Nachdem die Spucktests der Zürcher Firma Disposan AG wegen Verunreinigungen zurückgerufen worden sind, hat der Kanton Graubünden nun mit der Berner Firma Ender Diagnostics einen neuen Lieferanten.
Coronavirus Spucktest
Ein Mann hält einen Spucktest auf das Coronavirus in der Hand. - Keystone

Ende Juni habe man festgestellt, dass die Corona-Spucktests die in Bündner Schulen und Betrieben eingesetzt wurden, verunreinigt waren, sagte Martin Bühler, Leiter des kantonalen Führungsstabs, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Verunreinigung sei aber unter dem gesetzlich festgelegten Schwellenwert gewesen, weshalb beim Gurgeln der Flüssigkeit keine Gefahr für die Nutzerinnen und Nutzer ausgegangen sei.

Bühler habe daraufhin bei der Disposan AG Druck gemacht, um genaue Details zu den Verunreinigungen zu erhalten, sagte er. Er habe aber keine Informationen bekommen. Disposan hätte ihren Bericht nur dem Gesundheitsamt vorgelegt.

Patrick Huber, Geschäftsführer der Disposan AG, verweist auf Anfrage von Keystone-SDA auf die vorgeschriebene Praxis bei Swissmedic. Diese habe in einem öffentlichen Verfahren von dem Fall berichtet und eine Rückgabe der Tests angeordnet.

Im öffentlichen Bericht von Swissmedic ist von umwelt- und pflanzenassoziierten Bakterien die Rede. Um welche Bakterien es sich genau handelt, ist weiterhin unklar.

«Wir kritisieren die Kommunikation der Disposan AG», sagte Bühler. Als Konsequenz akzeptierte der Kanton die Spucktests von Disposan nicht mehr. Mit dem neuen Lieferanten der Test-Kits habe man nun zusammen mit acht weiteren Kantonen einen gemeinsamen Partner gefunden.

«Die Distribution läuft aber weiterhin über die Disposan AG. Da machen sie einen guten Job», so Bühler. Auch Huber bestätigt: «Es ist der Disposan ein Anliegen, die Testprogramme weiterhin nach Kräften zu unterstützen.»

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