Um ihre Fahrgäste vor dem Coronavirus zu schützen, erproben die Basler Verkehrs-Betriebe ein aktives Desinfektionssystem. Installiert wurde es im Bus mit der Fahrzeugnummer 7026, der am Montag seinen Probebetrieb aufnahm.
Desinfektion von Zügen durch Reinigungspersonal
Desinfektion von Zügen durch Reinigungspersonal - AFP/Archiv

Um ihre Fahrgäste vor dem Coronavirus zu schützen, erproben die Basler Verkehrs-Betriebe ein aktives Desinfektionssystem. Installiert wurde es im Bus mit der Fahrzeugnummer 7026, der am Montag seinen Probebetrieb aufnahm.

Installiert wurde das Desinfektionssystem im Deckenbereich des Busses. Es macht sich die desinfizierenden Wirkung von Wasserstoffperoxid zunutze, wie die BVB am Montag mitteilten. Vom Gerät aus gelangt der Wirkstoff in den Klimakanal des Busses, und der gesamte Innenraum des Fahrzeugs wird kontinuierlich desinfiziert.

Luftproben sollen Wirksamkeit nachweisen

Neben Viren bekämpft das Desinfektionssystem auch Bakterien und Pilze. Es sorge damit für ein besseres Raumklima, halten die BVB fest. Für Mensch und Tier ist der Wirkstoff nach Angaben der Verkehrs-Betriebe unschädlich. Das vom französischen Hersteller Greenreso entwickelte System kommt bereits im Trambetrieb in Rouen (F) zum Einsatz.

Ob die Desinfektionsgeräte die Erwartungen erfüllen, soll die wissenschaftliche Begleitung des Testbetriebs durch das Basler Kantonslabor aufzeigen. Das Labor überprüft die keimreduzierende Wirkung des Systems aufgrund von Luft- und Oberflächenwischproben. Vorgesehen sind zudem Luftmessungen im Fahrgastraum.

Nach Abschluss des Testbetriebs werden die Daten ausgewertet und allenfalls Anpassungen angenommen. Danach soll nach Angaben der BVB ein zweiter Test mit einem Flexity-Tram folgen. Erst danach werde entschieden, ob weitere Fahrzeuge mit dem aktiven Desinfektionssystem ausgerüstet werden.

Drei Geräte im Testbus

Die Basler Verkehrs-Betriebe sind nach eigenen Angaben das erste Schweizer Transportunternehmen, das ein solches System testet. Das dem Kanton Basel-Stadt gehörende Unternehmen will die Testresultate sowohl dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) wie auch weiteren interessierten Verkehrsunternehmen zur Verfügung stellen.

Die Kosten pro Desinfektionsgerät bezifferten die BVB auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA je nach Grösse auf 800 bis 1500 Franken. Für den Testbus brauchte es drei Geräte. Die BVB verfügen über 135 Trams und 115 Busse.

An den bisher gegen die Ausbreitung des Corona-Virus getroffenen Massnahmen halten die BVB fest. So werden die Fahrzeuge weiterhin täglich gereinigt und Haltestangen und Griffe jeden Tag desinfiziert. Zudem werden an allen Haltestellen alle Türen geöffnet, was laut BVB einen sehr positiven Einfluss auf die Aerosole hat.

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