In Aegerten im Berner Seeland hat eine Archäologin im Frühling dieses Jahres eine 2000-jährige Amphore entdeckt. Das ist ein Keramikgefäss, in dem früher beispielsweise Olivenöl transportiert wurde.
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In Aegerten ist eine Amphore aus der Antike entdeckt worden. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Wie die bernische Bildungs- und Kulturdirektion am Freitag mitteilte, begleitete die Archäologin Bauarbeiten im Bett der alten Zihl. Als die Amphore zum Vorschein kam, war sie weitgehend intakt. Inzwischen ist sie restauriert worden und misst 73 Zentimeter in der Höhe und 50 Zentimeter in der Breite.

Die Amphore dürfte mindestens 65 Liter gefasst und in gefülltem Zustand gut 80 Kilogramm gewogen haben. Nach der Rekonstruktion geht der archäologische Dienst des Kantons Bern davon aus, dass das Gefäss aus dem ersten Jahrhundert nach Christus stammt.

In Amphoren dieses Typs gelangte laut der Mitteilung südspanisches Olivenöl aus der römischen Provinz Baetica - die Region um das Tal des Guadalquivir in Andalusien - an ihren Bestimmungsort. Die Verbreitung dieser Amphoren reicht vom westlichen Mittelmeerraum bis nach Britannien.

«Das Transportgefäss ist somit ein Hinweis auf die Übernahme der römischen Kultur durch die keltische Bevölkerung im Schweizer Mittelland, die schon damals (. . .) importiertes Olivenöl schätzte», schreibt die bernische Bildungs- und Kulturdirektion.

Dank Inschriften ist laut archäologischem Dienst bekannt, dass in der Römerzeit Schiffsleute Waren auf dem Gewässernetz von Rhein, Aare und Zihl sowie den Jurarandseen transportierten. In der Nähe des Fundortes in Aegerten und in Studen betrieben sie verschiedene Hafenanlagen.

«Aufgrund der Fundlage könnte die Amphore direkt von einem antiken Transportschiff in das damalige Flussbett der Zihl gefallen oder entsorgt worden sein. Nicht abwegig ist der Gedanke, dass die Amphore mitsamt ihrem wertvollen Inhalt direkt beim Warenumschlag in den Fluss gefallen ist - und der Ärger der Schiffsleute gross war.»

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