Badi-Check am Untersee – Wasserspiegel wird abgesenkt
Für die Untersuchung der über 100-jährigen Badeanstalt senkt die Gemeinde Arosa den Untersee vorübergehend ab. Der Badibetrieb bleibt weiterhin möglich.

Die traditionsreiche Badeanstalt am Aroser Untersee ist renovationsbedürftig, berichtet die Gemeinde Arosa. Um den baulichen Zustand der über 100-jährigen Anlage und insbesondere das Fundament sowie den Untergrund umfassend beurteilen zu können, wird der Wasserspiegel des Untersees ab dem 20. August 2026 vorübergehend um rund 1,5 Meter abgesenkt.
Die Untersuchungen sind auch mit Blick auf die Sicherheit der Anlage notwendig und bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Planung. Der Badibetrieb bleibt während dieser Zeit grundsätzlich gewährleistet.
Die Geschichte der Badeanstalt am Untersee reicht bis ins Jahr 1920 zurück. Seit über 100 Jahren gehört sie zum vertrauten Bild von Arosa und ist für Generationen von Einheimischen und Gästen eng mit dem Aroser Sommer verbunden.
Geologische Untersuchungen schaffen wichtige Grundlagen
Das traditionsreiche Gebäude ist mittlerweile renovationsbedürftig. Für die weitere Planung braucht es deshalb eine detaillierte Beurteilung des heutigen baulichen Zustands. Im Fokus stehen insbesondere das Fundament, die im Seeboden verankerten Stützen sowie die Beschaffenheit des Untergrunds. Diese Bereiche sind bei normalem Wasserstand nur eingeschränkt zugänglich und können bislang nicht ausreichend beurteilt werden.
Die vertieften Untersuchungen sind notwendig, um eine verlässliche Bestandesaufnahme der Anlage zu erhalten. Gleichzeitig dienen sie dazu, den baulichen Zustand unter Sicherheitsaspekten fachlich beurteilen zu können. Dazu werden neben den Untersuchungen an der Konstruktion auch geologische Sondierbohrungen im Bereich des Seegrunds durchgeführt.
Wasserspiegel wird um rund 1,5 Meter abgesenkt
Damit die notwendigen Untersuchungen durchgeführt werden können, muss der Wasserspiegel des Untersees ab dem 20. August 2026 kontrolliert um rund 1,5 Meter abgesenkt werden. Die Absenkung erfolgt über mehrere Tage. Die Untersuchungen und damit verbundenen Arbeiten sind bis voraussichtlich Mitte September vorgesehen.
Der Zeitpunkt für die Arbeiten wurde bewusst gewählt und berücksichtigt die gesetzlichen Vorgaben sowie die Interessen von Natur, Gewässer und Fischerei. Ab dem 16. September beginnt zudem die gesetzlich festgelegte Schonzeit zum Schutz der Laich- und Embryonalentwicklung. Die Absenkung und die Untersuchungen werden fachlich begleitet und so durchgeführt, dass die Auswirkungen auf die Natur möglichst gering bleiben.
Badibetrieb bleibt möglich
Für die Gäste bleibt die Badi auch während der Absenkung grundsätzlich nutzbar. Das Kinderbecken kann uneingeschränkt betrieben werden. Durch den tieferen Wasserspiegel verschiebt sich die Uferlinie des Untersees entsprechend weiter in Richtung Seemitte. Vor Ort wird über die aktuelle Situation und allfällige Einschränkungen informiert.
Wie jeden Herbst werden zudem die Holzbretter der Badeanlage für die Wintermonate entfernt. Ob und in welchem Umfang diese nach den Untersuchungen wieder montiert werden können, hängt von den Erkenntnissen der Bestandesaufnahme sowie den Wetterbedingungen ab.
Grundlage für die weitere Planung
Die Untersuchungen werden durch die Crestageo AG, ein Schweizer Unternehmen mit Hauptsitz in Chur und Teil der Zindel Gruppe, durchgeführt. Dabei werden der Untergrund, die im Seeboden verankerten Stützen und das Fundament sowie der allgemeine bauliche Zustand der Konstruktion detailliert erfasst und beurteilt.
Die Ergebnisse der Bestandesaufnahme und der geologischen Untersuchungen bilden anschliessend die fachliche Grundlage für die weitere Planung. Erst auf Basis dieser Erkenntnisse können mögliche Sanierungsmassnahmen und das weitere Vorgehen beurteilt werden. Ziel ist es, auf dieser Grundlage die nächsten Schritte für den langfristigen Erhalt der traditionsreichen Badeanstalt sorgfältig zu planen.









