Die Neubespielung des Basler Kasernenhauptbaus als Kultur- und Kreativwirtschaftszentrum sowie als Begegnungsort befindet sich auf der Zielgeraden. Die Netzwerkorganisation Fluxdock ist als vom Kanton eingesetzte Betreiberin mit ersten künftigen Nutzerinnen und Nutzern in Kontakt.
Basel Kaserne
Die Wiese vor der Kaserne in Basel, am Dienstag, 23. Juni 2020. - Keystone

Als «Ort voller Möglichkeiten» stellt sich der Basler Kantons- und Stadtentwickler Lukas Ott den neugestalteten Kasernenhauptbau vor, wie er am Montag an einer Begehung der Baustelle sagte. Die Liste der interessierten Pioniernutzerinnen und -nutzern gibt tatsächlich ein buntes Bild ab: Sie reicht vom Rockförderverein beider Basel (RFV) über das Gässli-Filmfestival und die Klimastreik-Bewegung bis zur mobilen Jugendarbeit, wie zu erfahren war.

Die vom Kanton eingesetzte Betreiberorganisation Fluxdock hat nach eigenen Angaben bereits früh Kontakt zu potentiellen Nutzerinnen und Nutzer aufgenommen und diese in die Erarbeitung des Betriebskonzepts mit eingebunden. Herauskristallisiert hat sich eine breite Palette an Nutzungsmöglichkeiten mit flexiblen Co-Working-Spaces, Ateliers, Büros und Projekträumen.

Die Rede ist von rund 110 Arbeitsplätzen. Die Mietverträge sind auf fünf Jahre begrenzt, um eine lebendige «Fluktuation» zu garantieren, wie Ott sagte.

Zum Verantwortungsbereich von Fluxdock gehören auch die weiträumige öffentliche «Plaza», die als neuer Indoor-Durchgang das Rheinbord mit dem Kasernenhof verbinden wird. Dazu kommt der grosse Veranstaltungsraum im zweiten Obergeschoss. Insgesamt wird die Betreiberorganisation für rund 3200 Quadratmeter Fläche zuständig sein.

Die Durchschnittsmiete wurde mit 80 Franken pro Quadratmetern angegeben, wobei je nach Nutzungsart eine relativ grosse preisliche Spannweite herrschen wird. Die Einnahmen müssen ausreichen, dass der Kanton als Besitzer des Baus finanziell mit einer schwarzen Null rechnen kann, so Ott.

Fluxdock wird für knapp zwei Drittel der Gesamtfläche zuständig sein. Daneben kommen fixe Vermietungen unter anderem an das Kulturzentrum Kaserne Basel, das auch den Betrieb des neuen Proberaums unter sich haben wird, die Moschee, den Fähri-Verein und an Gastrobetriebe.

Drei an der Zahl werden es sein: Das Café ging in die Hände der Rhyschänzli-Gruppe über, die gegenwärtig noch die Kasernen-Buvette betreibt. Für die Skybar im Südturm des Hauptbaus erhielt die Grenzwert-Gruppe von Cécile Grieder den Zuschlag. Für das Restaurant im rheinseitigen südlichen Anbau sei es wegen der Corona-Krise noch zu keinem Vertragsabschluss gekommen, sagte Ott.

Im Moment befinden sich die Umbauarbeiten in der Endphase. Im März 2022 soll es losgehen mit der Neubelebung des Hauptbaus als Kultur- und Kreativwirtschaftszentrums. Das ist später als ursprünglich geplant. Eine Fehlplanung bei der Strom-Hauptversorgung hat zu einer mehrmonatigen Verzögerung geführt.

Der Umbau des 1863 errichteten und bis in die 1960er-Jahre von der Armee genutzten Hauptbaus kostete rund 45 Millionen Franken. Das Umnutzungsprojekt wurde im Februar 2017 in einer Volksabstimmung mit knapp 62 Prozent Ja-Stimmen abgesegnet.

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