45 Jahre Seniorenchor – «Singen ist Medizin»

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Emmen,

Der Seniorenchor Emmen feiert sein 45-Jahr-Jubiläum. Dank neuen Mitgliedern blickt der Verein gestärkt in die Zukunft und lädt zum Mitsingen ein.

Ob im Chor oder alleine, Singen trägt zum geistigen und körperlichen Wohlbefinden bei. Foto: Jens Büttner/zb/dpa
Ob im Chor oder alleine, Singen trägt zum geistigen und körperlichen Wohlbefinden bei. Foto: Jens Büttner/zb/dpa - dpa-infocom GmbH

Seit 1981 bringt der Seniorenchor Emmen Menschen zusammen, die eines verbindet: die Freude am Singen, berichtet die Gemeinde Emmen. Zum 45-Jahr-Jubiläum blickt der Chor auf eine bewegte Geschichte zurück und gleichzeitig optimistisch in die Zukunft. Ein Gespräch mit Präsident Josef Niederberger darüber, weshalb Singen für die meisten Mitglieder weit mehr als nur ein Hobby ist.

«Singen ist super! Das stellt einen auf. Es ist die Essenz des Lebens», sagt Josef Niederberger. Seit 2008 singt er im Seniorenchor Emmen, seit 2010 steht er dem Verein als Präsident vor.

Bei einer Probe im Dorothee-Saal der Pfarrei Bruder Klaus wird schnell spürbar, was er damit meint: Die Stimmen füllen den Raum, konzentriert wird geprobt, zwischendurch wird gelacht. Der Chor ist nicht nur ein Ort zum Singen, sondern auch ein Treffpunkt.

Neue Klänge

Gegründet wurde der Seniorenchor Emmen 1981 im ehemaligen Altersheim Herdschwand von Maya Zwyer und einigen Initiativfrauen. Was damals als Chor für Seniorinnen und Senioren begann, ist heute ein fester Bestandteil des Emmer Vereinslebens. Alle fünf Jahre feiert der Chor sein Bestehen mit einem Jubiläumskonzert. Die Konzerte in der Kirche Emmen Dorf waren in der Vergangenheit jeweils bis auf den letzten Platz gefüllt.

Musikalisch hat sich der Chor über die Jahre verändert. Neben klassischen Werken finden längst auch moderne und internationale Lieder ihren Platz im Repertoire. Die Sängerinnen und Sänger wagen sich an englische Stücke wie «Let it be», singen Mundartlieder wie «Hemmige» oder «Vogel ohni Flügel» und pflegen ebenso französisches und klassisches Liedgut.

Seit 2022 steht Bruno Koch am Dirigentenpult. Er bringt neue Impulse und legt Wert darauf, dass die Stücke musikalisch wirklich sitzen. «Wir freuen uns über alle, die neugierig sind und einfach einmal mitsingen möchten», sagt Josef Niederberger.

Neuer Mut und Nachwuchs

Die Mitgliederzahlen bereiteten dem Verein in den vergangenen Jahren zunehmend Sorgen. 2007 zählte der Chor noch über 60 Mitglieder, zuletzt waren es gerade noch 24. Doch nun gibt es Grund zur Freude: 15 Teilnehmende des Projekts «Querbeet» von Dirigent Bruno Koch wollten auch danach gemeinsam weitersingen und schlossen sich dem Seniorenchor an.

Für Josef Niederberger ist klar, weshalb es Vereine heute schwerer haben, neue Mitglieder zu gewinnen. Viele Menschen arbeiten Teilzeit, betreuen ihre Familie oder Enkelkinder und möchten sich nicht mehr langfristig an einen Verein binden. Umso wichtiger sei es, die Freude und den persönlichen Gewinn des gemeinsamen Singens zu vermitteln.

Ein Chor gegen die Einsamkeit

Denn für viele Mitglieder ist der Seniorenchor mehr als eine wöchentliche Chorprobe. «Singen ist Medizin fürs Herz und für die Seele», sagt Niederberger. Die Gemeinschaft könne Halt geben, gerade auch in schwierigen Lebensphasen. Der Chor wirke gegen Einsamkeit und sei für viele Mitglieder zu einer Art Heimat geworden.

Neben dem gemeinsamen Singen kommt deshalb das gesellige Leben nicht zu kurz. Es geht schliesslich um mehr, als nur darum, die richtigen Töne zu treffen. Nach jeder Probe besteht die Möglichkeit, noch gemeinsam ins Bistro zu gehen.

Einmal jährlich unternimmt der Chor einen Ausflug. Zuletzt führte dieser mit einer Schleusenfahrt von Basel nach Rheinfelden. In diesem Jahr stand zudem ein Probeweekend im deutschen Bad Wörishofen im Unterallgäu auf dem Programm.

Neue Stimmen sind jederzeit willkommen

Damit die Geschichte des Seniorenchores Emmen noch lange weitergeschrieben werden kann, sind neue Sängerinnen und Sänger jederzeit willkommen. Geprobt wird jeden Donnerstag von 14.15 bis 15.45 Uhr im Dorothee-Saal der Pfarrei Bruder Klaus.

Mitmachen können alle ab 60 Jahren. Eine Anmeldung ist nicht nötig: Wer neugierig ist, kann einfach zum Schnuppern vorbeikommen und selbst herausfinden, ob das gemeinsame Singen Freude macht.

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