Das Rechnungsjahr 2021 der Gemeinde schliesst mit einem Ertragsüberschuss ab. Beigetragen haben höhere Steuereinnahmen und tiefere Ausgaben für die Sozialhilfe.
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Ein Taschenrechner (Symbolbild) - Pixabay

Wie die Gemeinde Mellingen berichtet, liegt der Steuerertrag bei den Einkommens- und Vermögenssteuern um rund 798‘000 Franken über dem Budgetwert. Der Grund dieser erfreulichen Mehreinnahmen liegt unter anderem an der Tatsache, dass die im Budget 2021 mit minus 2,5 Prozent berücksichtigten Auswirkungen der Corona-Krise auf die Steuereinnahmen kaum eingetreten sind.

Der Steuerausstand (Gemeindeanteil) hat im Gegensatz zum Vorjahr wieder abgenommen, und zwar um rund 152‘000 Franken. Dies, nachdem Mahn- und Betreibungsstopp wegen Corona durch das kantonale Steueramt wieder aufgehoben wurden. An Aktiensteuern konnten rund 364'000 Franken mehr eingenommen werden als geplant.

Auch hier wurde aufgrund der Empfehlungen des kantonalen Steueramtes ein Rückbehalt budgetiert, welcher unter anderem dank der regen Bautätigkeit nicht realisiert werden musste. Jedoch fielen die Quellensteuern um rund 75'000 Franken und die Grundstückgewinnsteuern um rund 90'000 Franken tiefer aus.

Rund 600'000 Franken weniger Sozialhilfe

Diese Kostenunterschreitung bei der gesetzlichen Sozialhilfe (ohne Asylwesen) ist das Ergebnis diverser Massnahmen.

Bereits vor rund zwei Jahren wurde eine Reorganisation der Schnittstelle zwischen der Gemeinde und der Jugend und Familienberatungsstelle (JFB) umgesetzt. Dadurch konnten Prozesse verschlankt, Doppelspurigkeiten ausgemerzt und frei gewordene Kapazitäten in eine gezieltere Betreuung investiert werden.

Mit der Zusammenlegung der JFB Geschäftsstellen Baden und Mellingen zu Beginn des Jahres 2021 konnte die Kapazitätsauslastung zusätzlich verbessert werden. Dadurch konnte die JFB einerseits diverse langjährige Sozialfälle durch Integrationsmassnahmen abschliessen und aus der Sozialhilfe entlassen und andererseits einige Fälle durch die IV ablösen, was teilweise noch zu Nachzahlungen von Rentenansprüchen und damit zu Rückerstattungen von Sozialhilfeleistungen führte.

Insgesamt wurden 133 Fälle (Vorjahr 144) bearbeitet. Per Ende Jahr waren noch 66 aktive Fälle zu verzeichnen (Vorjahr 77).

12 Millionen Nettoinvestitionen

Die geplanten Nettoinvestitionen von 12 Millionen Franken wurden wie vorgesehen umgesetzt. Davon flossen knapp 9,7 Millionen Franken in die Erweiterung und Erhaltung der Schulanlagen sowie rund 1,74 Millionen Franken in die Umfahrung.

Durch verzögerte Rechnungsstellung, günstigere Vergaben und vorsichtige Liquiditätsplanung zeigt sich die Pro-Kopf-Verschuldung per Ende 2021 mit rund 2600 Franken um 900 Franken tiefer als budgetiert. Damit konnten Kapitalkosten von rund 136'000 Franken eingespart werden.

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