Geroldswil ZH: 286 Personen holten Wasser bei der Notfallübung
In Geroldswil ZH probten Wasserversorgung, Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei am Samstag den Trinkwasser-Notfall. 286 Personen bezogen rund 1551 Liter Wasser.

Am Samstag führte die Gruppenwasserversorgung Geroldswil-Oetwil a.d.L-Weiningen gemeinsam mit der Gemeinde Geroldswil eine grossangelegte Wassernotfallübung durch. Ziel war es, die im gemeinsamen Notfallkonzept festgelegten Abläufe unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen und das Zusammenspiel der beteiligten Organisationen für den Ernstfall zu erproben. Als Szenario wurde angenommen, dass ein starkes Erdbeben das Grundwasserpumpwerk Schanzen sowie wesentliche Teile der Transport- und Verteilinfrastruktur beschädigt hat.
Eine reguläre Versorgung der Bevölkerung über das Leitungsnetz war im Naturereignis nicht mehr möglich. Das benötigte Trinkwasser musste deshalb mit Tanklastwagen zu den vorgesehenen Not-Trinkwasser-Abgabestellen transportiert und dort an die Bevölkerung verteilt werden.
Bevölkerung sorgt für realistische Bedingungen
Einen besonders wichtigen Beitrag leistete dabei die Bevölkerung. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner machten von der Möglichkeit Gebrauch, mit eigenen Gefässen Trinkwasser an den eingerichteten Abgabestellen zu beziehen. Insgesamt wurden von 286 Personen auf diese Weise rund 1551 Liter Trinkwasser bezogen.
Die rege Beteiligung ermöglichte es den Einsatzkräften, die Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu testen: von der Anlieferung des Wassers über die Organisation der Abgabestellen bis hin zur eigentlichen Verteilung an die Bevölkerung. Gleichzeitig konnten die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen Wasserversorgung, Gemeindeführungsorganisationen, Feuerwehr, Zivilschutz, Polizei und kantonalen Stellen erprobt werden.
Übung wird zum Begegnungspunkt für Gross und Klein
Neben dem eigentlichen Übungsbetrieb entwickelte sich der Anlass auch zu einem Begegnungspunkt für Gross und Klein. Die beteiligten Einsatzorganisationen gewährten der Bevölkerung einen Einblick in ihre Arbeit und Einsatzmittel. Insbesondere für die jüngeren Besucherinnen und Besucher gab es einiges zu entdecken und auszuprobieren.
So konnte unter fachkundiger Anleitung durch Angehörige der Feuerwehr selbst einmal mit dem Feuerwehrschlauch Wasser gespritzt werden. Auch die Besichtigung des Tanklöschfahrzeugs stiess auf grosses Interesse. Die Kommunalpolizei Rechtes Limmattal präsentierte zudem eines ihrer Einsatzfahrzeuge, das von Gross und Klein aus nächster Nähe besichtigt werden konnte.
Ein besonderes Highlight war die Kantonspolizei Zürich: Auf einem Polizeimotorrad Platz zu nehmen und dieses aus nächster Nähe zu bestaunen, sorgte bei vielen Kindern – und auch bei manchen Erwachsenen – für Begeisterung. Damit bot die Wassernotfallübung nicht nur die Gelegenheit, wichtige Abläufe für eine ausserordentliche Lage zu überprüfen, sondern brachte gleichzeitig Bevölkerung, Behörden und Einsatzorganisationen auf unkomplizierte Weise miteinander in Kontakt. Die Besucherinnen und Besucher konnten hautnah erleben, welcher Aufwand und welche Zusammenarbeit notwendig sind, damit die Trinkwasserversorgung auch in einer schweren Mangellage zuverlässig gewährleistet werden kann.
Erste Bilanz fällt positiv aus
Eine erste Bilanz der Verantwortlichen fällt positiv aus. Gut funktioniert haben insbesondere der Aufbau und Betrieb der Not-Trinkwasser-Abgabestellen und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einsatzorganisationen. Die detaillierte Auswertung der Übung erfolgt in den nächsten Tagen.
Dabei werden sowohl die gut funktionierenden Abläufe als auch festgestellte Verbesserungspotenziale analysiert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden anschliessend in das gemeinsame Notfallkonzept einfliessen. Die Übung hat damit einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die beteiligten Organisationen auf einen möglichen Ernstfall vorzubereiten und die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung auch unter ausserordentlichen Bedingungen zuverlässig sicherzustellen.
Die Verantwortlichen danken allen beteiligten Organisationen, Einsatzkräften, Helferinnen und Helfern sowie insbesondere der Bevölkerung für die engagierte Teilnahme und das grosse Interesse.











