Basel unterstützt Film- und Theaterprojekte
Basel bewilligt über 600'000 Franken für Spielfilme, Dokumentarfilme, Theater und Konzerte, darunter «An der Schwelle» und «Deconstructing Caesar».

Wie die Stadt Basel mitteilt, hat der Regierungsrat für das Spielfilmprojekt «An der Schwelle» von Fanny Bräuning (Basel), das die Produktionsfirmen Fanny Bräuning Filmproduktion (Basel) und Close Up Films Sàrl (Genf) produzieren, einen Beitrag aus dem Swisslos-Fonds Basel-Stadt in der Höhe von 233'000 Franken bewilligt.
Der Spielfilm erzählt die Geschichte einer Gruppe von Frauen aus unterschiedlichen Kulturen und sozialen Milieus, die mit ihren Kindern in einem Frauenhaus an einem geheimen Ort in der Schweiz Zuflucht finden, nachdem sie massive Gewalt erlebt haben.
In diesem Übergangsraum zwischen Flucht und Neubeginn stellen sie sich, unterstützt von einem engagierten Team, ihren traumatischen Erfahrungen und der Suche nach neuer Stabilität.
Im Zentrum stehen unter anderem die junge Mutter Sophie, die um das Sorgerecht für ihre Tochter fürchtet, und Toula, die zwischen Schmerz und der Entscheidung schwankt, ihren Mann anzuzeigen. In der entstehenden Gemeinschaft erfahren die Frauen Halt, müssen aber auch erkennen, wie fragil selbst ein geschützter Raum sein kann.
Dokumentarfilm «Deconstructing Caesar» gefördert
Weiter hat der Regierungsrat für das Dokumentarfilmprojekt «Deconstructing Caesar» von Anna Thommen (Riehen), das die Produktionsfirma Ensemble Film GmbH (Zürich) produziert, einen Beitrag in der Höhe von 194'000 Franken bewilligt. Der Dokumentarfilm begleitet die Archäologin Deborah Schmid bei der Untersuchung der Villa des Industriellen René Clavel, welche dieser dem Kanton Basel-Landschaft vermacht hat.
Clavels monumentale Selbstinszenierung prägt bis heute das Römermuseum Augusta Raurica. Dabei setzen sich die Forschenden mit Clavels Biografie auseinander, insbesondere mit dessen Rolle während des Nationalsozialismus.
Eine Wendung bringt die Entdeckung privater Briefe und Dokumente aus dem Umfeld seiner Tochter Antoinette, die eine verdrängte weibliche Perspektive sichtbar machen. Der Film fragt kritisch, wie Geschichte konstruiert wird – und wer die Macht hat zu entscheiden, was erinnert und was verschwiegen wird.
Dokumentarfilm «Spuren des Schweigens» unterstützt
Weiter hat der Regierungsrat für das Dokumentarfilmprojekt «Spuren des Schweigens» von Jeshua Dreyfus (Basel), das die Produktionsfirma Soap Factory GmbH (Basel) produziert, einen Beitrag in der Höhe von 147'000 Franken bewilligt. Protagonist des Dokumentarfilms von Jeshua Dreyfus ist dessen Cousin, der Experimentalfilmemacher und Rechtsprofessor Brian Frye aus New York.
Brian entdeckt, dass das erste jüdische Warenhaus, welches der deutsche Milliardär Helmut Horten 1936 zu einem Preis weit unter Wert übernahm, weil seine Besitzer zum Verkauf gezwungen waren, ihrem gemeinsamen Urgrossvater gehört hatte.
Jeshua und sein Cousin Brian begeben sich auf eine Spurensuche nach Deutschland und Österreich und machen dabei überraschende Entdeckungen auch zu Fryes Mentor, dem bekannten Filmemacher Jonas Mekas, und dessen Fluchtgründen aus Litauen. Weiter trifft Brian auf Roger Dreyfus und dessen andere Vorstellungen vom Umgang mit Geschichte.
Die zwei konfrontieren sich mit verdrängten Familiengeschichten, persönlicher Biografie und Fragen von Erinnerung, Schuld und Identität. Der Film erkundet exemplarisch, wie die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit das Verständnis von Zugehörigkeit, Verantwortung und Selbst bildet.
Theater und Konzerte erhalten Beiträge
Weiter hat der Regierungsrat für die Theateraufführungen «Nid schiesse, das isch e Überfall» der Kulturhuus Häbse AG, welche am 16. April 2026 im Kulturhuus Häbse Premiere feiern, eine Defizitgarantie in Höhe von 35'000 Franken bewilligt.
Die von Carlos Amstutz neu geschriebene Dialektkomödie wird als Schweizer Uraufführung auf die Bühne gebracht und lässt auf humoristische Art und Weise einen Bankfilialenleiter kurz vor der Pensionierung zum Komplizen eines Bankräubers werden.
Weiter hat der Regierungsrat dem Verein Abendmusiken in der Predigerkirche für die Konzerte mit Werken von Johannes Baptista Dolar und Rogier Michael, die am 8. November und 13. Dezember 2026 in der Predigerkirche stattfinden, einen Beitrag in Höhe von 23'000 Franken bewilligt.
Das Konzertprogramm im November 2026 umfasst Werke des aus dem heutigen Slowenien stammenden Johannes Baptista Dolar (um 1620 bis 1673). Am 13. Dezember 2026 werden die Historienkompositionen von Rogier Michael (um 1553 bis 1623) «Die Empfängnis» und «Die Geburt unseres Herrn Jesu Christi», beides Vokalwerke, mit verdoppelnden Bläsern und Streichern aufgeführt.






