Ein Architektinnen-Duo aus Irland setzt im Studienwettbewerb-Gewinnerprojekt zusammen mit einem Basler Partnerbüro auf Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit.
Münchenstein. Blick auf Industrie (Dreispitz/Basel am rechten Bildrand) und Schulhaus und katholische Kirche St. Franz Xaver.
Münchenstein. Blick auf Industrie (Dreispitz/Basel am rechten Bildrand) und Schulhaus und katholische Kirche St. Franz Xaver. - Nau.ch / Werner Rolli

Ein Architektinnen-Duo aus Irland ist zusammen mit einem Basler Partnerbüro siegreich aus einem Studienwettbewerb für ein neues Uni-Quartier auf dem Dreispitz-Areal in Münchenstein BL hervorgegangen. Der Projektvorschlag bezieht bestehende Bauten mit ein und legt ein starkes Gewicht auf Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Die Verantwortlichen hinter dem Wettbewerb und dem Projekt gaben sich am Mittwoch an einer Medienkonferenz euphorisch: Beat von Wartburg, Direktor der Christoph Merian Stiftung, die das Land besitzt, bezeichnete das Projekt als «genialen Entwurf», Jurypräsident Pierre de Meuron sprach von einem «architektonisch starken Ansatz» und Uniratspräsident Beat Oberlin freut sich auf einen «Leuchtturm im universitären Bauen in der Schweiz».

Die Rede ist vom neuen Standort für die Wirtschaftswissenschaftliche und die Juristische Fakultät der Universität Basel. Diese sollen ab ca. 2030 auf dem Dreispitzareal in Münchenstein, knapp neben der Kantonsgrenze zu Basel-Stadt, zu stehen kommen. Rund 3000 Studierende und Mitarbeitende werden dann in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hochschule für Gestaltung und Kunst der FHNW ein- und ausgehen.

Vor allem dieser geografische Aspekt freute den Baselbieter Baudirektor Isaac Reber (Grüne). Er wies nicht ohne Stolz darauf hin, dass Baselland den Lead und die Rolle des Investors übernehmen wird. Der Kanton habe beim FHNW-Campus in Muttenz bewiesen, dass er das könne.

Nachhaltigkeit und Attraktivität in einem

Zum einstimmigen Entscheid in der Jury habe der qualitativ hochwertige ganzheitliche Ansatz geführt, sagte de Meuron. Das Projekt sei ebenso nachhaltig wie attraktiv. So bezieht es bestehende Bauten wie etwa das ehemalige gerüstartige Parkhaus Ruchfeld als eine Art mehrstöckigen Garten und ein ehemaliges Lagerhaus der Speditionsfirma Fiege als Bibliothek mit ein.

Das siegreiche Team ist Grafton Architects Dublin in Zusammenarbeit mit Blaser Architekten aus Basel. Die beiden federführenden Architektinnen aus Irland, Yvonne Farrell und Shelley McNamara, verfügten über viel Erfahrung mit Universitätsbauten, für die sie auch schon den renommierten Pritzker Prize einheimsen konnten.

Ein weiteres Merkmal des Projekts ist die durchgehende Begrünung des Areals. Damit verleihen die Architektinnen dem Umstand, dass das Dreispitzareal auf den Wärmekarten als Hitzeinsel tiefrot markiert ist, viel Gewicht.

Prime-Faktor Nutzungsmischung

Das Studienprojekt vereint sodann horizontale Neubauriegel für Lehre und Forschung mit scheinbar schwebenden Hochhäusern, in denen periphere Nutzungen wie Büros, aber auch Wohnungen für Studierende vorstellbar wären. Es war Teil des Auftrags, auch flankierende Nutzungen wie Gastronomie, Gewerbe, Kinderbetreuungsangebote und sogar eine geplante Zirkusschule mit einzubeziehen.

Die Nutzungsmischung war für alle Beteiligten, einschliesslich Swiss Prime Site Immobilien, die ebenfalls mit an Bord ist, von grosser Wichtigkeit. Pierre de Meuron äusserte die Hoffnung, dass auf dem Dreispitzareal am Stadtrand Basel eines der lebenswertesten Quartiere entstehen werde.

Auf Basis dieser Projektstudie wird es jetzt weitergehen. Die Verantwortlichen nannten das Jahr 2030 als Termin für die Übergabe des Quartiers an die Universität Basel.

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