«Stückwerk» heisst die neue Ausstellung im Museum der Kulturen Basel. Zu sehen sind diesem Titel entsprechend Objekte.
Strassenbahn und Flexity Text
Blick auf die Stadt Basel. (Symbolbild) - Keystone

Krüge mit Nähten, Statuen ohne Arme oder Patchwork-Decken: Die Sammlungen des Museums enthalten tausende von Objekten aus vielen Weltteilen, die sichtbare Spuren von Reparaturen tragen, Verfallserscheinungen haben oder absichtlich zusammengesetzt sind.

In der aktuellen Ausstellung mit dem Titel «Stückwerk» hat das Haus nun eine Auswahl dieser Objekte zusammengestellt, wie das Museum am Donnerstag, 28. April 2022, mitteilte.

Dabei machen Objekte, die das Museum oder die ursprünglichen Nutzer im Sinne der Erhaltung repariert und zusammengeflickt haben, nur einen Teil aus. Oftmals ist das Stückwerk auch Absicht. Oder es ebnet den Weg für einen neuen inhaltlichen oder künstlerischen Sinn.

Durch das Verbinden verschiedener Teile entsteht besondere Bedeutungen

Deutlich wird das bei den textilen Patchwork-Arbeiten, etwa bei Quilt-Decken aus den USA oder westafrikanischen Jägerhemden. Diese Textilien erhalten gemäss Museumsangaben durch das Verbinden verschiedener Teile besondere Bedeutungen, sei es als Zeichen von Macht oder als Manifestation des politischen Widerstands wie im Fall der sogenannten Jibba im Sudan.

Auch bei verfallenden oder zerstörten Objekten ist nicht immer mangelnde Sorgfalt oder aggressive Zerstörungswut im Spiel. Gewisse Objekte würden bewusst weggeworfen und dem Verfall ausgesetzt oder rituell beschädigt, schreibt das Museum.

Letzteres gilt zum Beispiel für ursprünglich reich verzierte Türstücke aus Neukaledonien. Diese werden nach dem Tod des Hausbewohners in Trauerritualen stark beschädigt, um die Hinterbliebenen vor Gefahren zu schützen.

Die Ausstellung «Stückwerk» im Museum der Kulturen Basel dauert bis 22. Januar 2023. Sie gewährt auch Einblicke in die Arbeit der Konservierung und Restaurierung im Museum.

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