Bremgarten AG: Stadt ruft zum Wassersparen auf
Die Grundwasserstände sinken seit Monaten. Der Stadtrat verzichtet vorerst auf Verbote, appelliert aber an die Bevölkerung – weitere Massnahmen sind möglich.

Wie weite Teile Europas ist auch die Schweiz von einer aussergewöhnlichen Hitzewelle und anhaltenden Trockenheit betroffen. Die Auswirkungen sind zunehmend sichtbar und spürbar: Ausgetrocknete Böden, braune Wiesen und Felder sowie Bäche, in denen kein Wasser mehr fliesst, sind die offensichtlichsten Anzeichen. Auch die Stadt Bremgarten mit dem Ortsteil Hermetschwil-Staffeln bleibt von der Wasserknappheit nicht verschont.
In unserer Region fiel in diesem Jahr bislang lediglich rund die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge. Die Bevölkerung wurde deshalb bereits Anfang Juli aufgerufen, mit dem kostbaren Trinkwasser sparsam umzugehen.
Die Grundwasserstände in Bremgarten sind seit Monaten rückläufig. Sie werden von den Verantwortlichen der Wasserversorgung Bremgarten laufend überwacht. Entsprechend setzt die Stadt bereits seit mehreren Wochen verschiedene Wassersparmassnahmen um.
So wurde beispielsweise die Wasserabgabe bei den öffentlichen Brunnen auf 1 bis 2 Liter pro Minute reduziert. Auf das Abstellen der Brunnen wird vorerst jedoch verzichtet, da stehendes Wasser aufgrund der Algenbildung abgelassen werden müsste. Zudem würden die Brunnen der Bevölkerung nicht mehr zur Erfrischung zur Verfügung stehen.
Auch die Bewässerung von Sportplätzen, Pflanzentrögen und Rabatten wurde auf das notwendige Minimum beschränkt, um Totalschäden zu verhindern und kostspielige Wiederherstellungsmassnahmen zu vermeiden.
Der Wasserverbrauch ist aufgrund der aktuellen Wetterlage deutlich angestiegen – obwohl sich derzeit noch viele Bremgarterinnen und Bremgarter in den Ferien befinden. Es ist davon auszugehen, dass der Verbrauch nach Schulbeginn weiter zunehmen wird, insbesondere wenn in den kommenden Wochen keine ergiebigen Niederschläge fallen. Danach sieht es zurzeit leider nicht aus.
Jede und jeder kann durch bewusstes Verhalten täglich Wasser sparen. Bereits mit kleinen Anpassungen im Alltag lässt sich ein wichtiger Beitrag zum schonenden Umgang mit dieser lebenswichtigen Ressource leisten. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Im Monat Juli wurden durch die Wasserversorgung Bremgarten rund 97'000 m³ Wasser aus den Grund- und Quellwasserpumpwerken gefördert.
Dies entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 360 Litern pro Einwohnerin bzw. Einwohner und Tag. Würde dieser Verbrauch um lediglich 30 Liter pro Person und Tag reduziert, könnte innerhalb eines Monats eine Wassermenge eingespart werden, die dem Dreifachen des Volumens aller Aussenbecken des Freibads Bremgarten entspricht.
In mehreren Aargauer Gemeinden wurden bereits verbindliche Wassersparvorschriften erlassen, darunter Einschränkungen beim Rasensprengen oder beim Waschen von Fahrzeugen. Der Stadtrat Bremgarten sieht derzeit davon ab, solche Allgemeinverbote zu verfügen. Stattdessen wird die Bevölkerung erneut aufgerufen, Trinkwasser möglichst sparsam zu verwenden.
Alle können dazu beitragen, indem folgende Empfehlungen beachtet werden:
• Auf das Waschen von Fahrzeugen sowie das Abspritzen von Plätzen verzichten.
• Auf das Auffüllen von Pools sowie den Betrieb von Zierbrunnen, Wasserspielen und ähnlichen Anlagen verzichten.
• Die Bewässerung von Rasenflächen möglichst reduzieren oder ganz darauf verzichten.
• Im Haushalt bewusst mit Wasser umgehen: Das Wasser beim Duschen oder Zähneputzen nicht unnötig laufen lassen und bei der Toilette die Spülstopp-Funktion nutzen.
• Das Wasser vom Waschen von Salat, Gemüse oder Obst in einer Schüssel auffangen und anschliessend zur Pflanzenbewässerung verwenden.
• Wassersparende Einsätze bei Duschköpfen und Wasserhähnen verwenden.
Der Stadtrat dankt der Bevölkerung für die aktive Unterstützung und das verantwortungsbewusste Verhalten.
Es muss darauf hingewiesen werden, dass bei unveränderter Wetterlage und insbesondere dann, wenn die Grundwasserstände ein kritisches Niveau erreichen, auch in Bremgarten weitergehende Massnahmen und Einschränkungen unvermeidlich sein können.
Trinkwasser ist unser wichtigstes und kostbarstes Gut. Der Klimawandel führt auch in der Schweiz dazu, dass sauberes Trinkwasser nicht mehr als selbstverständlich betrachtet werden kann. Ein sorgsamer Umgang mit dieser wertvollen Ressource ist deshalb wichtiger denn je.










