Der Kanton Basel-Stadt plant die Revitalisierung der Wiese innerhalb der Langen Erlen. Der Schutz vor Hochwasser und die Trinkwasserversorgung werden gesichert.
Stadt Basel. (Symbolbild) - Pixabay

Das Wieseufer ist ein wichtiger Naherholungsraum für die rund 280'000 Einwohner der Stadt Basel und weiterer umliegender Gemeinden in der Schweiz und Deutschland. Vom Tierpark Lange Erlen bis zur deutschen Grenze verläuft der Fluss heute zwischen zwei Dämmen in einem künstlichen Flussbett, gesäumt von Uferwiesen. Um Land zu gewinnen, und zum Schutz vor Hochwasser, wurde die Wiese in Basel vor über 100 Jahren begradigt.

Mit dem Projekt «WieseVital» plant der Kanton Basel-Stadt die Revitalisierung des Flusses im Landschaftspark Wiese in Absprache mit den IWB, der Wasserversorgung des südlichen Markgräflerlands, den Gemeinden Riehen, Lörrach und Weil am Rhein sowie den Naturschutzverbänden. Anstelle des monotonen Flussbetts soll ein vielfältiger Lebensraum entstehen, der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten am und im Wasser ein besseres Zuhause bietet. Gefährdete Fischarten wie Äsche, Nase, Lachs und Barbe sollen neue Laichplätze erreichen können.

Durch die Vernetzung mit dem Umland erhalten Amphibien und Reptilien neue Lebensräume. Die Uferwiesen und die Schwellen innerhalb der Dämme werden entfernt, damit sich der Fluss in diesem Raum frei bewegen kann. Die Trampelpfade, die sich heute durch die Uferwiesen ziehen, werden ohne die Uferwiesen nicht mehr verfügbar sein. Dies ermöglicht nicht nur eine lebendige Flusslandschaft mit Inseln und Buchten, sondern erhöht auch die Kapazität des Flussbetts. So können Hochwasser weitgehend gefahrlos abgeführt werden.

Die Bauarbeiten starten frühestens im Jahr 2025

Für die Besucher des Landschaftsparks sind in der Dammböschung an ausgewählten Stellen Sitzanlagen zum Verweilen am Wasser vorgesehen. Um das Trinkwasser, das in den Langen Erlen gewonnen wird, vor Verunreinigungen vor allem bei Hochwasser besser zu schützen, wird die Durchlässigkeit des Flussbetts reduziert. Zurzeit klärt das Tiefbauamt auch ab, ob die Dämme mit geringem Aufwand an einzelnen Stellen geöffnet werden können.

Die Lebensräume des Landschaftsparks würden so stärker miteinander verbunden, und Tiere könnten besser an die Wiese gelangen. Die Flächen würden bei grösserem Hochwasser überflutet, was zusätzlichen ökologischen Mehrwert bringt. Der Kanton wird das Vorprojekt unter Federführung des Bau- und Verkehrsdepartements nun gemeinsam mit allen involvierten Partnern fertigstellen.

Die Bauarbeiten starten frühestens im Jahr 2025. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in mehreren Etappen während rund zehn Jahren. Grund für die Etappierung sind unter anderem die Fischschonzeit und der Grundsatz, dass der Landschaftspark während der Bauarbeiten weitgehend nutzbar bleiben soll.

Damit die Revitalisierung umgesetzt werden kann, müssen die notwendigen Ausgaben vom Regierungsrat sowie anschliessend vom Grossen Rat beschlossen werden. Die Kosten für die Revitalisierung werden auf Basis des aktuellen Vorprojekts auf rund 45 Millionen Franken (+/-20 Prozent) geschätzt.

Dazu kommen optionale Varianten mit Kosten von etwa 15 Millionen Franken (+/-20 Prozent). Welche Varianten umgesetzt werden können, wird nun konkretisiert. Der Bund beteiligt sich voraussichtlich wesentlich an den Kosten.

Bis Herbst 2022 kann man seine Anregungen und Wünsche äussern

Der Kanton Basel-Stadt lädt interessierte Besucher des Landschaftparks Wiese aus dem In- und Ausland ein, Teil der Revitalisierung zu sein. Unter wiesevital.info erhält man Hintergrundinformationen zum Projekt, und die Bevölkerung hat bis im Herbst 2022 die Gelegenheit, eigene Anregungen und Wünsche einzubringen.

Weitere Informationen zur Revitalisierung sowie zum Landschaftspark Wiese erhalten Interessierte auch beim Rangerdienst im Landschaftspark Wiese. Der Rangerdienst ist täglich im Landschaftspark unterwegs und steht bis auf Weiteres auch jeden Donnerstag zwischen 11 und 12 Uhr beim Restaurant «Schliessi» für Fragen zur Verfügung.

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