Am 5. Januar haben die Kinobetreiberfirma Sterk Cine AG ihr Kino in Wettingen AG geschlossen. Der Wettinger Gemeinderat zeigte sich in einer Mitteilung vom Donnerstag «überrascht und irritiert» über den Abbruch langjähriger Planungen.
Kreisel Centerpassage - Wettingen
Kreisel Centerpassage - Wettingen - nau.ch / jpix.ch

In der Mitteilung drückt der Gemeinderat von Wettingen sein Bedauern aus über die Schliessung des Kinos «Elite», das 1947 eröffnet hat. «Dies wurde gegenüber den Gemeindebehörden nicht vorangekündigt und war nur den Medien zu entnehmen», steht in der Mitteilung.

Der Gemeindrat habe mit der Kinobetreiberin Sterk Cine AG in Baden über einen unterirdischen Kino-Komplex mit vier Sälen gesprochen. Eine Machbarkeitsstudie sei 2012 erarbeitet worden, 2014 ein Gestaltungsplan-Verfahren, das die Grundeigentümer ab 2017 nicht mehr weiterverfolgten.

Der Gemeinderat sei angesichts der Vorgeschichte erstaunt, dass die Bauherrschaft das Verfahren nun abgebrochen habe. «Die bisher erbrachten Vorleistungen wurden damit zum Teil hinfällig.» Und weiter schreibt er: «Der Gemeinde kann nicht vorgeworfen werden, eine massgebliche Schuld an der Aufgabe des Kinokomplexes verantworten zu müssen.»

Bei der Kinobetreiberin Cine Sterk AG ist die Geschäftsführerin Alexandra Sterk auf Anfrage ihrerseits «überrascht» über die Reaktion des Wettinger Gemeinderats. «Auch auf unserer Seite sind hohe Kosten entstanden», sagt Alexandra Sterk.

Ihre Firma habe zusammen mit umliegenden Grundeigentümern ein grösseres Bauprojekt mit Multiplex-Kino ins Auge gefasst. Nachdem die Planung seit zehn Jahren nicht vorangekommen sei, und es Ciné Sterk verunmöglicht worden sei, grosse Kinosäle zu bauen, habe das Kinounternehmen seine Parzelle mit dem Kino an die anderen Grundeigentümer verkauft. Kleine Kinosäle wären nicht rentabel gewesen, argumentiert die Geschäftsführerin. «Es wird einen Neubau geben, allerdings ohne Kino», so Alexandra Sterk.

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