nach der Etablierung des Pfads folgten schliesslich die ersten Erweiterungen: Nach der Neuschaffung des Informationspunkts «Heilkräuter in der Wiese» beim Damenluftbad Tannwald, haben die Initianten auch den Heilkräutergarten im Föhrenwäldli geschaffen. Dieser widmet sich dem Thema Wald- und Waldrand und deren Bedeutung für die Biodiversität. Die Finanzierung dieser Erweiterungen ist durch den Verkehrsverein Degersheim sichergestellt.
Dazu kommen viele unentgeltlichen Einsatzstunden von der Medicus Drogerie und der Vanzo Garten.
Einfache Wanderung
Der Heilkräuterpfad ist ca. 4.5 km lang. Er führt von der Medicus Drogerie zum Föhrenwäldli, von dort aus zum Wolfensberg und kehrt via katholische Kirche zum Ausgangspunkt zurück. Der Pfad folgt damit in Teilen dem «Rond om Tegersche-Weg», der auch ein Lehrpfad mit locker gesetzten Informationstafeln ist.
Entlang des Weges gibt es mehrere Gasthäuser, Picknickplätze und öffentliche Feuerstellen. Da ein Teil des Pfades durch unebenes Gelände führt, gibt es eine kinderwagenfreundliche Abkürzung. Informationsflyer mit der Wanderroute sind bei der Medicus Drogerie oder auf der Gemeindeverwaltung erhältlich.
Zitat: Der Heilkräuterpfad ist das Ergebnis von vielen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden.










